Odd Town im Test: Schrulliger Aufbau-Mix mit Längen
Der Indie-Simulator Odd Town wirft Spieler in ein skurriles Städtchen voller Management-Aufgaben.
Willkommen im Nirgendwo
Der PC-Titel Odd Town mischt klassische Simulation mit erzählerischen Adventure-Elementen. Statt grauer Häuserblocks baut ihr hier schiefe Buden an einen steilen Berghang.
Die Optik erinnert an handgezeichnete Bilderbücher. Jedes Gebäude besitzt individuelle Macken und schiefe Schornsteine.
Mechanik und Wirtschaft
Das Hauptziel besteht darin, die verschrobene Bevölkerung bei Laune zu halten. Dafür sammelt ihr Rohstoffe wie Holz, Stein und den lokalen Spezialtee.
- Das Schienensystem verbindet abseits gelegene Minen mit dem Marktplatz
- Bürger stellen euch per Textbox skurrile Extra-Aufgaben
- Rohstoffketten greifen nach einer Einarbeitungszeit greifen gut ineinander
Der Einstieg fordert Geduld. Tutorials gibt es kaum, weshalb ihr euch durch Menüs klicken müsst.
Tempo und Spielgefühl
Die Tage in Odd Town vergehen im gemächlichen Takt. Manchmal bewegt sich die Spielfigur zu Fuß schlicht zu langsam über den Bildschirm.
Die Quests wiederholen sich nach etwa fünf Stunden spürbar. Wer stundenlange Aufbaustategie sucht, stößt hier rasch an Grenzen.
Die Jazz-Musikuntermalung passt hervorragend zu den absurden Animationen der Bewohner. Nach zehn Stunden sind alle Gebäude errichtet und die Wirtschaft läuft von alleine.
+ PRO
- +Handgezeichneter Grafikstil hebt sich stark von der grauen Genre-Konkurrenz ab
- +Eigenwilliger Humor bei den Dialogen der Stadtbewohner sorgt für Schmunzeln
- +Das Schienensystem für den Warentransport verlangt echte Planungsarbeit
- +Ungewöhnliche Kombination aus klassischem Städtebau und Point-and-Click-Quests
- +Soundtrack mit jazzigen Akkordeon-Klängen untermalt die schräge Atmosphäre perfekt
- CONTRA
- -Das Missionsdesign wiederholt nach wenigen Stunden stets dieselben Hol-und-Bring-Muster
- -Die Bau-UI verlangt oft unnötig viele Klicks für grundlegende Aktionen
- -Das langsame Grundtempo der Spielfigur zieht die Wege unnötig in die Länge
- -Der Einstieg erklärt komplexe Wirtschaftszyklen nur sehr spärlich
FAZIT
Ein charmanter Genre-Mix, der wegen repetitiver Aufgaben und hakeliger Menüs sein volles Potenzial verschenkt.
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