Marsupilami 2: Salsa Palombia im Test: Dschungel-Akrobatik mit Biss
Der gelb-schwarz gefleckte Comic-Held kehrt zurück und beweist, dass das Jump-and-Run-Genre auf modernen Konsolen noch lange nicht ausgedient hat.
Rückkehr nach Palombia
Marsupilami 2: Salsa Palombia knüpft direkt an den charmanten Vorgänger an und schickt die drei bekannten Helden Punch, Twister und Hope erneut in den tiefen Dschungel.
Entwickler Microids setzt konsequent auf klassische 2.5D-Jump-and-Run-Kost.
Das Tempo zieht im Vergleich zum ersten Teil spürbar an und erinnert an die goldenen SNES-Tage.
Die Mechanik des Schwanzes
Das Herzstück jeder Marsupilami-Abenteuer bleibt die einzigartige Nutzung des langen Schwanzes.
Mit präzisen Rotationen schleudern wir die Tiere über Abgründe und durchbrechen morsche Holzbarrieren.
- Der Schwanz dient als Sprungfeder für maximale Starthöhe.
- Wände lassen sich für kurze Wandläufe nutzen.
- Gegner werden per Wirbelattacke direkt von der Bildfläche gefegt.
Grafik und Sound
Die visuelle Präsentation orientiert sich eng an den bekannten André-Franquin-Comics.
Leuchtende Farben und detaillierte Pflanzen im Hintergrund sorgen für echte Dschungel-Atmosphäre.
Der Soundtrack setzt voll auf lateinamerikanische Bläser und treibende Perkussion-Rhythmen.
Umfang und Leveldesign
Mit rund sechs bis acht Stunden Spielzeit bewegt sich der Titel im klassischen Rahmen des Genres.
Versteckte Federn und goldene Muscheln motivieren zum mehrmaligen Durchkämmen der Abschnitte.
- Jede Welt führt neue Gameplay-Elemente wie Treibsand oder Lianen ein.
- Die Checkpoints sind fair gesetzt und verhindern Frust.
- Die Bossgegner am Ende der Welten verlangen schnelle Reaktionen.
Fazit aus der Redaktion
Wer mit Jump-and-Run-Klassikern der neunziger Jahre aufgewachsen ist, findet hier eine gelungene Hommage ohne moderne Open-World-Überladung.
Die Steuerung sitzt auf den Punkt und verzeiht kaum Fehler in den späteren Bonus-Welten.
+ PRO
- +Der Schwanz-Katapult-Mechanismus erlaubt butterweiche Sprünge und präzises Momentum
- +Die tropischen Palombia-Hintergründe bieten handgezeichnete Comic-Ästhetik auf Top-Niveau
- +Das Bonus-Level-Design mit den bissigen Piranhas fordert selbst erfahrene Veteranen heraus
- +Der jazzige Salsa-Soundtrack treibt den Spieler unermüdlich durch die Abschnitte
- +Die flüssige Bildrate bricht auch bei hektischen Verfolgungsjagden niemals ein
- CONTRA
- -Die Bosskämpfe recyceln bekannte Angriffsmuster bereits nach kurzer Zeit
- -Die Steuerung verlangt in den späten Welten ein extrem strenges Timing für Sprünge
- -Der Wiederspielwert leidet unter den fast völlig linearen Levelstrukturen
- -Die deutsche Bildschirmtext-Lokalisierung enthält einige unnötige Grammatikfehler
FAZIT
Ein gelungener Retro-Plattformer, der das Erbe des Comic-Klassikers mit präzisem Leveldesign und charmantem Look ehrt.
VERWANDTE ARTIKEL
Der Diener am Grund des Sees – ein Rätsel zum Niederknien
Ein düster-mythologisches Point-and-Click-Abenteuer, das mit atmosphärischer Bildsprache und klugen Rätseln begeistert.
Tukoni: Forest Keepers im Test: Sanfte Waldmagie mit fast perfekter Bewertung
Ein ruhiges Rätselabenteuer, das mit handgezeichneten Bildern und sanfter Erzählweise überzeugt – und die überwältigende Steam-Zustimmung zu Recht trägt.
Geister und Grachten im historischen Ausnahmezustand
Das ambitionierte 1666: Amsterdam verbindet historische Schauplätze mit okkulten Elementen und entführt PC-Spieler in die niederländische Hauptstadt des Goldenen Jahrhunderts.
Lootbound im Test: Taktische Pixel-Schlägerei mit Ecken und Kanten
Das isometrische Rollenspiel kombiniert rundenbasiertes Looten mit cleverer Strategie auf dem PC und Linux-Systemen.