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Märchen ohne Pfiff – Ein Blick auf Bylina
Reviews

Märchen ohne Pfiff – Ein Blick auf Bylina

Ein Adventure, das auf slawischer Folklore basiert, aber an technischen Mängeln und inhaltlicher Leere scheitert.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL Bylina
ENTWICKLER FarFar Games
PUBLISHER Fulqrum Publishing
RELEASE 20. April 2026
PLATTFORMEN: PC

Der erste Eindruck

Bylina verspricht eine Reise durch die dunklen und magischen Wälder der slawischen Mythologie. Der visuelle Stil sticht sofort hervor, da er sich bewusst von modernen, hyperrealistischen Titeln abhebt und stattdessen auf gezeichnete Illustrationen setzt.

Diese optische Gestaltung ist das größte Kapital des Spiels. Jede Kreatur wirkt wie aus einem alten Märchenbuch entsprungen, was die Atmosphäre in den ersten Spielstunden trägt.

Die spielerische Ernüchterung

Hinter der Fassade bröckelt das Fundament jedoch schnell. Die Steuerung fühlt sich durch die Trägheit der Menüs und der Spielfigur schwerfällig an.

Oftmals verbringt man mehr Zeit damit, die Umgebung nach einem anklickbaren Objekt abzusuchen, als die eigentliche Geschichte voranzutreiben. Wenn ein Quest-Gegenstand nur zwei Pixel groß ist, verwandelt sich das Adventure in eine lästige Suchaufgabe.

Technische Stolpersteine

Die technische Umsetzung von Bylina ist leider mangelhaft. Während die Grafik überzeugt, sorgen Abstürze und eine widerspenstige Wegfindung für unnötigen Frust.

Besonders die KI der Spielfigur sorgt für Lacher und Ärger zugleich. Kleine Hindernisse wie Baumwurzeln oder Steine werden zu unüberwindbaren Mauern, die den Charakter in einer Endlosschleife laufen lassen.

Mangel an Fortschritt

Das Speichersystem ist ein Relikt aus einer Zeit, die man heute eigentlich hinter sich gelassen hat. Wer das Spiel verlässt, ohne einen manuellen Speicherpunkt erreicht zu haben, verliert den gesamten Fortschritt des aktuellen Kapitels.

Das Fehlen einer automatischen Speicherfunktion führt dazu, dass Spieler bei jedem Absturz die gleichen Dialoge erneut führen müssen. Die anfängliche Faszination für die Folklore schlägt spätestens beim dritten Durchlauf der gleichen Szene in Langeweile um.

Fazit zur Spielmechanik

Das Spiel bietet interessante Ansätze bei der Einbindung von Mythen in die Rätselstruktur. Dennoch wiegen die Mängel im Bereich der Benutzerfreundlichkeit zu schwer.

Wer sich für slawische Geschichte interessiert, findet in Bylina ein visuelles Erlebnis, das jedoch spielerisch keine neuen Maßstäbe setzt. Die Kombination aus technischer Instabilität und veralteten Designentscheidungen macht eine Empfehlung schwierig.

4.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Die handgezeichneten Texturen der Fabelwesen fangen den osteuropäischen Stil authentisch ein
  • +Das Dialog-System mit den Waldgeistern bietet verschiedene Lösungswege für Rätsel
  • +Die Vertonung der altertümlichen Sagen sorgt für eine dichte akustische Kulisse
  • +Das Inventar-Design orientiert sich an mittelalterlichen Ledertaschen und wirkt stimmig
  • +Die Lichteffekte bei den nächtlichen Ritualszenen erzeugen eine gelungene Gruselstimmung

- CONTRA

  • -Die Wegfindungs-KI der Spielfigur bleibt an flachen Steinen hängen und beendet Laufwege vorzeitig
  • -Das Rätsel-Design setzt auf frustrierendes „Pixel-Hunting“, bei dem winzige Gegenstände im Gras kaum erkennbar sind
  • -Die Menüführung reagiert auf den Mausklick mit einer Verzögerung von fast einer halben Sekunde
  • -Fehlende Speicherpunkte zwingen Spieler nach jedem Absturz zur Wiederholung von zwanzig Minuten Dialogen

FAZIT

Bylina bietet zwar eine hübsche Fassade aus slawischen Mythen, stolpert jedoch über elementare technische Hürden und ein veraltetes Quest-Design.

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