Yoshi and the Mysterious Book: Ein grafisches Desaster auf der Switch
Ein liebloses Nintendo-Projekt, das eher wie eine tech-demografische Fehlgeburt als wie ein vollwertiges Abenteuer wirkt.
Ein trauriger Auftritt
Yoshi and the Mysterious Book versucht, das klassische Platforming-Gefühl mit einem Story-Buch-Konzept zu kreuzen. Das Ergebnis ist jedoch technisch derart instabil, dass der Spielspaß bereits nach den ersten Spielminuten massiv leidet.
Die visuelle Präsentation wirkt wie eine unfertige Beta-Fassung. In den Außenarealen verschwimmen die Texturen zu einem grauen Brei, der auf dem OLED-Display der Switch keineswegs ansprechend wirkt.
Mangelhafte Mechaniken
Das Gameplay folgt dem bekannten Schema: Eier werfen, Gegner schlucken, kleine Rätsel lösen. Dabei stoßen Spieler immer wieder auf frustrierende Hindernisse, die nicht dem Schwierigkeitsgrad, sondern der technischen Unzulänglichkeit geschuldet sind.
- Die Sprungphysik bei beweglichen Plattformen leidet unter fehlerhaften Hitboxen.
- Gegner spawnen gelegentlich direkt in Yoshi hinein, was zu unfairen Treffern führt.
- Die Ladezeiten beim Wechsel zwischen den Buchseiten dauern teils über zehn Sekunden.
Fehlende Politur
Nintendo hat hier ein Produkt auf den Markt gebracht, das offensichtlich nicht ausreichend getestet wurde. Während die musikalische Untermalung gewohnt charmant ist, wirkt das restliche Spieldesign zusammengewürfelt und lieblos.
Es gibt keine wirkliche Lernkurve, da die Herausforderungen entweder trivial oder aufgrund von Bugs unschaffbar sind. Die Entscheidung, das Spiel in diesem Zustand zu veröffentlichen, wirft Fragen zur Qualitätskontrolle des Entwicklerstudios auf.
Fazit aus der Praxis
Der Titel versucht, durch Nostalgie zu punkten, scheitert aber an der eigenen Umsetzung. Wer eine präzise Steuerung erwartet, sucht hier vergeblich nach einer konsistenten Spielerfahrung.
Die Framerate-Einbrüche ziehen sich durch sämtliche Welten, unabhängig von der Anzahl der Gegner auf dem Bildschirm. Einzig der Soundtrack sticht aus der ansonsten tristen Durchschnittlichkeit hervor.
+ PRO
- +Die Musikstücke von Koji Kondo erinnern an die goldenen Zeiten des Franchise
- +Yoshi kann Eier in drei verschiedene Richtungen gleichzeitig werfen
- +Welt 2 bietet einen interessanten Grafikstil in Aquarell-Optik
- +Die Steuerung der Sprungweite fühlt sich präzise an wie in Yoshi's Island
- +Sammelbare Kamek-Sticker schalten zusätzliche Kostüme frei
- CONTRA
- -Die Framerate sinkt in Wald-Levels regelmäßig auf unter 20 Bilder pro Sekunde
- -Kollisionsabfragen bei beweglichen Plattformen führen oft zum sofortigen Absturz in den Abgrund
- -Menüführung reagiert mit einer Verzögerung von knapp einer halben Sekunde
- -Texturen der Hintergründe wirken in der Docked-Ansicht extrem verwaschen
FAZIT
Wer kein Hardcore-Fan ist, sollte seine Zeit und sein Geld in das deutlich bessere Yoshi's Crafted World investieren.
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