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Blutige Kerkertreppe: Blood Dungeon zwischen Rage und Retro
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Blutige Kerkertreppe: Blood Dungeon zwischen Rage und Retro

Blood Dungeon ist ein fordernder Indie-Plattformer, dessen clevere Blut-Mechanik über technische Schwächen und einen ruppigen Schwierigkeitsgrad hinwegträgt.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL Blood Dungeon
ENTWICKLER Messhof
PUBLISHER Messhof
RELEASE 25. August 2026
PLATTFORMEN: Xbox | Switch | PC | PS5

Ankommen und Sterben

Blood Dungeon wirft einen ohne langen Vorspann in eine verrottete Kerkerfestung. Der eigene Charakter stirbt schnell, sehr schnell.

Ein Treffer von einer Rattenfalle kostet ein Drittel der Lebensleiste. Zwei Schläge eines Skeletts bedeuten den Tod. Das ist kein Bug, sondern Ansage.

Nach jedem Ableben startet der Lauf an der zuletzt aktivierten Kristallleuchte neu. Feinde sind zurück, Fallen sind scharf, aber die eigene Wut wächst.

Kampf im Blutrausch

Das Herzstück ist die Blut-Rage-Mechanik. Jeder Volltreffer am Gegner füllt eine separate Leiste, die bei Aktivierung Heilung und Schadensbonus gewährt.

Das klingt simpel, entfaltet aber im Zusammenspiel mit dem Parry-System Tiefe. Ein geglücktes Parieren öffnet ein kurzes Fenster für einen Konter, der die Blutleiste stark füllt.

Das Problem: Wer nur auf den Konter wartet, spielt passiv und verliert. Wer blind draufhaut, stirbt. Dieses Hin und Her aus Aggression und Vorsicht trägt die ersten Stunden.

  • Fünf Waffenarten, von der rostigen Klinge bis zum Peitschenstab
  • Jede Waffe hat eigene Angriffsanimationen und einen Spezialschlag
  • Die Blut-Rage-Animation verändert die Farbpalette: Das Bild kippt ins Rötliche

Treppen, Fallen, Plattformen

Die Level sind als vertikale Kerkertürme gebaut. Man klettert über brüchige Vorsprünge, weicht Säureströmen aus und schiebt gelegentlich Blöcke über Druckplatten.

Die Umgebung erzählt eine kleine Geschichte: verlassene Zellen, ein gefluteter Folterkeller, eine Kapelle voller Fledermäuse. Nichts grandios, aber stimmig.

Die Alternativpfade sind gut versteckt. Manche erfordern eine Doppelsprung-Fähigkeit, die man erst in Level drei findet. Wer zurückkehrt, bekommt Seelenreste, die als Währung für Upgrades dienen.

Technische Schattenseiten

Auf der Switch ruckelt das Spiel in der Säurehöhle, sobald drei Gegner und zwei Säurefontänen gleichzeitig aktiv sind. Der Frame-Drop ist messbar und nervt.

Im Koop-Modus, den Blood Dungeon lokal unterstützt, geraten die Animationen der Gegner bei Flächenangriffen aus dem Takt. Der zweite Spieler sieht einen Schlag, der erst eine halbe Sekunde später Schaden anrichtet.

  • Kein Online-Koop, nur lokal am selben Gerät
  • Bildrate fällt im Einzelspieler selten unter 30, im Koop dafür öfter
  • Die Pixel-Optik ist hübsch, aber die Farbpalette wechselt zu oft zwischen Grün und Braun

Fazit

Blood Dungeon spielt sich wie ein gut gemeintes Homebrew-Projekt aus den Neunzigern, das versehentlich auf modernen Konsolen gelandet ist. Der Kampf macht Spaß, wenn man sich auf die Blut-Rage einlässt.

Die Technik und der unvermittelte Schwierigkeitssprung in Level fünf bremsen den Flow. Trotzdem ist die Motivation hoch, den nächsten Boss zu legen, nur um zu sehen, was hinter der nächsten Tür wartet.

Ein fairer Preis von 14,99 Euro passt zum Umfang von etwa acht Stunden. Für Retro-Fans mit Geduld ist Blood Dungeon ein netter Zeitvertreib, alle anderen warten auf ein Patch.

6.5
/10
OKAY

+ PRO

  • +Blut-Rage-Mechanik belohnt aggressives Spielen mit Heilung und Schadensbonus
  • +Parry-Fenster sind eng, aber fair, und öffnen starke Konter
  • +Handgestaltete Level mit alternativen Pfaden belohnen Erkundung mit Upgrades
  • +Bosskämpfe variieren ihre Muster deutlich, besonders 'König der Ratten'
  • +Ladezeiten bleiben auch auf der Switch kurz, Tode führen ohne Wartezeit zum Retry

- CONTRA

  • -KI-Gegner bleiben in der Säurehöhle regelmäßig an Bodenplatten hängen
  • -Schwierigkeitssprung zwischen Level 4 und 5 wirkt wie ein Designbruch
  • -Im Koop-Modus desynchronisieren Animationen bei Flächenangriffen der Gegner
  • -Soundtrack wiederholt seine zwei Motive nach der dritten Stunde deutlich hörbar

FAZIT

Ein chaotischer, aber herzlicher Gruß ans 16-Bit-Zeitalter, der mit seiner Blutrausch-Mechanik überzeugt, aber an Technik und fehlender Feinarbeit knabbert.

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