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Ein Spiel, das auf Bewährung spielt, EA SPORTS College Football 27 im Test
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Ein Spiel, das auf Bewährung spielt, EA SPORTS College Football 27 im Test

EAs Rückkehr zum College-Football entpuppt sich als unfertiges Produkt mit lieblosen Mechaniken und einem mageren Umfang, nur für hartgesottene Fans.

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Dennis Adam
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SPIEL EA SPORTS College Football 27
ENTWICKLER Electronic Arts Tiburon
PUBLISHER Electronic Arts
RELEASE 9. Juli 2026
PLATTFORMEN: PC | PlayStation 5 | Xbox Series S/X

Der große Kick-off? Fehlanzeige.

EA SPORTS College Football 27 startet mit einem 20-GB-Patch und einem Gefühl der Enttäuschung. Wer auf den Hype um die Rückkehr der NCAA-Serie hereingefallen ist, hat mit der Realität zu kämpfen: Das Spiel fühlt sich an wie ein Madden-24-Resskin mit College-Logos, nicht wie eine eigenständige Simulation. Die Menüs sind überladen mit Ultimate-Team-Werbung, schon im Hauptmenü lockt ein „Sonderangebot“ für 9,99 Euro.

Die Basis-Mechanik auf dem Feld ist solide, Pässe lassen sich zielen, Läufe bremsen rechtzeitig. Doch wer präzise Spielzüge erwartet, wird von der KI der Verteidigung ausgebremst. Offene Receiver auf langen Routen werden ignoriert, die CPU wechselt wahllos zwischen Manndeckung und Zone. In fünf Testspielen fing der gegnerische Cornerback dreimal einen Pass, obwohl sein Rücken zum Werfer zeigte.

Technik zwischen Ladebildschirm und Absturz

Auf der PlayStation 5 dauert das Laden eines einfachen Menüwechsels bis zu 45 Sekunden. Ein Wechsel vom Karrieremodus in die Spielereinstellungen fühlt sich an wie ein Kaffeepausen-Feature. Hinzu kommen regelmäßige Online-Server-Ausfälle am Abend, die ein laufendes Dynasty-Spiel abrupt beenden. Im Test fror das Spiel zweimal komplett ein, ein Neustart der Konsole war nötig.

Die Grafik ist uneinheitlich: Die Stadion-Atmosphäre mit Fan-Chants und Maskottchen wirkt stimmig, die Spielermodelle jedoch kantig. Gesichtsanimationen erinnern an PS3-Ära, Bärte und Tattoos verschwimmen zu Matschtexturen. Der Field-View aus der TV-Perspektive ist brauchbar, aber die Kamerawinkel bei Sideline-Ansichten brechen oft ab.

Monetarisierung auf College-Niveau

Der Ultimate-Team-Modus ist das Herzstück des Spiels, und sein schlimmster Feind. Kartenpakete kosten zwischen 4,99 und 49,99 Euro, die Drop-Rates für seltene Spieler sind dermaßen niedrig, dass ein konkurrenzfähiges Team ohne Geld praktisch unmöglich ist. Im Test öffnete ich zehn Gratis-Packs: neun Bronze-Karten, eine Silber-Karte. Kein einziger Starter.

Der Karrieremodus („Dynasty“) bietet immerhin solide Grundlagen: Draft-Vorbereitung mit Trainingscamps, Recruiting von High-School-Talenten und Preseason-Spiele. Doch nach drei Saisons wiederholen sich die Ereignisse, die Präsentation wirkt lieblos. Ein echtes College-Feeling, etwa Campus-Rituale oder Rivalitätsspiele mit eigenen Zwischensequenzen, fehlt komplett.

Fazit für Hardcore-Fans

EA SPORTS College Football 27 ist ein Spiel für Menschen, die jede Minute College-Football aufsaugen, egal wie schlampig sie serviert wird. Die Stadion-Atmosphäre und das Kommentatoren-Duo Mike und Chris überzeugen, das Tutorial erklärt die verschachtelten Regeln der NCAA verständlich. Doch die technischen Patzer, die aggressive Monetarisierung und die unfertige KI machen den Titel zur Geduldsprobe. Wer das Original NCAA Football 14 kennt, wird bitter weinen. Für Neulinge: Finger weg, bis ein Patch die Server stabilisiert und die Ladezeiten halbiert.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Soundkulisse der heimischen Stadien fängt College-Flutlicht-Atmosphäre ein
  • +Karrieremodus mit Draft-Vorbereitung und Trainingslagern bietet Abwechslung
  • +Kommentatoren-Duo Mike und Chris liefert authentische Spielzusammenfassungen
  • +Playbook-Editor erlaubt eigenständige Anpassung der Spielzüge
  • +Tutorial-Modus erklärt komplexe Regeln des College-Football

- CONTRA

  • -Online-Server fallen regelmäßig für 10-15 Minuten aus, besonders abends
  • -KI der gegnerischen Verteidigung ignoriert offene Receiver auf langen Routen
  • -Ultimate-Team-Modus zwingt zu Mikrotransaktionen für konkurrenzfähige Karten
  • -Ladezeiten zwischen Menüs dauern bis zu 45 Sekunden, selbst auf PS5 SSD

FAZIT

Ein technisch unfertiges Spiel mit einigen guten Ideen, das jedoch durch aggressive Monetarisierung und Bugs den Spielspaß massiv einschränkt.

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