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Atre: Dominance Wars, Ein Strategie-Fiasko, das im Sand der Vergessenheit versinkt
Reviews

Atre: Dominance Wars, Ein Strategie-Fiasko, das im Sand der Vergessenheit versinkt

Ein ambitioniertes Echtzeit-Strategiespiel, das an seiner eigenen Komplexität und technischen Mängeln scheitert.

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Tommes Parzl
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SPIEL Atre: Dominance Wars
ENTWICKLER Ironward
PUBLISHER Ironward
RELEASE 7. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC

Der erste Eindruck

Atre: Dominance Wars wirkt wie ein Relikt aus einer Zeit, in der Early Access noch ein Versprechen war. Das Startmenü erinnert an Windows 95, kantige Buttons, verpixelte Schrift. Die Ladezeiten sind lang, aber das ist noch das geringste Übel.

Das Herz der Finsternis, das Kampfsystem

Das Kampfsystem basiert auf sogenannten Dominanz-Feldern. Einheiten sammeln Energie, um diese Felder zu erschaffen, die Angriffsboni gewähren. Die Theorie klingt spannend, die Praxis scheitert an der Umsetzung.

  • Die Steuerung fühlt sich schwammig an, Befehle werden oft ignoriert.
  • Das Pathfinding ist eine Katastrophe: Truppen bleiben an Gebäuden hängen oder laufen im Kreis.

Ein Beispiel: In der dritten Mission sollte ich eine feindliche Basis angreifen. Meine Artillerie-Einheiten liefen direkt in den gegnerischen Nahkampf, weil sie den kürzesten Weg durch einen Engpass nahmen, und zwar ohne auf Befehl zu reagieren. Solche Momente zerstören jede Strategie.

Die Kampagne, ein Fragment

Die Kampagne umfasst fünf Missionen, die eine düstere Geschichte über verfeindete Adelshäuser erzählen. Die Zwischensequenzen sind lieblos animiert, die Synchronsprecher klingen, als hätten sie den Text zum ersten Mal gelesen. Nach Mission 5 erscheint ein Abspann, der verkündet: „Fortsetzung folgt in Teil 2“. Dieser Teil 2 ist nie erschienen.

  • Kein Skirmish-Modus, kein Editor, nur diese fünf Missionen.
  • Die Story endet abrupt ohne Auflösung der Konflikte.

Technischer Zustand

Auf einem System mit RTX 3060 und 16 GB RAM habe ich selbst auf niedrigsten Einstellungen Einbrüche unter 25 FPS erlebt. Abstürze sind häufig, besonders beim Laden von Speicherständen.

  • Die Savegame-Korruption ist ein echter Killer: drei von vier Spielständen waren nach dem zweiten Laden unbrauchbar.
  • Der Multiplayer-Modus ist faktisch tot: drei Stunden Matchmaking, kein einziger Gegner.

Was positiv bleibt

Es gibt Lichtblicke: Das Ressourcensystem mit den Dominanz-Feldern bietet eine ungewöhnliche Mechanik, die in einem fertigen Spiel Potenzial hätte. Der Soundtrack von Marcus Reuter ist düster und atmosphärisch, er passt zur nihilistischen Stimmung. Die Möglichkeit, LAN-Spiele ohne Internet zu starten, ist ein nettes Feature für Puristen. Die ersten Patches nach Release zeigten, dass die Entwickler zumindest anfangs bemüht waren.

Fazit

Atre: Dominance Wars ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein ambitioniertes Konzept an mangelhafter Umsetzung und fehlender Unterstützung scheitert. Wer das Spiel heute noch kauft, erhält ein unfertiges Produkt mit gravierenden technischen Mängeln und enttäuschender Inhaltsarmut. Die 3.5 Punkte sind ein Zugeständnis an die kreative Idee hinter den Dominanz-Feldern und den Soundtrack, mehr nicht.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Einzigartiges Ressourcensystem mit atmosphärischen „Dominanz-Feldern“
  • +Vielfältige Einheiten mit taktischen Spezialfähigkeiten
  • +Soundtrack von Marcus Reuter erzeugt düstere Stimmung
  • +Option für LAN-Spiele ohne Serverzwang
  • +Regelmäßige Patches in den ersten Monaten nach Release

- CONTRA

  • -KI-Gegner ignorieren Terrain und laufen direkt in Fallen
  • -Kampagne endet nach Mission 5 mit einem Cliffhanger ohne Fortsetzung
  • -Speicherfunktion korruptiert regelmäßig Savegames
  • -Multiplayer-Matchmaking findet selbst zur Prime-Time keine Gegner

FAZIT

Wer auf der Suche nach einer unfertigen, technisch defekten Strategie-Sandkiste ist, wird hier fündig, alle anderen sollten einen großen Bogen machen.

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