ClosR: Eine Simulation ohne Fokus
ClosR versucht sich als distanzbasierte Alltagssimulation, scheitert jedoch an einer repetitiven Spielschleife und fehlender spielerischer Tiefe.
Der erste Eindruck
ClosR präsentiert sich auf den ersten Blick als minimalistische Simulation, die den Fokus auf räumliche Beziehungen legt. Das Spiel startet ohne Menü, ohne Erklärung und ohne erkennbares Ziel.
Die Steuerung beschränkt sich auf das Verschieben von Polygonen innerhalb eines grauen Raums. Wer hier spielerische Tiefe erwartet, sucht vergeblich nach einem roten Faden.
Mechanik und Alltag
Die Kernmechanik besteht darin, geometrische Formen auf einen exakten Abstand zueinander zu bringen. Sobald der Zielwert erreicht ist, ertönt ein kurzer Piepton und das nächste Objekt erscheint.
Dieses Konzept erinnert an frühe Flash-Spiele aus der Ära vor 2010. Der Frustfaktor steigt jedoch schnell an, da die Hitboxen der Objekte ungenau programmiert wurden.
Technische Mängel
Die Grafik von ClosR wirkt wie ein unfertiges Asset-Paket aus einer Engine-Demo. Texturen fehlen komplett, und die Beleuchtung besteht lediglich aus einem statischen Lichtpunkt.
Größere Probleme bereitet das fehlende Speichersystem. Da jeder Fortschritt beim Beenden des Spiels gelöscht wird, fehlt jeder Anreiz für eine längere Sitzung.
Zusammenfassung der Erfahrung
Der Titel wirkt eher wie eine Fingerübung eines Entwicklers als wie ein fertiges Produkt. Wer nach einer entspannenden Erfahrung sucht, findet bei anderen Vertretern des Genres deutlich mehr Substanz.
Die fehlende Interaktion mit der Umgebung macht das Spiel zur bloßen Geduldsprobe. Ein tatsächlicher Mehrwert für den Spieler entsteht in den 300 Sekunden Spielzeit zu keinem Zeitpunkt.
+ PRO
- +Die minimalistische Benutzeroberfläche verzichtet auf störende HUD-Elemente
- +Das Prinzip der Distanzmessung zwischen Objekten erzeugt eine meditative Grundstimmung
- +Gelegentliche Sound-Effekte bei Interaktionen wirken akustisch präzise
- +Spieldateien belegen weniger als 200 Megabyte Speicherplatz auf der Festplatte
- +Die Maussteuerung reagiert direkt und ohne spürbare Eingabelatenz
- CONTRA
- -Die fehlende Anleitung lässt Spieler bei der Zielsetzung komplett im Dunkeln
- -Fehlende Kollisionsabfragen führen dazu, dass Objekte im Boden verschwinden
- -Der Content erschöpft sich nach fünf Minuten durch identische, immer wiederkehrende Aufgaben
- -Das Fehlen eines Speichersystems zwingt bei jedem Neustart zum kompletten Von-vorne-Anfangen
FAZIT
Ein technisch instabiles Experiment, das seine theoretische Prämisse mangels Spielinhalt niemals in ein echtes Erlebnis umwandelt.
VERWANDTE ARTIKEL
Blind Savior: Ein handwerkliches Desaster im Blindflug
Die Simulation Blind Savior versucht, das Leben eines blinden Helden zu simulieren, scheitert jedoch an der technischen Umsetzung und dem frustrierenden Spieldesign.
Chief of the Valley: Ein Tal voller Ideen, aber ohne Umsetzung
Eine lieblose Strategie-Simulation, die nach 30 Minuten alles gezeigt hat und von Bugs nur so wimmelt.
Transhumance: Ein öder Weg über die Weide
Ein minimalistisches Abenteuerspiel, das den Fokus radikal auf die langsame Wanderung einer Schafherde durch eine karge Welt legt.
Eiskalter Stillstand, Warum Make it! Shaved Ice den Löffel abgibt
Eine minimalistische Simulation, die bei der Zubereitung von Wassereis mehr Frust als Erfrischung liefert.