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Mystic Courtesan Stories: Trainee Maria, Ein missglückter Ausflug ins Rotlicht-Milieu
Reviews

Mystic Courtesan Stories: Trainee Maria, Ein missglückter Ausflug ins Rotlicht-Milieu

Visual Novel mit Management-Elementen, die in jeder Hinsicht an der Realität scheitert.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL Mystic Courtesan Stories: Trainee Maria
ENTWICKLER Nine’s Graphics
PUBLISHER Eroge Japan
RELEASE 7. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC

Ein erster Eindruck, oder: Das falsche Menü

Mystic Courtesan Stories: Trainee Maria öffnet sich mit einem Hauptmenü, das aussieht wie eine selbstgebaute HTML-Seite von 2003. Die Buttons flackern, wenn man die Maus zu schnell bewegt. Der „Start“-Button führt nach dem ersten Anklicken in den Abspann, ein Bug, der sich durch Neustart beheben lässt.

Nach dem dritten Neustart beginnt die eigentliche Geschichte: Maria, eine junge Frau, tritt ihre Ausbildung in einem „Etablissement für höhere Künste“ an. Die Prämisse ist simpel, die Ausführung katastrophal.

Gameplay zwischen Teezeremonie und Absturz

Das Spiel ist eine Mischung aus Visual Novel und Management-Simulation. Du steuerst Marias Tagesablauf:

  • Trainings-Minispiele: Teezeremonie (Reaktionsspiel), Massage (Klick-Schieber), Tanz (Rhythmus), Flirt (Multiple Choice Dialoge)
  • Ruf- und Geldanzeige: Diese Werte bestimmen, ob Maria am Ende als Geisha, Haushälterin oder „ausgebrannt“ endet
  • 5 verschiedene Enden, theoretisch. Praktisch erreichst du wegen der Bugs nur drei.

Die Minispiele sind simpel, aber nicht schlecht. Die Teezeremonie erfordert Timing, der Tanz erinnert an frühe Dance-Rhythmus-Spiele. Leider hängt sich das Massage-Spiel zuverlässig bei 80% auf. Der einzige Ausweg: Alt+F4.

Grafik und Sound, Retro-Charme oder Mangel an Liebe?

Die Grafik besteht aus handgezeichneten Hintergründen im Manga-Stil und Standbildern der Charaktere. Positiv: Das UI erinnert an japanische Adventures der 1990er. Negativ:

  • Keine Animationen, nur statische Posen, die in Dialogszenen umschalten
  • Gesichtsausdrücke: Maria zeigt exakt drei Zustände, neutral, traurig, lächelnd
  • Hintergründe wiederholen sich: Das Teehaus taucht in 6 von 10 Kapiteln auf, nur die Farbfilter ändern sich

Der Soundtrack ist dünn: Drei Stücke, von denen zwei nur im Klavier-Minispiel laufen. Die Sprecher gibt es keine, Voice-Acting fehlt komplett.

Die deutsche Lokalisierung, ein Desaster

Der Hersteller bewirbt eine „vollständig übersetzte deutsche Version“. Leider handelt es sich um eine maschinelle Übersetzung ohne Korrekturlesen. Beispiele:

  • „Willkommen zu den Freudenhaus“ (statt „Willkommen im Freudenhaus“)
  • „Du musst mehr Geld machen für den Besitzer“ („mehr Geld verdienen“)
  • „Maria hat eine schlechte Laune heute“ („schlechte Laune“)

Einige Dialogzeilen sind vertauscht: Maria antwortet, bevor die Frage des Kunden erscheint. Das zerstört jede Immersion.

Fazit: Nur für hartgesottene Nostalgiker mit viel Geduld

Mystic Courtesan Stories: Trainee Maria bietet Ansätze eines interessanten Settings und eines simplen, aber funktionalen Management-Systems. Die fünf Enden und die Minispiele hätten in einem polierten Zustand ein kurzweiliges Erlebnis sein können.

So aber bleibt ein unfertiger, fehlerhafter Titel, der den Spieler mit Bugs, Sprachpannen und eintöniger Präsentation quält. Der Retro-Stil ist kein Stil, sondern eine Ausrede für fehlende Inhalte.

Wer wirklich erwachsene Visual Novels mit Tiefgang sucht, greift lieber zu Katawa Shoujo oder The House in Fata Morgana. Für Kuriositätensammler mit hoher Frusttoleranz reicht es vielleicht, andere lassen die Finger davon.

3
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Trainings-Mikromanagement mit 4 Minispielen (Tea Ceremony, Massage, Flirt, Dance) bietet Abwechslung
  • +5 Enden je nach Ruf- und Geldwerten, inklusive einem echten Game-Over
  • +Schriftart und UI erinnern an japanische Adventures aus den 90ern
  • +Speicherfunktion mit 20 Slots für jeden Zweig erlaubt Experimentieren
  • +Soundtrack hat zwei eingängige Tracks beim Klavier-Minispiel

- CONTRA

  • -Deutsche Übersetzung wirkt wie maschinell, „Willkommen zu den Freudenhaus“ statt „Freudenhaus“
  • -7 von 10 Szenen bestehen aus statischen Standbildern ohne Animation, Dialoge oft vertauscht
  • -Minispiel „Massage“ friert bei 80% Fortschritt ein, benötigt Task-Manager-Exit
  • -Charaktere bleiben flach, Maria hat drei Emotionen (traurig, neutral, lächelnd) und kein Profil jenseits von „will gefallen“

FAZIT

Ein lieblos zusammengeschustertes Adult-Adventure, das selbst Hardcore-Fans der Nische nur mit Geduld und Ironie ertragen.

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