Wenn Uncle Lee den Herd brennen lässt
Ein kulinarisches Debakel, das eher an eine Lebensmittelvergiftung als an ein Koch-Abenteuer erinnert.
Ein Hauch von Verzweiflung
Uncle Lee’s Cookbook: Five Recipes for Disaster hält beim Titel, was es verspricht. Der Spieler schlüpft in die Rolle des titelgebenden Kochs, der in fünf absurd konzipierten Küchen gegen die Physik und das eigene Interface kämpft.
Die Mechanik des Kochens besteht fast ausschließlich aus hektischen Klicks. Wer hier Präzision erwartet, wird bitter enttäuscht.
Technisches Chaos in der Küche
Die Grafik wirkt auf den ersten Blick wie ein Retro-Titel der neunziger Jahre. Leider endet der nostalgische Ausflug spätestens beim ersten Versuch, eine Pfanne vom Herd zu bewegen.
Das Objekt verschwindet regelmäßig im Textur-Nirvana der Küchenzeile. Wer nicht innerhalb von Sekunden neu startet, verliert den Fortschritt dauerhaft.
Spieldesign ohne roten Faden
Die Lernkurve ist nicht vorhanden. Das Spiel wirft den Nutzer in Szenarien, die keine klaren Anweisungen enthalten.
Ohne die Hilfe eines beiliegenden Guides oder logischer Hinweise ist das Abschließen der Rezepte reines Glücksspiel. Ein Koch-Simulator, in dem man das Rezept nicht ohne Internetrecherche lesen kann, verfehlt sein Ziel.
Ein enttäuschendes Fazit
Das Projekt wirkt, als wäre es in einer Woche während eines Game-Jams entstanden und danach nie wieder angefasst worden. Der Entwickler hat bei der Veröffentlichung offensichtlich auf jede Form der Qualitätskontrolle verzichtet.
Derzeit ist der Titel trotz des niedrigen Preises keine Investition wert. Die Abstürze beim Speichern machen ein Vorankommen jenseits der ersten zehn Minuten unmöglich.
Erfahrungsgemäß landen solche Titel nach wenigen Wochen in den tiefsten Rabatt-Gräben von Steam. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler aus diesem Debakel für zukünftige Projekte lernen.
+ PRO
- +Die jazzige Hintergrundmusik bietet eine kurzzeitige Entspannung bei Menü-Navigationen
- +Das Rezept-Archiv enthält tatsächlich echte Zutatenlisten für chinesische Klassiker
- +Pixel-Art-Charaktermodelle von Uncle Lee wirken charmant und detailreich
- +Ein freischaltbares Minispiel im Arcade-Stil rettet die Ehre der Programmierung
- +Die Installationsgröße von unter 500 MB schont die SSD
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage in der Küche sorgt dafür, dass Kochutensilien ständig durch Wände glitchen
- -Maus-Steuerung bei der Gemüse-Schnippel-Mechanik verzögert Eingaben um volle zwei Sekunden
- -Nach dem dritten Level stürzt das Spiel bei jedem Speichervorgang auf den Desktop ab
- -Die fehlende Lokalisierung zwingt Spieler bei Rezepten zur Nutzung eines externen Übersetzungstools
FAZIT
Ein spielerisches Fiasko, das nur durch seine Musik und die geringe Dateigröße vor einer Nullnummer bewahrt wird.
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