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868-BACK – Ein retroes Desaster, das in die Tonne gehört
Reviews

868-BACK – Ein retroes Desaster, das in die Tonne gehört

Ein lieblos zusammengeklautes C64-Homebrew-Spiel, das mit mieser Steuerung, öder Pixelgrafik und einem Soundtrack aus drei Tönen den Retro-Charme vermissen lässt.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL 868-BACK
ENTWICKLER Michael Brough
PUBLISHER Finji
RELEASE 27. Mai 2026
PLATTFORMEN: PC

Erster Eindruck – liebloser Klon ohne Seele

868-BACK wurde 2023 als „hommage an klassische C64-Plattformer“ angekündigt. Tatsächlich erinnert es an eine hastig zusammengeschusterte Basic-Kopie von „Boulder Dash“ oder „Jumpman“.

Das Menü bietet genau drei Optionen: Start, Credits (eine Zeile) und Beenden. Mehr nicht. Keine Optionen, keine Bildschirmmodi, kein Sound-Volume.

Gameplay – Kampf gegen die Hitbox

Die Steuerung reagiert träge auf Tastendrücke. Die Figur hüpft etwa 0,3 Sekunden nach dem Knopfdruck. Das zerstört jede Timing-basierte Passage.

Die einzigen Gegner – grüne Blobs – bewegen sich zufällig über den Bildschirm. Kollisionserkennung funktioniert nur auf einer Achse. Wer seitlich an einem Blob vorbeihüpft, stirbt trotzdem.

  • Keine Power-Ups, keine Waffen
  • Keine Checkpoints – nur Start und Tod
  • Einzige Aktion: Springen oder Sterben

Leveldesign – Spiegelbild der Langeweile

Die ersten beiden Level variieren noch minimal: Plattformen, Leitern, eine Falle. Ab Level 3 wird der Bildschirm horizontal gespiegelt.

Level 4 ist Level 2, nur mit anderer Hintergrundfarbe. Das wiederholt sich bis Level 8. Der Entwickler gibt im Readme zu: „Ich hatte keine Zeit für mehr.“

Technik – solide Verarbeitung (aber das wars auch)

Die ROM-Datei ist sauber programmiert. Keine Abstürze, kein Ruckeln. Auf einem originalen C64 läuft es flüssig.

Der Soundtrack besteht aus drei Dauerschleifen: Startbildschirm, Ingame, Game-Over. Die Ingame-Melodie wiederholt sich nach 8 Sekunden. Sie nervt nach Minute zwei.

Fazit – Nicht mal für Nostalgiker

Bis auf die saubere Emulation und den niedrigen Preis hat 868-BACK nichts zu bieten. Es ist ein halbgares Experiment, das besser in einer Programmier-Übung verschwunden wäre.

Wer echte Qualität sucht, greift zu „Spelunky“ oder „Downwell“. Wer trotzdem 3 Euro ausgeben will, sollte zumindest eine Tüte Chips kaufen – das hält länger.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Authentische 16-Farben-Palette erinnert an echte C64-Spiele
  • +Keine Ladezeiten durch direkte ROM-Einbindung
  • +Das Jump’n’Run-Grundgerüst funktioniert auf glatten Untergründen
  • +Soundchip-Simulation klingt originalgetreu blechern
  • +Der Preis von 2,99 Euro ist schwer zu unterbieten

- CONTRA

  • -Kollisionsabfrage erkennt Gegner erst 8 Pixel nach Berührung – unfair
  • -Nur ein einziger Schwierigkeitsgrad mit unveränderbaren Parametern
  • -Level 3 bis 8 sind identische Spiegelungen von Level 1 und 2
  • -Keine Speicherfunktion – nach jedem Game-Over startet das Spiel von vorne

FAZIT

Ein missglückter Hommage-Versuch, der selbst für hartgesottene Retro-Fans eine Zumutung ist – nur mit viel Nostalgie und Bier erträglich.

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