Bubsy 4D: Ein digitaler Albtraum in Orange
Das Comeback des berüchtigten Luchses scheitert an technischer Inkompetenz und einem Spieldesign, das direkt aus der Hölle der 90er Jahre stammt.
Ein spielgewordener Unfall
Bubsy 4D versucht den Sprung in moderne Polygongrafik, scheitert jedoch bereits an den einfachsten Grundlagen der Programmierung. Während modernere Platformer durch flüssige Animationen glänzen, wirkt die Bewegung des Luchses hier wie ein stotternder Diashow-Vortrag.
Der Ladebildschirm zeigt ein Standbild von Bubsy, das bei jedem Start des Spiels die gleiche, nervige Sounddatei abspielt. Wer den Ton nicht manuell am PC oder Fernseher stummschaltet, erlebt einen akustischen Dauerbeschuss.
Mechaniken aus der Hölle
Das Leveldesign besteht aus schwebenden Plattformen über einem unendlichen, schwarzen Nichts. Diese Entscheidung der Entwickler dient wohl dazu, die fehlende Texturierung der Spielwelt zu kaschieren.
- Sprungweiten sind nicht konsistent und hängen von der Framerate ab.
- Feinde bewegen sich in starren, vorhersehbaren Mustern auf einer einzigen Achse.
- Die Hitboxen der Gegner sind doppelt so groß wie die sichtbaren Modelle.
Wer versucht, die Gegner zu besiegen, stellt fest, dass der Sprung auf den Kopf oft keinen Schaden verursacht. Stattdessen zieht das Programm dem Spieler Energie ab, als hätte er eine Kollision mit einem Stachelobjekt erlitten.
Technische Armut
Auf der PlayStation 5 und Xbox Series X läuft das Spiel mit derselben mangelhaften Performance wie auf einem alten Laptop. Die Auflösung skaliert nicht korrekt auf 4K, was zu massiven Treppeneffekten an allen Polygonkanten führt.
Es gibt keine Optionen, um Schatten, Lichteffekte oder die Sichtweite anzupassen. Die Spielwelt poppt in einem Radius von fünf Metern vor dem Spieler auf, was die Orientierung in den ohnehin monotonen Abschnitten erschwert.
Ein Fazit ohne Gnade
Das Spiel ignoriert jeden Standard, den das Genre in den letzten zwei Jahrzehnten etabliert hat. Es ist ein Produkt, das ohne erkennbare Qualitätskontrolle auf den Markt geworfen wurde.
Die einzige Interaktion mit Bubsy 4D, die Freude bereitet, ist das Schließen des Programms über den Task-Manager. Wer dieses Spiel kauft, unterstützt eine Praxis, die das Vertrauen in die gesamte Spieleindustrie untergräbt.
+ PRO
- +Der Soundtrack greift das originale Thema von 1993 in einer charmanten 8-Bit-Remix-Version auf
- +Die Menüführung erlaubt eine sofortige Deinstallation ohne Umwege über Drittanbieter-Launcher
- +Die animierten Zwischensequenzen im Comic-Stil bieten unfreiwillige Komik durch ihre extrem minimalistische Darstellung
- +Bubsys Fallanimation bei einem Sturz in den Abgrund dauert genau drei Sekunden und lässt Zeit zum Durchatmen
- +Das Spiel speichert den Fortschritt nach jedem Level automatisch auf der lokalen Festplatte ab
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage ignoriert bei 40 Prozent der Sprungpassagen den Kontakt zwischen Spielfigur und Plattform
- -Die Kamera rastet bei schnellen Drehungen in der Geometrie der Wände ein und bleibt dort permanent hängen
- -Das Spiel stürzt beim Aufsammeln von mehr als zehn Wollknäueln gleichzeitig durch einen Buffer-Overflow ab
- -Die Steuerung besitzt eine Eingabeverzögerung von fast 300 Millisekunden, was präzise Sprünge zur Glückssache macht
FAZIT
Bubsy 4D ist ein technisches Wrack, das selbst den treuesten Fans der Reihe nur Kopfschmerzen bereitet.
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