Gallipoli im Test: Staubiger Grabenkampf mit taktischem Ehrgeiz
Ein taktischer Shooter über die Schlacht von Gallipoli, der mit historischer Wucht und einigen Technik-Aussetzern kämpft.
Erster Eindruck
Gallipoli öffnet mit der Ansprache eines Offiziers, während im Hintergrund Schiffe am Horizont brennen. Die Landungsszene danach ist chaotisch und verdreckt, genau das richtige Maß an Desorientierung.
Die Farbpalette bleibt über alle zehn Missionen in erdigen Tönen, was die Abläufe in den osmanischen Stellungen glaubwürdig macht. Leuchtspurmunition zieht ihre Bahnen durch den Staub.
Das Spiel operiert dabei im Ego-Modus, wechselt aber immer wieder in eine Vogelperspektive für die Befehlsgebung. Die eigene Spielfigur ist namenlos, allein der Soldatentod wird durch einen Kammeradschafts-Mechaniker abgefedert.
Gameplay-Mechanik
Der Ego-Modus wechselt nahtlos in eine Kartenansicht, in der ihr Bewegungsbefehle und Feuerzonen markiert. Das erinnert an eine Mischung aus “Brothers in Arms” und einem minimalen Taktik-Layer.
- Artillerie-Planung funktioniert so: Ihr legt bis zu drei Sperrfeuer-Rechtecke fest, die nach 90 Sekunden einschlagen.
- Diese Verzögerung zwingt euch, vorauszudenken. Die Schützengraben sind jedoch so eng, dass eure eigenen Leute leicht ins Feuer laufen.
Die Briefe gefallener Kameraden sind optional einsammelbar. Jeder Brief gibt einen Moral-Bonus: schnelleres
+ PRO
- +Artillerie-Planung mit präzisem 90-Sekunden-Timing belohnt Vorausdenken
- +Gefallene Kameraden hinterlassen Briefe, die Moral und Sichtweite der Truppe beeinflussen
- +Dynamisches Wetter wie Staub und Regen verändert Sichtweiten und erzwingt neue Angriffsrouten
- +Radiobefehle steuern bis zu vier Squads gleichzeitig, ohne die Action auszubremsen
- +Historische Waffen mit spürbaren Unterschieden bei Rückstoß und Ladezeit
- CONTRA
- -KI-Einheiten reagieren verzögert, wenn Granaten im Schützengraben landen
- -Kamera klemmt an Mauervorsprüngen während Nahkämpfen in Grabensystemen
- -Scharfschützen-Deckung wirkt zu stark, selbst auf kurze Distanz kaum erkennbar
- -Kampagne endet nach rund sechs Stunden ohne Mehrspieler- oder Koop-Option
FAZIT
Gallipoli ist eine fesselnde Mischung aus Taktik und Action, die trotz Kamera- und KI-Macken ihren Preis wert ist.
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