Maseylia: Echoes of the Fall, Ein missglückter Griff nach Retro-Glorie
Ein ambitioniertes Pixel-Adventure, das an übereifrigen Mechaniken, technischen Patzern und einer wirren Erzählung zerbricht.
Erster Eindruck und Atmosphäre
Maseylia: Echoes of the past begrüßt mich mit einem knalligen Pixel-Wald, handgezeichneten Bäumen und einem Helden, der wie eine Mischung aus Link und einem übelgelaunten Gärtner aussieht. Die ersten Schritte fühlen sich vertraut an: Ich soll einen alten Kristall finden, der die Welt rettet. Das Intro dauert dreißig Sekunden, dann werde ich ins kalte Wasser geworfen.
Der Soundtrack ist eine Aneinanderreihung von zwei Gitarrenriffs, die nach dem ersten Dungeon nerven. Die Pixel-Art ist das einzige echte Highlight: Jeder Hintergrund wirkt wie mit Liebe von Hand gezeichnet. Doch die Liebe endet, sobald ich die Steuerung in die Hand nehme.
Gameplay und Steuerung, Ein Tanz auf Scherben
Die Steuerung ist ein gefühlter Rückgriff auf die 80er, aber ohne den Charme. Der Held reagiert erst nach einer Verzögerung von etwa 200 Millisekunden. Präzisionssprünge über Lava-Gruben enden regelmäßig im Tod. Besonders fies: Die Kollisionsbox des Helden passt nicht zu den Sprites. Ich bleibe an unsichtbaren Kanten hängen oder falle durch Plattformen.
- Das Kampfsystem besteht aus einem einzigen Schwertschlag und einem Block, der nur in 50% der Fälle funktioniert.
- Die KI der Gegner ist simpel: Sie laufen auf mich zu, bleiben aber oft in der Landschaft stecken. Einmal blieb ein Skelett in einem Busch hängen und drehte sich endlos im Kreis.
- Die manuellen Speicherpunkte an Lagerfeuern sind eine nette Idee, aber drei von fünf Speichervorgängen führen zum Absturz auf den Desktop.
Erzählung und Dialoge, Babelfisch gefällig?
Die Story will von einem verlorenen Königreich und einer uralten Magie erzählen. Die Dialoge sind jedoch eine Katastrophe: „Du sein der Auserwählte? Du klein, aber Mut groß.“ Solche Sätze ziehen sich durch das ganze Spiel. Ich vermute, dass hier maschinelle Übersetzung ohne Korrektur verwendet wurde. Zwischentexte sind unvollständig oder enden mitten im Satz.
- Die NPCs geben kryptische Hinweise, die oft das Gegenteil von dem sagen, was ich tun muss.
- Eine Quest verlangt, drei Kronjuwelen zu finden. Die Beschreibung lautet: „Geh zu Berg, hol Stein.“ Ich suchte eine Stunde lang einen Berg, bis ich zufällig in einer Höhle landete.
- Der Endboss, ein riesiger Kristallgolem, spricht während des Kampfes wirres Zeug über „die Echo der Vergangenheit“. Keine Ahnung, was er meint.
Technische Mängel, Die wahre Herausforderung
Maseylia leidet unter einer Reihe von Bugs, die das Spiel fast unspielbar machen. Abstürze sind an der Tagesordnung, besonders nach dem Laden eines Speicherstandes. Die Framerate schwankt zwischen 15 und 30 FPS, obwohl die Pixel-Grafik das nicht rechtfertigt.
- Soundeffekte sind oft falsch zugeordnet: Ein Türöffnen klingt wie ein explodierender Fass.
- Menüs lassen sich nicht immer schließen, manchmal bleibt der Inventar-Bildschirm hängen, bis ich das Spiel beende.
- Eine Brücke im dritten Dungeon fehlt komplett (das Sprite ist unsichtbar), ich kann aber trotzdem darüber laufen, der nächste Absturz erfolgt beim Versuch, das Gebiet zu verlassen.
Fazit ohne Floskel
Maseylia: Echoes of the past erreicht sein Ziel, ein Retro-Adventure zu sein, indem es an allen Ecken und Enden scheitert. Wer ein Spiel sucht, das ihn an die Grenzen seiner Frustrationstoleranz bringt, wird hier fündig. Für alle anderen gilt: Finger weg. Die Pixel-Art ist schön, aber das rettet keinen einzigen der unzähligen Bugs und Designfehler. Ein klarer Fall von Ambition ohne Können.
+ PRO
- +Pixel-Art mit handgezeichneten Sprites in 16-Bit-Optik erinnert an SNES-Klassiker
- +Soundtrack aus zwei Gitarren-Melodien bleibt nach dem dritten Hören im Ohr
- +Gegner-Designs variieren zwischen Schleim, Skelett und einer fliegenden Kaffeetasse
- +Manuelle Speicherfunktion an bestimmten Lagerfeuern gibt dem Erkunden Gewicht
- +Ein Rätsel mit umstellbaren Kristallen erfordert echtes Nachdenken
- CONTRA
- -Kollisionsabfrage ignoriert 30% der Rüstungs-Upgrades, Sprung über einen Abgrund endet oft im Tod
- -Dialoge sind auf Google-Übersetzer-Niveau: „Ich sein der Wächter, du stirb jetzt“
- -Speicherpunkte crashen das Spiel bei jedem dritten Laden auf den Desktop
- -Steuerung reagiert mit 200 ms Latenz, was Präzisionssprünge zur Qual macht
FAZIT
Ein unbeholfener Geisterzug, der bei Retro-Träumen entgleist, nur für hartgesottene Sammler von Fehlentscheidungen zu empfehlen.
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