Batmans Erbe im Paket, Arkham Bundle zwischen Genie und Altlasten
Vier Spiele, ein Bundle: Die komplette Arkham-Saga für den PC, die mit brillantem Kampfsystem und düsterer Atmosphäre begeistert, aber technisch nicht alle Geister der Vergangenheit vertrieben hat.
Der Dunkle Ritter in vier Akten
Das Batman: Arkham Bundle versammelt die vier Haupttitel der Reihe: Arkham Asylum (2009), Arkham City (2011), Arkham Origins (2013) und Arkham Knight (2015). Dazu kommen sämtliche Story-DLCs, Challenge-Maps und Skins. Wer in den letzten zehn Jahren unter einem Stein gelebt hat, bekommt hier die gesamte Batman-Erfahrung auf einen Schlag.
Der Einstieg beginnt in Arkham Asylum. Die Insel ist ein düsteres Labyrinth aus Zellen, Lüftungsschächten und geheimen Laboratorien. Der FreeFlow-Kampf fordert präzises Timing: Schläge, Konter, Stürze und Batclaw müssen zu einem fließenden Move-Set kombiniert werden. Das Predator-Stealth-Prinzip, aus dem Schatten angreifen, Gegner einzeln ausschalten, Umgebung nutzen, zieht sich durch alle Spiele und bleibt stets befriedigend.
Von der Insel zur offenen Stadt
Arkham City erweitert das Areal zu einer begehbaren Open World. Die Straßen sind voller Schurken, die nach dem Tod von Joker und anderen Bösewichten um Macht kämpfen. Nebenmissionen wie die Riddler-Trophäen oder Rettungsaktionen für politische Gefangene sorgen für Abwechslung. Die Geschichte um Hugo Strange und die Protocol 10 ist reifer als das Vorgänger-Spiel, die Synchronsprecher (Kevin Conroy, Mark Hamill) liefern erstklassige Arbeit.
Arkham Origins, entwickelt von Warner Bros. Montreal, zeigt eine jüngere Version von Batman. Der Weihnachts-Setting wirkt stimmig, doch die KI der Gegner ist weniger aggressiv als in den Rocksteady-Titeln. Die Bosskämpfe gegen Deathstroke und Bane sind solide inszeniert, aber die offene Welt fühlt sich leerer an. Technisch läuft Origins stabiler als Knight, glänzt aber nicht.
Der Haken: Arkham Knight
Der vierte Teil ist der optisch beeindruckendste, aber auch der problematischste. Arkham Knight setzt auf das Batmobil, das als Panzer durch die Straßen pflügt und in Verfolgungsjagden mit Militärfahrzeugen eingesetzt wird. Die Fahrzeugkämpfe sind eine willkommene Abwechslung, aber sie nehmen überhand, manche Missionen bestehen zu 40% aus Batmobil-Gefechten.
Die PC-Version war bei Release berüchtigt für eine katastrophale Performance. Auch das vorliegende Bundle enthält keine expliziten Patches. Auf modernen Systemen läuft das Spiel meist flüssig, doch auf Mittelklasse-Hardware von 2016 treten Mikroruckler auf, besonders bei Regen-Effekten und weiten Ausblicken. Ein 30-FPS-Cap ist nicht mehr aktiv, aber die Framerate schwankt häufiger als in den Vorgängern.
Technische Macken des Bundles
Das Bundle ist eine reine Sammlung separater Installer. Kein einheitliches Menü, kein Fortschrittstransfer, kein übergreifender Speicherstand. Wer zwischen den Spielen wechseln will, muss das Programm schließen und neu starten. Für ein Produkt, das „Bundle“ heißt, ist das enttäuschend. Die DLCs sind einzeln integriert, aber manche Skins sind nur in bestimmten Titeln nutzbar.
Die Steuerung ist über Tastatur und Maus gut umgesetzt, der Controller (Xbox) wird sofort erkannt. Die UI ist für jede Ära etwas anders, ältere Titel verwenden größere Schriften, Knight setzt auf minimalistische Symbole. Einheitlichkeit sucht man vergebens.
Fazit für Sammler und Neueinsteiger
Batman: Arkham Bundle liefert rund 80 Stunden Spielzeit für etwa 20–30 Euro im Angebot. Die Kampagnen sind voller Momente, die in die Geschichte des Action-Adventures eingehen: Der erste Joker-Kampf in Asylum, der Sturz von Arkham City, die Enthüllung des Arkham Knight. Der Aufwand, den Rocksteady in die Welt von Gotham gesteckt hat, ist beeindruckend.
Trotz technischer Makel und fehlender Bundle-Integration bleibt das Paket eine klare Empfehlung für Fans, die die Reihe noch nicht kennen. Jeder, der Arkham schon gespielt hat, braucht dieses Bundle nicht, es sei denn, die DLCs fehlen noch. Wer aber alle vier Spiele auf dem PC haben möchte, bekommt hier das komplette Erbe des Dunklen Ritters, mit all seinen Schattenseiten.
+ PRO
- +FreeFlow-Kampfsystem verbindet Schlagabtausch, Konter und Gadgets zu einer flüssigen Tanzchoreografie
- +Arkham Asylums enge, gotische Gänge erzeugen Horror-Atmosphäre mit Metroidvania-Struktur
- +Arkham Citys offene Straßen von Gotham bieten dynamische Schurkenbegegnungen und Rätsel des Riddlers
- +Batmobil in Arkham Knight ermöglicht Verfolgungsjagden und taktische Panzergefechte
- +Sämtliche Season-Pass-Inhalte inklusive Charakter-Missionen und Challenge-Karten sind enthalten
- CONTRA
- -Batman: Arkham Knight leidet unter ungleichmäßiger Framerate und Mikrorucklern auf älterer Hardware
- -Kein einheitliches Menü oder nahtlose Spielauswahl, vier separate Installationen ohne Bundle-Features
- -Arkham Origins wirkt technisch und spielerisch wie das Stiefkind der Reihe mit schwächerer KI
- -Speicherstände lassen sich nicht zwischen den Spielen übertragen, Fortschritt bleibt isoliert
FAZIT
Batman: Arkham Bundle vereint vier Meilensteine des Action-Adventure-Genres, doch die fehlende technische Überarbeitung und getrennte Verwaltung verhindern ein rundes Gesamtpaket.
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