Ein rechtliches Fiasko auf digitalen Akten
Titanium Court with a Side of Soundtrack versucht sich als Gerichtssimulation, scheitert jedoch kläglich an der Umsetzung grundlegender Spielmechaniken.
Der erste Eindruck
Titanium Court with a Side of Soundtrack präsentiert sich als minimalistische Simulation, in der Spieler die Rolle eines Richters übernehmen. Was als spannende Herausforderung beginnt, entpuppt sich nach wenigen Minuten als eine Aneinanderreihung statischer Menüs ohne spielerische Tiefe.
Die grafische Präsentation beschränkt sich auf graue Textfelder und einfache Porträts. Es gibt keine Animationen, die auf die Stimmung im Gerichtssaal hindeuten.
Spielablauf und Mechanik
Der Kern des Spiels basiert auf dem Anklicken von Beweiselementen, um Widersprüche in Zeugenaussagen zu finden. Da die Zeugen jedoch nur aus einem begrenzten Pool an Phrasen wählen, ist die Lösung der Fälle rein mechanisch und erfordert kein logisches Denken.
- Die Interaktion beschränkt sich auf einfache Mausklicks.
- Ein Fortschrittssystem fehlt komplett.
- Die Entscheidungen haben keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
Die Herausforderung besteht nicht darin, das Recht zu sprechen, sondern die fehlerhafte Steuerung zu bändigen. Häufig reagiert die Schaltfläche für das “Schuldig”-Urteil erst nach dem dritten Klick.
Technische Mängel
Ein Spiel, das keine Speicherfunktion während der Prozesse bietet, bestraft den Nutzer für seine eigenen Fehler. Da Titanium Court with a Side of Soundtrack auf meinem Testrechner regelmäßig beim Öffnen der Beweisakte den Geist aufgibt, ist ein Abschluss der Kampagne kaum möglich.
Die Entwickler scheinen mehr Wert auf den Soundtrack gelegt zu haben als auf den Programmcode. Die Ladezeiten zwischen den Verhandlungstagen wirken wie eine bewusste Verzögerungstaktik.
Fazit der Redaktion
Die Musik bleibt der einzige Lichtblick in diesem lieblosen Produkt. Ohne eine Überarbeitung des Skripts und die Stabilisierung der Engine bleibt das Spiel eine reine Enttäuschung.
In der aktuellen Fassung ist das Programm lediglich eine Ansammlung von digitalen Fehlern. Viele Indie-Titel bieten für diesen Preis deutlich mehr Interaktionsmöglichkeiten.
+ PRO
- +Die musikalische Untermalung bietet überraschend jazzige Klaviermelodien
- +Das User-Interface nutzt ein klares, minimalistisches Design für die Aktenverwaltung
- +Kurze Spielrunden erlauben ein schnelles Ausprobieren der verschiedenen Prozessakten
- +Die Textboxen lassen sich in ihrer Geschwindigkeit individuell anpassen
- +Jeder Fall endet mit einer statistischen Auswertung der getroffenen Entscheidungen
- CONTRA
- -Die KI-Zeugen wiederholen in jedem Prozess exakt die gleichen drei Antwortsätze
- -Fehlende Speicherpunkte während einer laufenden Verhandlung führen bei Abstürzen zum Totalverlust
- -Die Kollisionsabfrage bei der Auswahl von Beweisstücken ist extrem ungenau
- -Das Spiel stürzt beim Laden des fünften Kapitels auf Windows-Systemen konsequent ab
FAZIT
Wer eine ernsthafte juristische Simulation sucht, wird von der technischen Unfertigkeit und der inhaltlichen Leere dieses Titels enttäuscht.
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