Automatisches Desaster, Order Automatica im Test
Ein Automation-Spiel, das mit cleverer Grundidee lockt, aber an Bugs, falschem Tutorial und mieser Performance zerbricht.
Ersteindruck
Order Automatica startet mit einem Text-Bildschirm, der an DOS-Zeiten erinnert. Kein Intro, keine Musik, nur ein blinkender Cursor. Das macht neugierig, doch die Neugier vergeht schnell.
Die Idee: Ein verlassenes Industrieareal soll durch Förderbänder und Roboter wiederbelebt werden. Erze, Bauteile, Energie, alles muss automatisch fließen. Klingt nach Factorio im Miniatur-Format.
Das Spielprinzip
Auf einem Raster aus 20x20 Feldern platziert man Minen, Schmelzen und Montagestationen. Roboter übernehmen den Transport, sofern man ihnen Wegpunkte setzt. Das System wirkt simpel, aber durchdacht.
- Roboter haben Energieladungen, die über Ladestationen aufgefüllt werden.
- Upgrades wie schnellere Arme oder größere Batterien sind freischaltbar.
- Drei Schwierigkeitsgrade ändern Rohstoffdichte und Gegnerzahl.
Der Clou: Gegnerische Roboter greifen die eigene Basis an. Man muss Verteidigungstürme in die Produktionskette einbauen. Das sorgt für Druck und Abwechslung.
Tutorial, eine Fehlleitung
Das Tutorial zeigt, wie man einen Roboter baut, aber verschweigt, dass er nur Rohstoffe aufnehmen kann, wenn die Station rot blinkt. Die Anzeige ist winzig, kaum erkennbar.
Nach 20 Minuten hatte ich drei Roboter, die nichts taten. Erst ein Blick in die Community-Hilfe brachte Klarheit. Das Tutorial hätte diesen Schritt farblich markieren müssen.
Technische Baustellen
Ab der zehnten Baustufe ruckelt das Spiel wie ein alter LKW. Auf einem i5-11400 und einer RTX 3060 fällt die Framerate auf 19 fps, sobald fünf Roboter gleichzeitig fahren.
- Speicherstände werden nach etwa zwei Stunden Spielzeit unbrauchbar. Der Ladebildschirm bleibt schwarz.
- Die KI der Gegner hat einen Logikfehler: Roboter bleiben stehen, wenn zwei aufeinander treffen, und blockieren die gesamte Bahn.
- Ein Patch wurde seit Release vor drei Monaten nicht veröffentlicht. Der Entwickler schweigt im Forum.
Sound und Grafik
Der Soundtrack besteht aus vier Synthie-Tracks, die düster und monoton sind. Sie passen zur trostlosen Kulisse, wiederholen sich aber nach einer Stunde.
Die Pixelgrafik liefert detailreiche Maschinen, aber die Farbpalette ist auf Grau, Blau und Rostrot beschränkt. Schöne Nostalgie, aber keine optische Vielfalt.
Fazit
Order Automatica ist ein ambitioniertes Indie-Projekt, das an seinen handfesten Macken erstickt. Die Automations-Idee hat Potenzial, wurde aber nicht fertig gedacht. Wer Geduld und einen Hang zum Basteln hat, mag trotzdem zwei, drei Abende Freude finden. Alle anderen sollten warten, bis der Entwickler seine Roboter repariert hat.
+ PRO
- +Grundidee einer automatisierten Lieferkette mit Förderbändern und Robotern ist clever
- +Pixelgrafik im Stil der 90er erzeugt nostalgischen Charme
- +Soundtrack aus düsteren Synthie-Klängen passt zur Sci-Fi-Atmosphäre
- +Freischaltbare Upgrades für Roboter bieten langfristige Motivation
- +Mehrere Schwierigkeitsgrade mit anpassbaren Parametern
- CONTRA
- -Speicherstände korrumpieren nach etwa zwei Stunden Spielzeit
- -Tutorial erklärt Kernmechaniken falsch und führt zu Frustration
- -KI-Gegner bleiben auf halber Strecke stehen und blockieren Produktion
- -Performance-Einbrüche unter 20 FPS bereits bei mittleren Anlagen
FAZIT
Order Automatica hat eine vielversprechende Basis, wird aber durch schwerwiegende technische Mängel und ein irreführendes Tutorial ausgebremst, wer Early Access gewohnt ist, kann einen Blick riskieren, alle anderen warten besser auf Patches.
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