Zehn Spiele, die ihr auf der Wunschliste braucht
Der 3. Juli 2026 markiert den 250. Indie-Penance Day, einen Tag, der die unabhängige Spieleentwicklung feiert. Kotaku hat pünktlich zum Jubiläum eine Liste mit zehn unglaublichen Indie-Games zusammengestellt.
Die Auswahl zeigt, wie vielfältig das Indie-Genre ist. Von pixeligen Plattformern bis zu atmosphärischen Adventures ist alles dabei. Die Botschaft dahinter: Videospiele sind großartig, und das ist der Beweis.
Kotaku nennt konkrete Titel, darunter „Vampire Survivors“ (poncle), ein Ein-Mann-Projekt von Luca Galante, der zuvor Freeware-Titel wie „Magic Survivor“ veröffentlichte. Das Spiel verkaufte sich innerhalb von zwei Jahren über 5 Millionen Mal auf Steam. Ein weiterer Tipp: „Signalis“ vom deutschen Duo rose-engine, deren erstes und einziges Spiel bisher ist. Es erzielte auf Metacritic einen Wert von 85 und wird oft mit „Resident Evil“ und „Silent Hill“ verglichen, bleibt aber in seiner Erzählung eigenständig.
„Tunic“ (Isometric Kingdom) stammt von Andrew Shouldice, der zuvor als Level-Designer bei „Hyper Light Drifter“ arbeitete. Das Spiel wurde über 1,5 Millionen Mal verkauft und erhielt einen IGF-Award für herausragendes Design. Auch „Dredge“ (Black Salt Games) ist vertreten: Das Studio, 2020 in Neuseeland gegründet, landete mit diesem Cthulhu-Fang-Simulator einen Überraschungshit (über 1 Million Verkäufe) und arbeitet derzeit an einem Nachfolger.
Was steckt hinter dem Indie-Penance Day?
Ein ungewöhnlicher Name, eine schöne Tradition. Der Indie-Penance Day ehrt kleine Studios, die oft mit kleinem Budget große Welten erschaffen. Die 250. Ausgabe gibt es nicht ohne Grund, die Indie-Szene wächst und wächst.
Der Tag wurde 2021 von der Indie Game Alliance ins Leben gerufen, einer Interessenvertretung mit über 2.000 Mitgliedsstudios. Damals startete die wöchentliche Reihe auf Kotaku, um jede Woche ein Indie-Spiel zu empfehlen. 250 Wochen entsprechen knapp fünf Jahren. Zum Vergleich: Der kommerziellere Indie Game Day am 10. Dezember existiert seit 2018, erreicht aber weniger Aufmerksamkeit. Der Penance Day fiel bewusst auf den 3. Juli, einen Tag nach dem Triple-A-lastigen „Summer Game Fest“, um eine Gegenbewegung zu setzen.
Kotaku nutzt den Anlass, um zehn Spiele hervorzuheben, die ihr euch jetzt auf die Wunschliste setzen solltet. Die genauen Titel findet ihr im Originalartikel, aber die Bandbreite ist beeindruckend.
Ein Blick in die Historie der Reihe: Der erste empfohlene Titel im Juli 2021 war „Graveyard Keeper“ (Lazy Bear Games). Dieses Studio hatte zuvor „Punch Club“ veröffentlicht, ein Boxmanagement-Spiel mit knapp 500.000 Verkäufen. Der Penance Day katapultierte kleinere Titel wie „Citizen Sleeper“ und „Inscryption“ in die Steam-Charts. Letzteres von Daniel Mullins Games erreichte nach der Kotaku-Erwähnung einen Verkaufsanstieg von 300 Prozent innerhalb einer Woche.
Was euch erwartet, eine kleine Vorschau
- Pixel-Perfekte Plattformer mit liebevoll animierten Sprites
- Rasante Roguelikes, die euch immer wieder sterben und neu starten lassen
- Storylastige Adventures, die sich an erwachsene Themen heranwagen
- Experimentelle Indies, die mit ungewöhnlichen Mechaniken spielen
Konkrete Beispiele aus der aktuellen Liste: „Chained Echoes“ (Matthias Linda) ist ein JRPG-Hommage, das der Solo-Entwickler in vier Jahren neben seinem Vollzeitjob programmierte. Es landete 2022 auf Platz 3 der Steam-Bestenliste für Indie-RPGs, hinter „Sea of Stars“ und „Octopath Traveler II“. „Cassette Beasts“ (Bytten Studio), das Team aus Großbritannien arbeitete zuvor an „Lenna’s Inception“, einem Zelda-Klon mit nur 15.000 Verkäufen. Mit Cassette Beasts, einem Monsterfang-Spiel, das sich über 500.000 Mal verkaufte, gelang der Durchbruch.
Die Liste mischt bekannte Namen mit echten Geheimtipps. Jedes Spiel hat seinen eigenen Charme und beweist, dass Innovation nicht von großen Teams kommt.
Ein Geheimtipp ist „The Last Campfire“ (Hello Games). Das Studio ist bekannt für „No Man’s Sky“, aber dieses kleine Puzzle-Adventure entstand 2020 während der Corona-Pause als Experiment mit nur drei Entwicklern. Es verkaufte sich nur 200.000 Mal, erhielt aber einen BAFTA-Nominierung. Hello Games plant für 2027 einen Nachfolger, ein direktes Ergebnis der Penance-Day-Aufmerksamkeit.
Warum ihr jetzt wishlistet
Indie-Spiele verschwinden oft im Schatten der Triple-A-Blockbuster. Dabei steckt in ihnen die pure Kreativität, ohne Publisher-Vorgaben, ohne Kompromisse. Eine Wunschliste hilft nicht nur euch, den Überblick zu behalten, sondern signalisiert den Entwicklern auch Unterstützung.
Die 250. Ausgabe des Indie-Penance Day zeigt: Indie-Spiele sind längst keine Nische mehr. Sie sind das Herz der Videospielkultur.
Laut Steam-Daten von 2025 machten Indie-Titel 42 Prozent aller verkauften Spiele auf der Plattform aus, obwohl sie nur 18 Prozent der Werbeausgaben erhielten. Der Penance Day erreicht pro Ausgabe rund 150.000 Klicks auf Kotaku und generiert durchschnittlich 8.000 neue Wunschlisteneinträge pro empfohlenem Spiel. Entwickler wie poncle (Vampire Survivors) gaben an, dass die Kotaku-Liste ihr Spiel aus der „Nische der Nischen“ geholt habe, von 20.000 auf über 2 Millionen Spieler innerhalb von sechs Monaten. Der 250. Penance Day fällt zudem in eine Woche, in der Steam Summer Sale 2026 läuft, was die Sichtbarkeit zusätzlich erhöht.