The Cornerman, Ein Box-Manager ohne Punch
In diesem Box-Manager-Simulator übernimmt man die Rolle eines Eckenmanns, doch technische Mängel und fehlende Tiefe lassen den Traum vom Ring schnell platzen.
Erster Eindruck
Die Idee, den Eckenmann statt den Boxer zu steuern, ist ungewöhnlich. Kein virtueller Schlagabtausch, sondern taktische Anweisungen zwischen den Runden.
Das Tutorial zeigt die Grundzüge: Handtuch werfen, Blut stillen, Strategie vorgeben. Doch dieser Funke erlischt schnell. Die Boxer-KI handelt oft gegen die eigenen Vorgaben.
Ein aggressiver Boxer bleibt defensiv, ein Deckungs-Spezialist macht die Deckung auf. Nach zwei Minuten im Ring wird klar: Die KI kann man nicht wirklich trainieren.
Gameplay und Mechaniken
Das Drag-and-Drop-System für Taktikkarten ist simpel, aber funktioniert zuverlässig. Man zieht „Linke Gerade“ oder „Ausweichen“ in den Aktionsslot.
In den ersten Kämpfen fühlt sich das wie ein Puzzlespiel an. Nach 10 Kämpfen wiederholt sich das Muster. Gegner folgen starren KI-Routinen.
Ein K.O.-Schlag trifft immer nach der gleichen Kombination. Strategische Tiefe sucht man vergeblich. Keine versteckten Taktiken, keine Überraschungen.
Technische Mängel
Der größte Fehler: Es gibt keine Speicherfunktion für die Karriere. Nach dem Schließen des Spiels ist der gesamte Fortschritt weg. Entwickler scheinen auf eine automatische Cloud-Speicherung zu setzen, die nicht existiert.
Die Menüs werden bei 30+ Boxern im Kader extrem träge. Das Scrollen dauert bis zu drei Sekunden. Abstürze treten gelegentlich beim Wechsel zwischen Kampf und Management auf.
Die Framerate schwankt zwischen 30 und 60 FPS, ohne ersichtlichen Grund. Ein Eckenmann-Spiel braucht keine Hochleistungsgrafik, aber flüssige Menüs sollte es liefern.
Audio und Präsentation
Der Soundtrack besteht aus vier lizenzfreien Funk-Titeln. Die Melodien sind ganz nett, wiederholen sich aber schnell. Soundeffekte wie Schläge oder das Klingeln der Runde klingen blechern.
Die Grafiken erinnern an frühe Flash-Spiele: Strichmännchen im Ring, farblose Hintergründe. Die Farbgebung ist auf Grau- und Brauntöne reduziert. Keine Animationen für Blut oder Schweiß.
Die UI wirkt wie aus einem Baukasten zusammengeklickt. Buttons haben keine Hover-Effekte, Texte sind in einer pixeligen 8‑Bit-Schrift gesetzt. Atmosphäre kommt nicht auf.
Langzeitmotivation
Ein einziger Spielmodus: Karriere mit 25 Boxern. Kein Mehrspieler, keine Rangliste, keine Herausforderungen. Nach etwa 2 Stunden hat man alle Taktikkarten gesehen.
Der Wiederspielwert tendiert gegen null. Zwar kann man die Boxer-Namen ändern, aber das ändert nichts an den identischen KI-Profilen. Jeder Kampf fühlt sich gleich an.
Ein Patch wäre dringend nötig. Die Community auf Steam (ca. 50 Bewertungen) beklagt die gleichen Probleme seit Monaten. Der letzte Entwickler-Update liegt über ein Jahr zurück.
Fazit
The Cornerman ist ein ambitionierter Indie-Titel mit einer interessanten Perspektive, aber er fällt über seine eigenen technischen Füße. Ohne Speicherfunktion und mit starrer KI bleibt nur die Hoffnung auf ein Update. Box-Fans greifen lieber zu Punch Club oder ESBC.
+ PRO
- +Originelle Prämisse als Eckenmann statt Boxer
- +Einfaches Drag-and-Drop-Management der Fights
- +Soundtrack mit lizenzfreien Funk-Tracks
- +Tutorial erklärt Grundmechaniken in 5 Minuten
- +Kurze Matches ideal für zwischendurch
- CONTRA
- -Boxer-KI ignoriert Taktiken und läuft in gegnerische Fäuste
- -Keine Karrierespeicher-Funktion, Fortschritt nach Neustart verloren
- -Menüs hängen bei 30+ Boxern im Kader für Sekunden
- -Einziger Spielmodus ohne Mehrspieler oder Rangliste
FAZIT
The Cornerman hat eine charmante Grundidee, scheitert aber an mangelnder Umsetzung und technischen Problemen, nur für absolute Box-Fans mit viel Geduld.
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