Soccer Kick-ups, Der Ball bleibt nicht mal fünf Sekunden in der Luft
Ein minimalistisches Fußball-Jonglierspiel, das mit spartanischer Optik und einer Handvoll Mechaniken aufwartet, und trotzdem kein Bein auf den Boden bekommt.
Einleitung
Soccer Kick-ups aus der Indie-Kiste schafft es, ein Spielprinzip auf das absolute Minimum herunterzubrechen: Ein Fußball, eine Spielfigur, eine Taste für den Kick.
Kein Tor, kein Gegner, kein Platzverweis. Nur du, der Ball und das leise Summen deines Lüfters.
Grafik und Präsentation
Die Grafik erinnert an eine Arcade-Demo aus den frühen 2000ern, als man Polygone noch zählen konnte. Die Spielfigur besteht aus 12 Dreiecken, der Ball aus einem Kreis mit Schattenfleck.
Die Farbpalette beschränkt sich auf Rasengrün, Himmelblau und das dumpfe Grau des Balls. Keine Texturen, keine Shader, purer, funktionaler Pixel-Brei.
Gameplay und Mechaniken
Du drückst die Leertaste, der Ball fliegt hoch. Du positionierst dich darunter, drückst erneut, der Ball steigt wieder. Wieder und wieder. Bis du verlierst.
- Es gibt exakt drei Modi: Free Play (endlos), Zeitlimit (60 Sekunden) und Highscore (best of three Versuche).
- Die Steuerung reagiert mit 0,1 Sekunden Verzögerung, fühlbar, aber nicht katastrophal.
- Eine vertikale Geschwindigkeitsanzeige imitiert einen echten Tacho, unnötig, aber hübsch.
Sound und Musik
Ein einziger Orgelsong läuft in Endlosschleife. Nach 15 Sekunden nervt er, nach 30 Sekunden drückst du „Stumm“.
Soundeffekte gibt es genau einen: Ein dumpfes „Plopp“ bei jedem Kick. Der Ball prallt auf, der Plopp kommt, wie bei einem Gummiball im Treppenhaus.
Technische Mängel und Spieldesign
Die Kollisionsabfrage ist das größte Ärgernis. Der Ball berührt das Schienbein erst, nachdem er halb im Modell verschwunden ist. Dadurch fühlt sich jeder Schuss wie ein Glückstreffer an.
- Highscores speichert das Spiel nicht, jedes Mal beginnst du bei Null.
- Kein Tutorial, keine Tooltips, keine Erklärung. Du wirst einfach vor die grüne Wand gesetzt.
- Der Mauszeiger bleibt eingeblendet und stört auf dem Spielfeld, Entwickler hat wohl vergessen, ihn auszublenden.
Fazit
Soccer Kick-ups tut genau das, was es verspricht: Du kickst einen Ball. Mehr nicht. Keine Innovation, kein Charme, kein Grund, es eine Stunde zu spielen.
Wenn du mal für drei Minuten die Zeit totschlagen willst und gerade kein Gummiball in der Schreibtischschublade liegt, dann kannst du es starten. Aber dann mach es wieder aus. Für immer.
+ PRO
- +Sprung-Animation des Balles folgt einer simplen Parabel ohne Ruckler
- +Der Stundenzähler im Free-Play-Modus läuft stabil und ohne Ticks
- +Keine Ladezeiten zwischen Startbildschirm und Spiel
- +Trotz Low-Poly-Optik läuft das Spiel auf jedem 10 Jahre alten Rechner
- +Exakt eine Hintergrundfarbe (Rasen-Grün), immerhin einheitlich
- CONTRA
- -Kollisionsabfrage erkennt den Ball erst, wenn er 20 Pixel im Schienbein versunken ist
- -Nach 30 Sekunden Spielzeit wiederholt sich die einzige Melodie in einer Endlosschleife
- -Im Highscore-Modus fehlt ein Reset-Knopf, einzige Rettung: Spiel schließen
- -Die Anzeige „Beste Serie“ zählt bei jedem App-Neustart wieder bei null
FAZIT
So viel Pflichtbewusstsein in Minimalismus kann man nur mit einem müden Achselzucken quittieren, hier ist nichts schiefgelaufen, aber auch nichts richtig.
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