Legacy of Kain: Ascendance – Ein untoter Albtraum für Fans
Ein ambitioniertes Fan-Projekt, das den Geist der Serie einfangen will, aber an seinen eigenen technischen Grenzen gnadenlos scheitert.
Eine Rückkehr, die schmerzt
Die Erwartungen an Legacy of Kain: Ascendance waren gigantisch, da die Community seit Jahrzehnten auf eine Fortsetzung der ikonischen Saga wartet. Doch was hier auf den PC geladen wurde, ist leider eher ein technisches Mahnmal als ein spielbares Abenteuer.
Atmosphäre hui, Technik pfui
Visuell versucht das Spiel, den klassischen Look der Soul Reaver-Ära einzufangen, verliert sich dabei aber in veralteten Grafik-Assets. Während die düstere Stimmung durch die nebligen Texturen hervorragend transportiert wird, stoßen wir immer wieder auf grobe Designfehler.
- Die Beleuchtungseffekte in den Katakomben wirken stimmungsvoll, solange man nicht gegen eine Wand läuft.
- Sobald die Kamera in engen Räumen in den Ego-Modus springt, verschwinden die Polygon-Modelle komplett aus dem Sichtfeld.
- Das Fehlen von modernen Grafikeinstellungen macht das Spiel auf breiten Widescreen-Monitoren zu einer verzerrten Angelegenheit.
Gameplay zwischen Genialität und Frust
Spielerisch orientiert sich der Titel stark an den Puzzles der Vorlage, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Doch die Freude an den Rätseln wird durch die mangelhafte Steuerung im Keim erstickt.
- Die Sprungmechanik fühlt sich “schwammig” an, was bei den zahlreichen Plattform-Passagen regelmäßig zum digitalen Tod führt.
- Das Kampfsystem setzt auf Timing, aber durch die Eingabeverzögerung wird jede Parade zum Glücksspiel.
- Die Interaktion mit Objekten via Telekinese funktioniert nur bei jedem dritten Versuch zuverlässig, was den Spielfluss massiv stört.
Ein unfertiger Grabstein
Es ist offensichtlich, dass hier viel Herzblut in das Projekt geflossen ist – besonders die Vertonung ist eine echte Hommage an die legendären Vorlagen. Dennoch muss man festhalten, dass der aktuelle Zustand des Spiels kaum als “fertig” bezeichnet werden kann.
- Ohne funktionierende Speicherpunkte ist jedes Level ein reines Glücksspiel gegen die Stabilität der Engine.
- Die fehlende Menüführung macht es unmöglich, Lautstärke oder Tastenbelegung sinnvoll anzupassen.
- Wer auf eine spielbare Fortsetzung gehofft hat, wird von der technischen Instabilität eher abgeschreckt als unterhalten.
Das Fazit für Nosgoth-Fans
Legacy of Kain: Ascendance ist ein Paradebeispiel für ein Projekt, das sein Herz am rechten Fleck hat, aber bei der Umsetzung an der eigenen Ambition scheitert. Wer die Lore von Kain und Raziel liebt, mag einen Blick riskieren, sollte aber keine spielerische Offenbarung erwarten.
Für ein modernes Action-Adventure reicht es bei weitem nicht aus, nur die Stimmung zu treffen, wenn das Grundgerüst bei jedem zweiten Schritt zusammenbricht. Wir hoffen auf Updates, aber im aktuellen Zustand bleibt es leider ein frustrierendes Erlebnis.
+ PRO
- +Düsteres Leveldesign fängt die melancholische Atmosphäre der Welt Nosgoth gekonnt ein
- +Synchronsprecher imitieren die ikonischen Stimmen von Raziel und Kain mit erstaunlicher Präzision
- +Komplexes Rätsel-Layout in den Ruinen erfordert echtes Nachdenken statt blindem Button-Mashing
- +Soundtrack nutzt Original-Sound-Samples und Remixe, die sofort Gänsehaut erzeugen
- +Das Telekinese-System erlaubt das Manipulieren von Objekten in der Umgebung zur Lösung von Umgebungsrätseln
- CONTRA
- -Charaktermodelle wirken aufgrund fehlender Textur-Filter wie aus der Ära der ersten PlayStation
- -Komplettes Fehlen einer Speicherfunktion zwingt Spieler bei jedem Absturz zum Neustart des gesamten Levels
- -Kollisionsabfragen bei Sprungpassagen sind so unpräzise, dass Kanten oft nicht erkannt werden
- -Fehlende Untertitel in den Zwischensequenzen machen die kryptische Handlung für Nicht-Muttersprachler völlig unverständlich
FAZIT
Trotz der Liebe zum Detail ist das Spiel aufgrund der katastrophalen technischen Unfertigkeit leider nur für hartgesottene Nostalgiker mit hoher Frusttoleranz geeignet.
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