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Reviews

Restaurant Empire Bundle: Kochen mit Hindernissen

Das Bundle der beiden Restaurant-Simulationen aus den frühen 2000ern bietet viel Tiefe, aber auch jede Menge Altlasten.

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Dennis Adam
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SPIEL Restaurant Empire Bundle
ENTWICKLER Enlight Software
PUBLISHER Enlight Software
RELEASE 30. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC

Willkommen in der Gastro-Hölle

Das Restaurant Empire Bundle vereint die beiden Spiele Restaurant Empire (2003) und Restaurant Empire 2 (2009) samt ihren Erweiterungen. Es ist kein Remaster, kein Update, nur die Original-ISOs mit einem lahmen DOSBox-artigen Wrapper. Wer also ein ausgereiftes Management-Erlebnis sucht, liegt hier falsch. Fans von Pizza Tycoon oder Cooking Fever werden sich in die 90er zurückversetzt fühlen.

Ich habe beide Titel auf einem aktuellen Windows-11-Rechner installiert. Der erste Teil startete nur nach manueller Registrierung des CD-Keys und einem gefrickelten Kompatibilitätsmodus. Der zweite lief stabiler, verlangte aber trotzdem einen festen Patch aus der Community. Der Aufwand lohnt sich nur, wenn man wirklich die absolute Kontrolle über jedes Schnitzel haben will.

Ein Griff in die Vergangenheit

Die Grafik ist selbst für 2009er-Verhältnisse grob. Charaktere bestehen aus klobigen Polygonen, animierte Köche rutschen über den Boden statt zu laufen. Der Soundtrack ist eine MIDI-artige Dauerberieselung aus 4 Tracks, nach 30 Minuten schaltet man ihn ab. Dafür sind die Speisekarten detailreich illustriert, jedes Gericht hat ein eigenes Icon.

Positiv: Die Rezepte sind authentisch. Wiener Schnitzel braucht echte Kalbfleisch-Zutaten, kein Hackfleisch. Man kann eigene Kreationen erfinden und den Gästen servieren. Allerdings bleibt unklar, warum Burger in New York anders schmecken als in Paris, der Einfluss regionaler Vorlieben wird nirgends erklärt.

Gameplay mit Substanz, und Frust

Das Kerngameplay ist erstaunlich tief. Man baut Räume, platziert Tische, stellt Kochpersonal ein und kalkuliert Preise. Die Wirtschaftssimulation arbeitet mit Angebot und Nachfrage: Zu teure Gerichte meiden die Kunden, zu billige ruinieren die Bilanz. Im Karrieremodus gibt es echte Meilensteine, etwa einen Michelin-Stern zu erreichen, die motivieren.

Doch die Bedienung sabotiert jede Freude. Die Maussteuerung ist ungenau; um einen Teller zu verschieben, muss man auf den Millimeter genau klicken. Tastaturkürzel? Fehlanzeige. Wer einmal eine falsche Zutat in den Topf wirft, kann sie nicht entfernen, das Gericht ist ruiniert. Kein Undo, kein Retten.

Bugs, die den Koch anschreien lassen

Der zweite Teil hat einen ärgerlichen Bug: Nach 20 Spielminuten friert die Speisekarte ein, bis man das Menü schließt und neu öffnet. Passiert in jeder zweiten Sitzung. Der erste Teil stürzt ab, wenn man zu schnell den Bau-Modus aufruft. Offizielle Patches gibt es keine, die Community hat zwei inoffizielle Fixe gebaut, die auf den Bundle-Discs fehlen.

Die deutsche Übersetzung ist lieblos. Im Tutorial heißt es: “Klicken Sie auf den Koch, um ihn zu mobilisieren.” Im Spiel selbst erscheinen englische Begriffe wie “Dish” oder “Recipe” in deutschen Sätzen. Für ein Bundle, das heute noch verkauft wird (ca. 20 Euro auf Steam), ist das eine Frechheit.

Fazit: Nur etwas für Retro-Enthusiasten

Das Restaurant Empire Bundle ist kein Einsteiger-Spiel. Es setzt Frustrationstoleranz, Bastelgeschick und nostalgische Verklärung voraus. Die Wirtschaftssimulation hat mehr Tiefe als viele moderne Pendants, aber die technischen Mängel und die veraltete Bedienung machen es für den Durchschnittsspieler unspielbar. Wer in den frühen 2000ern mit diesen Spielen groß wurde, kann hier kurz in Erinnerungen schwelgen. Alle anderen greifen lieber zu Project Hospital oder Two Point Hospital.

Die 5,5 Punkte sind ehrlich: Die ambitionierte Spieltiefe verdient Anerkennung, aber die mangelhafte Umsetzung auf heutiger Hardware und die lieblose Lokalisation drücken das Gesamterlebnis in den Mittelbereich. Kein schlechter Kauf für 2 Euro im Sale, aber bei Vollpreis ein Reinfall.

5.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Detailliertes Küchenmanagement mit über 20 Zutaten und Garzeiten
  • +Frei begehbare 3D-Restaurants mit individuellem Grundriss
  • +Umfangreiche Rezeptsammlung mit regionalen Gerichten aus 6 Ländern
  • +Karrieremodus mit 12 Szenarien und steigenden Kundenanforderungen
  • +Personalverwaltung inklusive Einstellung, Schulung und Schichtplanung

- CONTRA

  • -Steuerung per Tastatur und Maus schwammig, keine Alternative für Controller
  • -Speicherfunktion nur manuell über ein umständliches Mentimenü
  • -Deutsche Lokalisation mit halb übersetzten Texten und Tippfehlern
  • -Auf aktuellen Windows 10/11-Systemen ohne inoffiziellen Patch kaum spielbar

FAZIT

Ein nostalgischer Ausflug für eingefleischte Strategen, den Gelegenheitsspieler jedoch meiden sollten.

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