Cardburners, Wenn Karten brennen, brennt auch der Spielspaß
Ein kurzes, ehrliches Review zum Indie-Brettspiel Cardburners, das auf dem PC mehr Frust als Taktik bietet.
Einleitung
Cardburners wirbt mit einer originellen Idee: Karten können verbrannt werden, um mächtige Effekte zu entfesseln. In der Praxis zwingt das System den Spieler, eigene Strategien zu opfern, weil die KI immer die gleiche Antwort parat hat.
Das Spiel bietet 20 Karten pro Fraktion, aber nach drei Partien kennt man alle Spielzüge. Ein Solo-Erlebnis, das mehr nach Prototyp als nach fertigem Produkt schmeckt.
Gameplay
Die Kernmechanik dreht sich um das Verbrennen von Handkarten, um Ressourcen oder Spezialangriffe zu erhalten. Leider erklärt das Tutorial nicht, welche Karten sich lohnen, und welche das Spiel beenden, bevor man überhaupt loslegt.
- Jede Fraktion hat 3 Heldenkarten, aber nur 2 sind spielbar, die dritte ist unausbalanciert.
- Gegnerische KI ignoriert oft die Verbrennungsmechanik und setzt auf stumpfe Direktschäden.
Die Partien dauern zwischen 8 und 30 Minuten, enden aber häufig mit einem frustrierenden „Game Over“, weil man versehentlich die falsche Karte geopfert hat. Ein „Rückgängig“-Button existiert nicht.
Präsentation
Die handgezeichneten Karten sind der Lichtblick: dunkle Fantasy-Ästhetik mit liebevollen Details. Leider wiederholen sich die Animationen nach wenigen Minuten, und die Trommel-Soundtrack wird schnell eintönig.
Das Interface wirkt wie aus einem Flash-Spiel der 2000er: kleine Buttons, unübersichtliche Schrift und keine Möglichkeit, die Auflösung anzupassen. Die Menüführung ist unintuitiv, man sucht den „Beenden“-Knopf oft länger als die Karten.
Technik
Cardburners stürzt auf meinem Testsystem (i7, 16 GB RAM, GTX 1060) alle 10 bis 15 Minuten ab. Der automatische Speicherstand rettet zwar den letzten Zug, aber die Ladezeiten von 45 Sekunden nach jedem Crash nerven gewaltig.
Der versprochene Mehrspieler-Modus fehlt komplett. Die Steam-Seite listet „Multiplayer“ als Feature, aber im Spiel findet sich nur eine ausgegraute Schaltfläche. Ein Patch ist seit drei Monaten überfällig.
Fazit
Cardburners ist ein Paradebeispiel für Early-Access-Titel, die nie fertig werden. Die Grundidee steckt voller Potenzial, scheitert aber an mangelnder Umsetzung.
Wer ein taktisches Kartenspiel sucht, sollte zu Slay the Spire oder Monster Train greifen. Cardburners bleibt leider in der Beta stecken.
+ PRO
- +Handgezeichnete Kartenkunst mit düsterem Fantasy-Stil
- +Tutorial erklärt Basisregeln in unter 5 Minuten
- +Keine Mikrotransaktionen oder Pay-to-Win-Mechaniken
- +Soundtrack mit monotoner Trommelbegleitung erzeugt Druck
- +Spiel speichert den letzten Zug nach einem Absturz automatisch
- CONTRA
- -KI-Gegner wiederholt stets die gleichen drei Strategien nach 10 Minuten Spielzeit
- -Kartenverbrennungs-Mechanik bestraft kreative Deck-Building-Versuche ohne Vorwarnung
- -Kein Mehrspieler-Modus trotz Ankündigung auf der Steam-Seite
- -Abstürze beim Wechsel zwischen Menü und Spiel treten alle 15 Minuten auf
FAZIT
Cardburners ist ein ambitioniertes, aber unfertiges Konzept, das durch Bugs und uninspirierte KI versandet.
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