People of Note: Ein Rohdiamant im pixeligen Niemandsland
Ein ambitioniertes Indie-RPG, das versucht, klassische Rollenspiel-Tugenden mit moderner Freiheit zu kreuzen, dabei aber an seinen eigenen technischen Grenzen scheitert.
Ein nostalgischer Blick zurück
People of Note versucht krampfhaft, den Geist der goldenen Ära der PC-Rollenspiele wiederzubeleben. Man spürt in jeder Textzeile und jedem Pixel die Liebe der Entwickler zu Klassikern wie Ultima oder frühen Wizardry-Titeln.
Doch Liebe allein reicht leider nicht aus, um ein funktionierendes Produkt abzuliefern. Die Präsentation ist charmant, aber die technische Umsetzung fühlt sich an, als wäre sie in den 90ern steckengeblieben.
Mechaniken mit Potenzial
Das Spiel bietet ein überraschend tiefgehendes Crafting-System. Wer sich die Zeit nimmt, die Rezepte zu studieren, kann Ausrüstung erschaffen, die weit über das Standard-Sortiment der Händler hinausgeht.
Auch das Fraktions-System sorgt für den nötigen Wiederspielwert. Entscheidungen fühlen sich hier tatsächlich gewichtig an, da man sich nicht mit allen Parteien gleichzeitig gut stellen kann.
Die dunkle Seite der Programmierung
Hier beginnt leider der frustrierende Teil des Abenteuers. Die KI-Begleiter sind eine echte Belastungsprobe für die Nerven, besonders wenn sie in engen Gängen den Rückweg blockieren.
Noch gravierender sind die System-Crashs. Ein Rollenspiel, bei dem man Angst haben muss, das Inventar zu öffnen, verliert schnell seinen Reiz.
Fazit für Abenteurer
Wer über eine extrem hohe Frusttoleranz verfügt und gerne in Retro-Welten versinkt, findet hier ein interessantes Projekt. Für alle anderen Spieler ist People of Note aktuell leider nur eine unfertige Baustelle.
Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler mit kommenden Patches die gröbsten Fehler beheben. Das Potenzial für einen Geheimtipp ist in den Datenfragmenten durchaus vorhanden.
+ PRO
- +Das komplexe Handwerkssystem erlaubt das Schmieden von Waffen mit individuellen Attributen
- +Dynamischer Tag-Nacht-Zyklus beeinflusst direkt die Verfügbarkeit von Händlern in der Stadt
- +Das rundenbasierte Kampfsystem bietet eine taktische Tiefe, die an frühe Fallout-Teile erinnert
- +Dialogoptionen verändern den Ruf bei den drei Hauptfraktionen nachhaltig
- +Einzigartiger Retro-Artstyle fängt die Atmosphäre von 90er-Jahre-PC-Spielen perfekt ein
- CONTRA
- -Die Wegfindungs-KI der Begleiter versagt in engen Dungeons regelmäßig an einfachen Felsvorsprüngen
- -Kritische Spielabstürze beim Laden des Inventar-Menüs erzwingen häufige Neustarts
- -Das Quest-Logbuch aktualisiert Ziele oft fehlerhaft, was zu unnötiger Orientierungslosigkeit führt
- -Fehlende Lokalisierung und kryptische Menüstrukturen erschweren den Einstieg für Gelegenheitsspieler
FAZIT
Trotz eines charmanten Retro-Looks und mechanischer Ambitionen ist People of Note durch schwerwiegende technische Mängel derzeit kaum für ein breites Publikum zu empfehlen.
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