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Flock Around – Wenn Schafe den Verstand verlieren
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Flock Around – Wenn Schafe den Verstand verlieren

Ein experimenteller Indie-Titel, der das Hüten von Schafen in eine frustrierende Geduldsprobe verwandelt.

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Tommes Parzl
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SPIEL Flock Around
ENTWICKLER Flock Around
PUBLISHER Outersloth
RELEASE 24. April 2026
PLATTFORMEN: PC

Das Konzept hinter dem Chaos

Flock Around versucht, das Genre der Tier-Simulation durch eine chaotische Note zu erweitern. Spieler übernehmen die Rolle eines Schäfers, dessen einzige Aufgabe das Sammeln verstreuter Schafe auf einer prozedural generierten Weide ist.

Der visuelle Stil erinnert an frühe Browser-Spiele der 2000er Jahre. Diese bewusste Entscheidung für Einfachheit schont die Hardware, rettet das Erlebnis jedoch nicht vor der technischen Instabilität.

Mechaniken im Realitätscheck

Die Interaktion mit der Herde basiert auf einem simplen Befehlssystem. Ein Klick simuliert das Pfeifen des Hundes, woraufhin die Schafe in die entgegengesetzte Richtung flüchten.

In der Theorie klingt das simpel und effektiv. In der Praxis kollidieren die Tiere jedoch regelmäßig mit der Spielumgebung. Einmal in einer Wand feststeckend, ist das Schaf für den Rest des Levels verloren.

Die Steuerung als Hindernis

Die größte Schwachstelle bleibt die träge Steuerung der Spielfigur. Bewegungen wirken glatt, als würde der Schäfer über Eis laufen, was präzises Manövrieren unmöglich macht.

Besonders in den späteren Abschnitten, in denen Zeitdruck durch nahendes Gewitter aufgebaut wird, führt dies zu massiver Frustration. Spieler können die Spielfigur kaum punktgenau positionieren, um einen Ausbruch der Herde zu verhindern.

Stimmung und Sound

Die musikalische Untermalung beschränkt sich auf eine einzige, repetitive Akustikgitarren-Melodie. Nach zehn Minuten schaltet man diese freiwillig aus.

Die Soundeffekte der Schafe wirken wie eine einzige, schlecht komprimierte Audiodatei. Sie wiederholt sich bei jedem Treffer, was nach kurzer Zeit in den Ohren schmerzt.

Technische Bilanz

Flock Around wirkt wie ein unfertiges Projekt, das den Sprung in den Early Access zu früh gewagt hat. Bugs, bei denen Schafe einfach in den Boden fallen oder der Hund durch den Erdboden glitscht, treten in fast jeder Sitzung auf.

Für einen Preis von knapp zehn Euro auf Steam bietet das Programm zu wenig Substanz. Wer eine entspannte Simulation sucht, wird hier lediglich von technischer Unzulänglichkeit geplagt.

Die Entwickler haben seit dem Release vor drei Monaten keine Patches veröffentlicht. Das Spiel bleibt in seinem aktuellen, fehlerhaften Zustand auf dem PC liegen.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Die stilisierte Low-Poly-Optik passt gut zum humorvollen Grundgedanken des Spiels
  • +Das akustische Feedback beim Scheren der Schafe wirkt angenehm haptisch
  • +Zufällige Wetterereignisse wie Schneestürme zwingen zu schneller Reaktion
  • +Jedes Schaf besitzt eine individuelle Laufgeschwindigkeit, die das Treiben erschwert
  • +Die Menüführung ist minimalistisch und verzichtet auf unnötige Verschachtelungen

- CONTRA

  • -Die Kollisionsabfrage versagt bei engen Passagen und lässt Tiere in Felsen verschwinden
  • -Die KI der Hunde reagiert mit einer Verzögerung von zwei Sekunden auf Spielerbefehle
  • -Fehlende Speicherfunktion innerhalb der Level zwingt bei Abstürzen zum kompletten Neustart
  • -Die Steuerung via Tastatur fühlt sich schwammig an und vermisst eine präzise Analog-Unterstützung

FAZIT

Ein technisch unsauberer Prototyp, der trotz netter Ansätze unter seinen eigenen Design-Mängeln begraben wird.

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