Aphelion: Desaster im Weltraum-Niemandsland
Ein ambitioniertes Adventure-Projekt, das an technischen Defiziten und einer fragmentierten Erzählstruktur scheitert.
Der erste Eindruck
Aphelion präsentiert sich in den ersten zehn Minuten mit einer dichten, beklemmenden Atmosphäre an Bord der verlassenen Station Icarus-7. Die visuelle Gestaltung erinnert an Klassiker der späten Neunziger.
Doch schon nach kurzer Zeit offenbaren sich die gravierenden Mängel. Die Interaktionspunkte reagieren nicht auf Mausklicks, was den Fortschritt in den ersten Räumen unnötig in die Länge zieht.
Mechaniken und Design
Das Adventure setzt auf klassische Rätsel, die in einer isolierten Umgebung stattfinden. Die Entwickler wollten eine Herausforderung bieten, doch die mangelnde Präzision der Steuerung macht einfache Aufgaben zur Geduldsprobe.
Besonders das Hacking-System sticht hervor. Es erfordert das Entziffern binärer Codes, was spielerisch erfrischend wirkt – wären da nicht die ständigen Abstürze während der Eingabe.
Technische Realität
Die Programmierung gleicht einem Schweizer Käse. Der Charakter bleibt an Türschwellen hängen, was häufig den Einsatz der Konsole erfordert, um die Position zurückzusetzen.
Auf der PlayStation 5 erreichte das Spiel in meinem Test keine stabilen 30 Bilder pro Sekunde. Die Framerate bricht bei Partikeleffekten, wie explodierenden Konsolen, massiv ein.
Die Handlung
Die Geschichte um die verschollene Crew der Icarus-7 bleibt in vagen Audio-Logs stecken. Die Erzählung ist nicht linear, was bei einem Adventure die Orientierung erschwert.
Viele Hinweise in den Textdateien sind fehlerhaft lokalisiert oder schlichtweg leer. Spieler werden mit Fragen allein gelassen, die das Skript selbst nicht beantworten kann.
Fazit zur Spielbarkeit
Wer Aphelion heute startet, zahlt für ein unfertiges Produkt. Es gibt Ansätze von spielerischer Tiefe, die jedoch durch die fehlende Qualitätssicherung zunichte gemacht werden.
Die Entwickler haben bisher keinen Patch veröffentlicht, der die kritischen Fehler beheben würde. Viele Spieler auf der Xbox One berichten zudem von beschädigten Speicherständen nach der dritten Spielstunde.
+ PRO
- +Das orchestrale Leitmotiv wechselt dynamisch je nach Sauerstofflevel im Anzug
- +Die handgezeichneten Texturen des Raumschiff-Interieurs erzeugen einen stimmigen Retro-Look
- +Ein komplexes Terminal-Hacking-Minispiel erfordert echtes logisches Denken
- +Die Sprecher der Hauptcharaktere liefern eine professionelle und nuancierte Performance ab
- +Die Lichteffekte der fremden Sonnen spiegeln sich physikalisch korrekt auf den Helmvisieren
- CONTRA
- -Charaktermodelle clippen regelmäßig durch den Boden der Raumstation
- -Das Speichersystem löscht bei Abstürzen den gesamten Spielfortschritt des aktuellen Levels
- -Dialogfenster bleiben in der Mitte des Bildschirms hängen und verdecken wichtige Hinweise
- -Die Steuerung der Schwerkraft-Stiefel reagiert mit einer Verzögerung von über einer Sekunde
FAZIT
Aphelion ist ein frustrierendes Beispiel für ein Spiel, das seine Vision unter einem Berg aus technischen Fehlern begräbt.
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