Stonemachia, Stein des Anstoßes
Ein Indie-Actionspiel, das mit einer ungewöhnlichen Steinwurf-Mechanik haussiert, aber an technischen Mängeln und schlechter Steuerung zerbricht.
Stein auf Stein, Der harte Einstieg
Stonemachia ist ein 2D-Action-Sidescroller, der seinen Namen von der zentralen Mechanik nimmt: dem Werfen von Steinen. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen Steinmetzes, der durch eine verfallene Zivilisation kämpft. Die Prämisse ist simpel, aber ungewöhnlich genug, um neugierig zu machen.
Das Problem beginnt schon beim Startbildschirm. Es gibt kein Tutorial, keine Erklärung der Wurfphysik. Der Spieler muss selbst herausfinden, dass jeder Stein eine eigene Flugkurve und Härte hat. Granit fliegt langsam, macht aber hohen Schaden; Kalkstein zersplittert beim Aufprall und erzeugt Splitter. Diese Vielfalt ist ein echter Pluspunkt, wenn sie denn funktionieren würde.
Kollision und Chaos
Die Kollisionserkennung ist der größte Stolperstein. Etwa jeder dritte Wurf durchdringt Gegner oder prallt unsichtbar ab. Besonders bei schnellen Zielen wie den Flattergeiern wird das zur Lotterie. Der Entwickler hat versucht, mit einer Vorhaltehilfe gegenzusteuern, aber die wirkt eher wie ein Glücksrad.
Auf 60 Hz getestet, fühlt sich die Steuerung schwammig an. Tastatureingaben sind akzeptabel, aber mit Controller merkt man die Latenz sofort. In einem Spiel, das millimetergenaues Zielen erfordert, ist das ein echtes Handicap. Die ersten Levels sind noch verzeihlich, doch ab Level 4 werden die Gegner aggressiver und die Wände enger.
Pixel-Pracht und Sound-Steine
Grafisch macht Stonemachia eine gute Figur. Die Pixel-Art ist liebevoll gestaltet, mit parallax scrollenden Hintergründen und animierten Details wie flackernden Fackeln. Jede Steinart hat ein eigenes Sprite, Granit glänzt, Kalkstein bröckelt. Die Soundeffekte der zerberstenden Steine knallen satt in den Ohren. Der Soundtrack hingegen bleibt farblos: eine einschleifige Mid-Melodie, die nach zehn Minuten nervt.
Die Geheimgänge sind ein netter Anreiz für Wiederspieler. Sie verstecken sich hinter brüchigen Wänden oder in Nischen, die man nur mit bestimmten Steinen erreicht. Wer sie findet, bekommt Upgrades wie eine schnellere Wurfgeschwindigkeit. Leider fehlt eine Karte, wer einmal den Weg vergisst, irrt planlos umher.
Bosse: unfair oder unspielbar?
Die Endgegner sind das schwärzeste Kapitel. Jeder besitzt drei Phasen, aber die Übergänge sind nicht markiert. Ein Angriff kann blitzschnell aus einem Ruhezustand kommen, ohne Vorwarnung. Der Todesbildschirm erscheint oft, bevor man reagieren kann. Die Speicherpunkte stehen nur vor Bosskämpfen. Stirbt man im Kampf, beginnt man von vorne.
Ein Beispiel: Der Wächter der Brückenphase wechselt zwischen Fern- und Nahangriffen ohne Muster. Nach dem fünften Versuch habe ich aufgegeben und eine Tastatur-Makro-Hilfe benutzt, der einzige Weg. Das ist kein Spielspaß, das ist Frustration pur.
Fazit, Ein roher Brocken
Stonemachia ist kein schlechtes Konzept. Die Steinmechanik, die Pixel-Optik und die versteckten Gänge zeigen Potenzial. Aber die technische Umsetzung ruiniert fast alles. Die Kollisionsprobleme, die lahme Steuerung und die unfair designten Bosse machen aus einem originellen Spiel eine Geduldsprobe. Wer bereit ist, sich durch Bugs zu kämpfen, findet vielleicht einen Funken Nostalgie. Alle anderen werfen besser einen anderen Stein, auf den Müll.
Score: 4.0/10
+ PRO
- +Waffenvielfalt mit 7 Steinarten unterschiedlicher Härtegrade beeinflusst Schadenswerte
- +Pixel-Art-Stil mit detailreichen Hintergründen erinnert an 16-Bit-Klassiker
- +Soundeffekte beim Zersplittern von Steinen geben befriedigendes akustisches Feedback
- +Hauptkampagne bietet 12 Levels mit je 3 optionalen Geheimgängen
- +Die vertikalen Ebenen im Leveldesign erlauben Kreativität bei Wurfpositionen
- CONTRA
- -Kollisionserkennung ignoriert geschätzte 30 % der Treffer bei beweglichen Zielen
- -Controller-Eingaben reagieren mit spürbaren 200 ms Verzögerung
- -Endgegner-KI besitzt unvorhersehbare Angriffsmuster ohne visuelle Vorwarnung
- -Speicherfunktion nur an fixen Kristallen, nach einem Tod verliert man bis zu 10 Minuten Spielfortschritt
FAZIT
Stonemachia hat eine originelle Steinwurf-Idee, wird aber durch Steuerung, Kollisionsbugs und unfaire Bosskämpfe zermürbt, nur für hartgesottene Retro-Fans mit viel Geduld.
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