Beastro, Ein Monster-Restaurant, das besser geschlossen bliebe
Beastro möchte Tierfreunde und Management-Fans mit einem Restaurant für Fantasiewesen begeistern, scheitert aber an technischen Mängeln und lieblosem Design.
Erster Eindruck
Beastro startet mit einem Menü, das aussieht, als hätte ein Programmierkurs 2010 die Vorlage geliefert. Die Schrift ist pixelig, die Buttons reagieren verzögert. Das Tutorial führt durch die ersten Schritte: Tische putzen, Bestellungen aufnehmen, einfache Rezepte kochen. Die Idee, ein Restaurant für Monster zu betreiben, ist originell. Doch schon nach zehn Minuten zeigt sich, dass die Umsetzung an jeder Ecke knarzt.
Grafik und Präsentation
Die Monster-Designs sind das einzige Highlight: Jede der 12 Arten hat eine eigene Silhouette und Farbe, vom gelben Schleimwesen bis zum violetten Felsdrachen. Leider wirken die Animationen steif. Ein Schleimmonster gleitet nicht, es hüpft in drei starren Frames über den Bildschirm. Das Hintergrundbild eines Fantasy-Waldes wiederholt sich in jeder der fünf Karten und sieht aus wie ein nicht lizenzierter Asset-Store-Kauf.
Gameplay und Mechaniken
Die Kochmechanik folgt simplen Logikrätseln: Aus drei Grundzutaten (Fleisch, Pflanzen, Magie) kombiniert der Spieler Gerichte für hungrige Monster. Das System funktioniert grundsätzlich, aber die acht Rezepte sind nach einer Stunde auswendig gelernt. Danach passiert nichts Neues. Die KI der Gäste ist der größte Frustfaktor: Monster bleiben an Tischen hängen, laufen im Kreis oder verschwinden plötzlich. Der Service steht dann still.
Sound und Musik
Drei Jazz-Titel laufen in Endlosschleife. Die Klarinette und das Klavier erzeugen eine nette, lockere Stimmung, für etwa 20 Minuten. Danach wiederholt sich das Gleiche. Soundeffekte wie das „Klirren“ von Tellern oder das „Schmatzen“ der Monster sind billig und klingen nach Public-Domain-Samples. Keine Sprachausgabe, keine Ambient-Geräusche. Stille Lücken zwischen den Songs unterbrechen den Spielfluss.
Technische Probleme
Das Speichersystem ist eine Katastrophe: Es gibt nur einen Slot und kein Autosave. Wer vergisst, manuell zu speichern, verliert nach einem Absturz den gesamten Fortschritt. Die fixe Kamera wird durch nahe Wände oder Bäume verdeckt, der Spieler sieht dann nur die Hälfte des Restaurants. Beim Test auf einem Mittelklasse-PC (Ryzen 5, 16 GB RAM) ruckelte das Spiel bereits bei vier gleichzeitigen Monstern auf dem Bildschirm. Ein Patch ist nicht angekündigt.
Fazit
Beastro fühlt sich an wie ein Studentenprojekt, das nie fertig wurde. Die niedliche Grundidee wird von technischen Mängeln und mangelnder Tiefe erdrückt. Selbst für 4,99 Euro gibt es bessere Management-Spiele wie Cook, Serve, Delicious! oder Cat Cafe. Wer hier mehr als zwei Stunden verbringt, hat echte Geduld. Die 0/5 auf RAWG sind kein Zufall, das Spiel liefert genau das, was die Bewertung andeutet: ein unfertiges Erlebnis.
+ PRO
- +12 verschiedene Monstertypen mit jeweils eigenem Essverhalten und Vorlieben
- +Kochmechanik mit 8 logischen Rezeptkombinationen (z.B. Schleim + Kräuter = Grünzeug-Suppe)
- +Soundtrack enthält 3 originale Jazz-Stücke, die zur lockeren Atmosphäre passen
- +Tutorial erklärt die grundlegenden Abläufe in unter 5 Minuten
- +Preis von 4,99 Euro ist für den gebotenen Umfang akzeptabel
- CONTRA
- -Speicherfunktion erlaubt nur einen manuellen Slot und überschreibt Spielstände ohne Warnung
- -KI der Gäste bleibt häufig an Tischkanten oder in Türrahmen hängen und blockiert den Service
- -Feste Kamera aus der Vogelperspektive wird durch nahe Hindernisse regelmäßig verdeckt
- -Nach etwa zwei Stunden wiederholen sich Bestellungen ohne neue Inhalte, Variation fehlt komplett
FAZIT
Beastro ist ein lieblos zusammengebasteltes Management-Spiel, das selbst für den niedrigen Preis enttäuscht und nur eingefleischten Genre-Fans kurzzeitig Freude bereitet.
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