B.E.S.T Collection: Ein digitales Kuriosum ohne roten Faden
Eine lieblos zusammengewürfelte Sammlung von Minispielen, die den Namen kaum verdient.
Ein Blick unter die Haube
Die B.E.S.T Collection präsentiert sich als eine Ansammlung von Arcade-Versuchen, die auf den ersten Blick eine nostalgische Reise versprechen. Beim Start wird jedoch schnell klar, dass hier keine kuratierte Auswahl vorliegt, sondern eine Ansammlung diverser technischer Prototypen.
Einige der enthaltenen Titel bieten kurzzeitigen Zeitvertreib durch einfache Spielprinzipien. Andere wirken wie erste Gehversuche eines Programmier-Anfängers, bei denen die Steuerung völlig unvorhersehbar auf Eingaben reagiert.
Technische Stolpersteine
Besonders störend fällt auf, dass die Menüführung keine Konsistenz aufweist. Während ich in einem Spiel mit der Leertaste springe, wird diese Funktion im nächsten Titel durch die Pfeiltaste nach oben ersetzt.
Besitzer von macOS oder Linux werden zudem mit Problemen bei der Fensterverwaltung konfrontiert. Das Programm verweigert teilweise den Vollbildmodus und bleibt stattdessen in einem verzerrten Fenster stecken, das sich nicht in der Größe verändern lässt.
Gameplay und Design
Die Spielmechaniken der B.E.S.T Collection basieren fast ausnahmslos auf simplen “Highscore-Jagen”-Konzepten. Trotz der einfachen Struktur fehlt es an einem motivierenden “Nur noch eine Runde”-Gefühl, da die Punktevergabe oft willkürlich wirkt.
Wer nach einer durchdachten Spielesammlung sucht, wird hier enttäuscht. Die fehlende Anleitung zu den jeweiligen Tastenbelegungen macht das Erlernen der komplexeren Minispiele zum reinen Glücksspiel.
Fazit
Die B.E.S.T Collection erreicht trotz ihrer bunten Fassade nicht das Niveau üblicher Indie-Sammlungen. Die technischen Mängel und die fehlende Abstimmung der Spielkomponenten untereinander machen eine Empfehlung unmöglich.
Die installierten Dateien belegen insgesamt nur 150 Megabyte auf der Festplatte. Für Spieler, die nach echter Retro-Qualität suchen, bleibt nur der Griff zu etablierten Alternativen.
+ PRO
- +Die integrierte Chiptune-Playlist bietet einige eingängige Retro-Tracks
- +Pixel-Art-Stil der Menüs ist farbenfroh und übersichtlich gestaltet
- +Schnelle Ladezeiten zwischen den einzelnen Minispielen verhindern Leerlauf
- +Tastaturbelegung ist für alle enthaltenen Titel vollständig frei konfigurierbar
- +Unterstützt Auflösungen bis zu 4K ohne sichtbare Artefakte bei der Skalierung
- CONTRA
- -Fehlende Exit-Funktion zwingt Spieler zum Beenden über den Task-Manager
- -Kollisionsabfrage bei Sprungeinlagen in den Arcade-Titeln ist unpräzise
- -Hintergrundmusik lässt sich in den Optionen nicht separat von den Soundeffekten regeln
- -Dokumentation der Spielmechaniken fehlt komplett für die Hälfte der enthaltenen Titel
FAZIT
Diese Sammlung wirkt wie ein unfertiges Hobbyprojekt aus den frühen 2000ern, das den Sprung auf moderne Betriebssysteme nur mit großen technischen Defiziten geschafft hat.
VERWANDTE ARTIKEL
Phonopolis ist da: Orwell trifft Slapstick im neuen Amanita-Hit
Das neue Abenteuerspiel der Botanicula-Macher verbindet totalitäre Dystopien mit skurrilem Humor und bietet ein handgefertigtes Erlebnis.
Normal Golf Game: Wenn Frust auf dem Grün zum Genuss wird
Die neue Steam-Demo Normal Golf Game entpuppt sich als meisterhaftes Werkzeug für digitale Qualen und präzises Chaos.
Firefield: Isometrische Redundanz aus dem Baukasten
Ein Blick auf Firefield zeigt, dass bloße isometrische Optik allein kein fesselndes Spielerlebnis generiert.
Pico Park: Classic Edition verschwindet von Steam
Der Koop-Hit Pico Park: Classic Edition wird aufgrund eines Fehlers bei der Preisgestaltung aus dem Steam-Store entfernt.