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„Deer and Boy“, Ein enttäuschender Ausflug in den Wald
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„Deer and Boy“, Ein enttäuschender Ausflug in den Wald

Das Indie-Platformer „Deer and Boy“ will eine rührende Geschichte erzählen, scheitert aber an schwammiger Steuerung und technischen Mängeln.

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Dennis Adam
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SPIEL Deer and Boy
ENTWICKLER Deer and Boy
PUBLISHER Dear Villagers
RELEASE 23. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC | PlayStation 5 | Xbox Series S/X | Nintendo Switch

Erster Eindruck

„Deer and Boy“ beginnt mit einem hübschen, handgezeichneten Wald. Der Protagonist steht neben seinem Reh, die Kamera schwenkt langsam. Die Farben wirken warm, fast schon nostalgisch. Leider hält dieser Zauber nur die ersten zwei Minuten.

Schon beim ersten Sprung merkt man: Hier stimmt etwas nicht. Die Animation zeigt einen eleganten Bogen, der Charakter landet aber einen halben Block weiter links. Die Steuerung fühlt sich an, als ob sie über eine nasse Seife läuft.

Story und Atmosphäre

Die Prämisse ist simpel: Ein Junge verliert sein Reh im Wald und muss es wiederfinden. Unterwegs sammelt er Federn, die kleine Erinnerungsfetzen freischalten. Die Dialoge sind spärlich, aber nicht lieblos.

Die Musikuntermalung mit sanften Klavierklängen schafft eine melancholische Stimmung. Sie erinnert an die ruhigen Momente in „Gris“. Nur dass hier die Ruhe oft durch einen plötzlichen Tod unterbrochen wird.

Gameplay und Steuerung

Das Kernproblem ist die Springhüpfigkeit. Die Distanzen stimmen nicht mit der Animation überein, was bei engen Plattformen zum Frust führt. Der Tod ist ein häufiger Begleiter.

  • Keine Checkpoints: Jeder Sturz in den Abgrund schickt dich an den Levelanfang zurück.
  • Das Reh folgt automatisch, bleibt aber manchmal an Steinen hängen.
  • Die Kollisionsabfrage ist fehlerhaft: Der Charakter bleibt an unsichtbaren Kanten kleben.
  • Es gibt nur zwei Tasten für Aktion: Springen und Interagieren, mehr braucht es nicht.

Die drei alternativen Enden je nach gesammelten Federn sind ein netter Anreiz für Wiederspielbarkeit. Die kurzen Ladezeiten zwischen den Abschnitten sind ebenfalls positiv. Aber das hilft wenig, wenn man den gleichen Abschnitt zehnmal wiederholt.

Technische Probleme

Auf der Nintendo Switch treten die gravierendsten Probleme auf. Texturen laden erst nach mehreren Sekunden nach, besonders im dritten Level mit den Pilzen. Die Framerate fällt dann unter 20 Bilder pro Sekunde.

Einmal blieb das Spiel komplett hängen, nachdem der Junge in eine Wasserlacke fiel. Der Fehler ließ sich nur durch einen Neustart beheben. Auf dem PC läuft es stabiler, aber die schwammige Steuerung bleibt.

Fazit

„Deer and Boy“ hat eine schöne Optik und eine nette Grundidee. Die Mischung aus Plattformer und leichter Erkundung könnte gefallen, wenn die Technik mitspielen würde. Sie tut es nicht.

Mit einer Spielzeit von knapp 90 Minuten ist es selbst für den Indie-Sektor kurz. Die fehlerhafte Steuerung und das Fehlen von Checkpoints machen jeden Durchgang zur Geduldsprobe. Wer auf Retro-Souls-Likes steht, mag die Härte ertragen. Alle anderen sollten sich einen anderen Wald suchen.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Handgezeichnete Hintergründe mit warmen, einladenden Farben
  • +Originelle Prämisse: Junge und Reh als unzertrennliches Duo
  • +Musikuntermalung mit sanften Klavierklängen schafft melancholische Stimmung
  • +Kurze Ladezeiten zwischen den Abschnitten
  • +Drei alternative Enden je nach gesammelten Federn

- CONTRA

  • -Springfühlung unzuverlässig, Distanzen stimmen oft nicht mit der Animation überein
  • -Keine Checkpoints: Tod schickt dich an den Levelanfang zurück
  • -Kollisionsabfrage fehlerhaft, Charakter bleibt an unsichtbaren Kanten hängen
  • -Texturen laden erst nach mehreren Sekunden nach, besonders auf der Nintendo Switch

FAZIT

Ein vielversprechendes Konzept, das an mangelhafter Umsetzung und fehlendem Feinschliff scheitert, nur für hartgesottene Geduldige.

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