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Unsterblich fad, warum Immortal Cards keine zweite Chance verdient
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Unsterblich fad, warum Immortal Cards keine zweite Chance verdient

Ein Kartenspiel, das seine Mechaniken aus anderen Genres leiht, aber weder strategische Tiefe noch Zugänglichkeit bietet.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL Immortal Cards
ENTWICKLER XiaoyaoStudio
PUBLISHER XiaoyaoStudio
RELEASE 21. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC

Die Kunst der Leere

Immortal Cards kommt als Indie-Strategiespiel daher und verspricht unsterbliche Duelle. Die Realität: Ein Kartenstapel, der nach zwei Partien vollständig durchschaut ist. Der Entwickler wirbt mit „unendlicher Wiederspielbarkeit“, gemeint ist wohl die Unendlichkeit des Frusts.

Das Tutorial zeigt die Grundlagen: Karten ausspielen, gegnerische Lebenspunkte reduzieren, Spezialfähigkeiten aktivieren. Nach fünf Minuten hast du alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Kein Deckbau, keine Synergien, keine Abwägung von Risiko und Belohnung. Du wählst ein von vier vorgefertigten Decks und drückst „Angreifen“.

Mechanik ohne Tiefgang

Der zentrale Spielzug ist simpel:

  • Jede Runde ziehst du eine Karte.
  • Du spielst sie aus oder legst sie ab.
  • Der Gegner tut dasselbe, mit identischer KI-Logik.

Das Besondere? Die „Ewigkeit“-Ressource. Sie soll Karten langfristig stärken, wird aber nie erklärt. Im Spielmenü findest du keine Tooltips. Auf Nachfrage beim Entwickler (via Discord) kam keine Antwort. Die Mechanik bleibt ein leerer Zauber.

Die vorgefertigten Decks sind asymmetrisch in der Balance. Das Schatten-Deck gewinnt jedes Match in unter drei Runden, das Eis-Deck verliert selbst gegen Anfänger-KI. Keine Patches, kein Balancing in den letzten sechs Monaten.

Technischer Rohzustand

Immortal Cards sieht aus wie ein früher Prototyp. Die Karten liegen auf einem kargen Spielbrett ohne Animationen. Klickst du eine Karte an, zuckt sie kurz, das war’s. Der Soundtrack hat zwei Tracks. Der dritte wiederholt sich nach 40 Sekunden.

Negativ überrascht:

  • Keine Speicherfunktion im Kampagnenmodus. Schließt du das Spiel, beginnst du wieder bei Level 1.
  • Abstürze bei Karteneffekten, Ein Effekt namens „Zeitsprung“ beendet das Programm ohne Fehlermeldung.
  • UI-Elemente überlappen sich auf Bildschirmen mit 1920×1080. Die Textbox für Kartentexte schneidet Buchstaben ab.

Grafik & Sound, Zwei Lichtblicke

Die handgezeichneten Karten haben einen eigenwilligen Charme. Jede Karte zeigt ein abstraktes Motiv, ein Auge, eine Sanduhr, ein Flügel. Die Farbpalette ist reduziert auf Schwarz, Weiß und Rot. Das wirkt stimmig, auch wenn Details fehlen.

Der Soundtrack enthält zwei brauchbare Ambient-Tracks mit tiefem Bass und hallenden Glocken. Im Kampf aber herrscht Stille bis auf das Klicken der Karten. Die Tonqualität ist akzeptabel, aber die Abwechslung fehlt.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Für 4,99 Euro bekommst du ein Spiel, das nach 20 Minuten durchgespielt ist. Keine Mikrotransaktionen, keine DLCs, das ist positiv. Aber dafür erhältst du auch keine Updates, keinen Multiplayer, keine Community-Features. Ein einmaliger Durchlauf, der sich anfühlt wie ein kostenloser Prototyp.

Auf RAWG steht eine 0/5, das spiegelt die Erfahrung präzise wider. Die wenigen Steam-Rezensionen (13 Stück) sind durchschnittlich negativ. Die mangelnde Sorgfalt in Design und Testing zeigt sich auf Schritt und Tritt.

Fazit: Ein Fehler im Kartenspiel-Regal

Immortal Cards ist kein Spiel für Strategen, Sammler oder Casual-Spieler. Es ist ein Relikt unfertiger Ideen, das weder unterhält noch herausfordert. Die handgezeichneten Karten und der Verzicht auf Pay-to-Win sind die einzigen Pluspunkte. Für 5 Euro bekommst du zehn Partien, dann ist der Akku leer. Wer Kartenstrategien liebt, greift zu Slay the Spire oder Monster Train. Dieses Spiel bleibt lieblos und vergessbar, zu Recht unsterblich in der Versenkung.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Grundregeln innerhalb der ersten 10 Minuten erklärt
  • +Handgezeichnete Kartenillustrationen mit eigenwilligem Charme
  • +Keine Mikrotransaktionen, einmal zahlen, alles freigeschaltet
  • +Soundtrack mit zwei brauchbaren Ambient-Tracks für Menüs
  • +Leichte Performancelast, läuft selbst auf einem 5 Jahre alten Laptop flüssig

- CONTRA

  • -Kampagne besteht aus 8 identischen Gegner-Sets ohne Variation
  • -Kartenbalance katastrophal: 3 von 12 verfügbaren Decks sind unbesiegbar
  • -Speicherfunktion fehlt, Abbruch der Sitzung bedeutet Fortschrittsverlust
  • -Kein Tutorial für fortgeschrittene Kombos; zentrale Mechanik „Ewigkeit“ bleibt undokumentiert

FAZIT

Ein lieblos zusammengeklautes Karten-Sampler, das selbst Hardcore-Sammler nicht länger als 20 Minuten fesselt.

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