Invincible VS: Ein blutiger Fehlgriff im Comic-Kostüm
Eine enttäuschende Adaption, die trotz der bekannten Lizenz an technischer Unzulänglichkeit und spielerischer Armut scheitert.
Ein trauriger Auftritt für Mark Grayson
Invincible VS versucht, die rohe Gewalt des Comics in ein traditionelles 2D-Kampfsystem zu pressen. Das Ergebnis ist jedoch ein Produkt, das sich anfühlt, als wäre es vor zehn Jahren in einer frühen Alpha-Phase steckengeblieben.
Die Kämpfe wirken hölzern, da die Übergänge zwischen den Animationen keine flüssigen Übergänge bieten. Oft steht der Charakter eine Sekunde lang starr in der Luft, bevor die nächste Schlagfolge ausgelöst wird.
Technische Mängel dominieren das Geschehen
Es ist kaum möglich, ein Match zu beenden, ohne über einen gravierenden Fehler zu stolpern. Besonders ärgerlich ist der Umstand, dass die KI-Gegner bei Wandkontakten häufig in der Textur feststecken.
Die Entwickler scheinen mehr Zeit in die lizenzierten Effekte als in die Spielmechanik investiert zu haben. Während die Gore-Effekte den Geist der Vorlage treffen, fehlt dem Rest des Spiels das fundamentale Verständnis für ein präzises Fighting-Genre.
Warum das Spiel beim Spieler durchfällt
Das Fehlen eines funktionierenden Online-Modus im Jahr 2024 ist bei einem Vollpreistitel nicht zu entschuldigen. Wer Freunde für eine lokale Session einlädt, kämpft primär gegen die eigene Geduld.
Die Auswahl der Kämpfer ist mit sechs Charakteren zudem extrem begrenzt. Selbst die ikonischen Schurken aus der Serie fehlen, was den Wiederspielwert auf ein Minimum reduziert.
Ein Fazit zur Qualität
Dieses Spiel bietet dem Fan nichts außer einer Fassade aus bekannten Gesichtern. Die spielerische Substanz reicht nicht aus, um auch nur eine halbe Stunde bei der Stange zu halten.
Es bleibt eine leere Hülle, die den Namen Invincible lediglich als Marketing-Werkzeug missbraucht. Die Entwickler haben die Vorlage nicht verstanden.
+ PRO
- +Die visuelle Darstellung der Special-Moves orientiert sich exakt an der Vorlage von Ryan Ottley
- +Charaktermodelle wie Omni-Man besitzen ein hohes Maß an Detailtreue bei den Texturen
- +Die musikalische Untermalung nutzt treibende Synthesizer-Klänge, die den hektischen Rhythmus der Serie einfangen
- +Jeder Kämpfer verfügt über zwei einzigartige Finisher-Animationen mit explizitem Gore-Faktor
- +Die Steuerung der Kombos fühlt sich bei erfolgreicher Ausführung direkt und präzise an
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage ignoriert bei Fernkampfangriffen regelmäßig die Hitboxen der Gegner
- -Das Menü-Design stürzt auf der PlayStation 5 bei jedem vierten Start des Trainingsmodus komplett ab
- -Fehlende Online-Server führen bei lokalen Matches zu spürbarem Input-Lag bei beiden Spielern
- -Die KI-Gegner wiederholen in 90 Prozent der Fälle das exakt gleiche Angriffsmuster nach einer Blockade
FAZIT
Wer auf eine hochwertige Umsetzung der Amazon-Serie hofft, wird hier lediglich mit einer unfertigen und technisch frustrierenden Lizenzgurke abgespeist.
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