Cthulhu: The Cosmic Abyss – Der Abgrund, der besser geschlossen geblieben wäre
Ein ambitionierter Lovecraft-Trip, der leider gnadenlos an seiner eigenen technischen Unzulänglichkeit und einem völlig frustrierenden Spieldesign scheitert.
Ein Hauch von Wahnsinn, aber nicht im guten Sinne
Cthulhu: The Cosmic Abyss verspricht uns eine tiefgründige Reise in die Welt von H.P. Lovecraft. Was wir bekommen, ist ein Adventure, das sich in seinen eigenen mechanischen Fesseln verheddert.
Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass der Titel eher eine Qual als eine Offenbarung ist. Der Einstieg in die verfallende Hafenstadt ist stimmig inszeniert, doch die Ernüchterung folgt prompt.
Das spielerische Fundament bröckelt
Die Rätsel in Cthulhu: The Cosmic Abyss fühlen sich oft willkürlich an. Anstatt den Spieler durch clevere Hinweise zu leiten, muss man stumpf jeden Gegenstand mit jedem Objekt kombinieren.
Das führt zu einer Frustration, die selbst den größten Fan von Lovecraft-Horror schnell in den Wahnsinn treibt. Es fehlt schlichtweg an einer intuitiven Benutzerführung.
Technische Abgründe
Die technische Seite ist, gelinde gesagt, katastrophal. Wer sich an moderne Standards gewöhnt hat, wird hier mit einer unsauberen Programmierung konfrontiert.
- Abstürze sind keine Seltenheit, sondern gehören zur Spielerfahrung.
- Die Ladezeiten wirken wie eine Strafe für den Spieler.
- Das Fehlen einer vernünftigen Speicherfunktion ist in der heutigen Zeit ein absolutes No-Go.
Das Fazit eines ernüchterten Fans
Trotz des atmosphärischen Grafikstils und der soliden Sound-Untermalung bleibt das Spiel hinter seinen Möglichkeiten zurück. Es ist ein trauriges Beispiel dafür, wie eine gute Vorlage durch schlechtes Handwerk ruiniert wird.
Wer seine Zeit und Nerven schont, sollte diesen Abgrund weiträumig umgehen. Es gibt im Genre der Horror-Adventures einfach zu viele deutlich bessere Alternativen, die den Mythos respektvoller behandeln.
+ PRO
- +Düstere, handgezeichnete Art-Style-Assets fangen das Lovecraft-Flair visuell gut ein
- +Das Inventar-System nutzt ein interessantes Gewichtslimit-Management für Rätsel
- +Die Sound-Kulisse mit ihren unheimlichen Tieffrequenz-Tönen erzeugt echten Grusel
- +Story-Fragmente durch versteckte Tagebücher bieten tiefen Einblick in den Mythos
- +Die Steuerung der Lichtquelle bei Erkundungen sorgt für gelungene Spannungsmomente
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage bei Sprungpassagen führt regelmäßig zum sofortigen Tod durch Wände
- -Fehlende Speicherpunkte erzwingen bei Abstürzen das komplette Neustarten von Kapiteln
- -Rätsel-Logik basiert oft auf trial-and-error statt auf nachvollziehbaren Hinweisen
- -Menü-Navigation mit der Maus ist aufgrund einer extrem verzögerten Cursor-Reaktion eine Qual
FAZIT
Ein spielerisches Desaster, das trotz einer atmosphärischen Aufmachung an grundlegenden Designfehlern und massiven technischen Mängeln zugrunde geht.
VERWANDTE ARTIKEL
Verstecken spielen mit dem Schicksal: Warum Peekaboo mehr als nur ein Kinderspiel ist
In Peekaboo verschwimmen die Grenzen zwischen kindlicher Unschuld und psychologischem Horror. Ein atmosphärisches Adventure, das uns zwingt, uns unseren Ängsten zu stellen – ob wir wollen oder nicht.
Reanimal: Wenn Kindheitsängste in den Abgrund starren
Die Schöpfer von Little Nightmares kehren mit Reanimal zurück und liefern einen verstörenden Albtraum ab, der spielerisch zwar vertraut bleibt, aber atmosphärisch neue Maßstäbe setzt.
Lay of the Land: Ein ambitioniertes Abenteuer im technischen Niemandsland
Ein experimenteller Genre-Mix, der zwischen großen Ideen und massiven technischen Stolpersteinen den Anschluss verliert.
Überlebe den Wahnsinn: Dein Einsteiger-Guide für Cthulhu: The Cosmic Abyss
Tauche ein in den kosmischen Horror und lerne, wie du in Cthulhu: The Cosmic Abyss nicht sofort den Verstand verlierst.