Samson im Test: Ein PS2-Überbleibsel auf Abwegen
Ein ambitionierter Genre-Mix, der sich in den technologischen Hürden der heutigen Zeit komplett verliert.
Das Versprechen von Samson
Samson wollte hoch hinaus. Als Hybrid aus Rennsport und Action-Adventure versprachen die Entwickler eine Erfahrung, die an Klassiker wie Driver oder Burnout erinnern sollte.
In der Realität fühlt sich das Spiel jedoch an wie ein Relikt aus einer Zeit, die wir längst hinter uns gelassen haben. Die Ambition ist spürbar, doch die Umsetzung lässt den nötigen Schliff vermissen.
Technik, die den Spielspaß killt
Das Hauptproblem von Samson ist die technische Instabilität. Während man in der Open-World unterwegs ist, wird man permanent aus der Immersion gerissen.
- Clipping-Fehler sind an der Tagesordnung, besonders wenn man mit hoher Geschwindigkeit durch die Stadt rast.
- Die KI der Gegner ist nicht vorhanden; sie folgen sturen Pfaden, die sie oft in Hauswände fahren lassen.
- Die Bildrate schwankt auf der PlayStation 5 so stark, dass ein flüssiges Fahrgefühl kaum möglich ist.
Wenn das Design auf dem Asphalt liegen bleibt
Die Spielmechanik von Samson wirkt wie ein Flickenteppich aus verschiedenen Konzepten. Nichts greift wirklich ineinander, was den Spielfluss massiv stört.
Die Rennabschnitte fühlen sich durch die schwammige Lenkung wie ein Kampf gegen die Hardware an. In den Action-Passagen zu Fuß wird das Problem noch deutlicher, da die Kameraführung bei Sprungpassagen völlig versagt.
Ist das noch Retro oder schon defekt?
Man merkt Samson einen gewissen Charme an, der an die PlayStation 2-Ära erinnert. Doch Retro-Charme darf niemals als Ausrede für mangelnde Qualitätssicherung dienen.
- Die Menüs sind unübersichtlich und lassen sich nur mit der Maus korrekt bedienen.
- Animationen der Hauptfigur wirken hölzern und auf dem Stand von 2005 stehengeblieben.
- Die Story wird ohne wirkliche Struktur präsentiert, was den Spieler völlig ratlos zurücklässt.
Fazit: Lohnt sich die Fahrt?
Wer auf der Suche nach einem nostalgischen Erlebnis ist, könnte hier kurzzeitig fündig werden, sollte aber vorsichtig sein. Für den aktuellen Preis bietet Samson einfach zu wenig Substanz und zu viele Frustmomente.
Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler durch Patches noch nachbessern können. Aktuell ist das Spiel leider nur etwas für hartgesottene Nostalgiker mit sehr viel Geduld.
+ PRO
- +Das physikbasierte Schadensmodell der Fahrzeuge sorgt für spektakuläre Crash-Sequenzen
- +Die Open-World-Karte bietet eine beachtliche vertikale Gestaltung mit versteckten Abkürzungen
- +Der synth-lastige Soundtrack fängt die Stimmung der frühen 2000er Jahre perfekt ein
- +Das manuelle Schalten der Gangschaltung erfordert präzises Timing in engen Kurven
- +Einzigartiges Story-Konzept, das zwischen illegalen Rennen und Detektiv-Detektivarbeit wechselt
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage bei hohen Geschwindigkeiten führt oft dazu, dass das Fahrzeug durch den Boden fällt
- -Dialoge sind in einer unverständlichen, synthetischen Sprache vertont und wirken völlig deplatziert
- -Speicherpunkte sind unfair weit auseinandergesetzt, was bei Abstürzen den Fortschritt von einer Stunde vernichtet
- -Die Fahrzeugsteuerung fühlt sich durch einen massiven Input-Lag bei PC-Controllern extrem schwammig an
FAZIT
Samson ist ein spielerischer Unfall, der trotz guter Ansätze an seiner mangelhaften Programmierung und fehlendem Feinschliff scheitert.
VERWANDTE ARTIKEL
LASERS: Wenn Lichtgeschwindigkeit auf eine Vollbremsung trifft
LASERS verspricht ein neon-getränktes Hochgeschwindigkeits-Erlebnis, das die Grenzen des Renn-Genres sprengen will. Doch hinter der blendenden Fassade verbirgt sich ein Spiel, das zwischen Genialität und technischer Frustration schwankt.
Nothing: Wenn das Gaspedal ins Leere tritt
Ein Rennspiel, das seinen Namen zum Programm macht – Nothing versucht sich an einer minimalistischen Vision, verliert sich dabei aber in inhaltlicher Leere. Ein ambitioniertes Experiment, das leider an der Ziellinie scheitert.
Zeit ist eine Waffe: Warum Lysfanga mehr als nur ein Puzzle-Spiel ist
In Lysfanga: The Time Shift Warrior schlüpfen wir in die Rolle einer Kriegerin, die mit der Macht der Zeit spielt, um ganze Armeen im Alleingang zu besiegen. Ein taktisches Meisterwerk mit kleinen Ecken und Kanten.
Vladik Brutal: Ein sowjetischer Fiebertraum mit Ecken und Kanten
Vladik Brutal ist ein überraschend ambitionierter Ego-Shooter, der den Charme der 2000er-Jahre mit einer düsteren, osteuropäischen Ästhetik verbindet. Trotz technischer Stolpersteine bietet es eine intensive Erfahrung für Fans klassischer Shooter-Kost.