Polygon zieht den Stecker
Die Kollegen von Polygon haben einen klaren Take veröffentlicht: Die Jumanji-Reboots mit Dwayne Johnson, Kevin Hart, Karen Gillan und Jack Black sind besser als das Original mit Robin Williams. „Und es ist nicht einmal knapp“, so die Redaktion. Keine vorsichtige Formulierung, hier wird ein neuer Champion ausgerufen.
Der Weg zum Reboot: Zahlen und Studio
Sony Pictures brachte 2017 den ersten Reboot Jumanji: Willkommen im Dschungel in die Kinos. Das Studio hatte die Filmrechte 2014 von TriStar übernommen, nachdem ein früheres Sequel-Projekt gescheitert war. Produzent Matt Tolmach, zuvor für die Amazing Spider-Man-Filme verantwortlich, holte Regisseur Jake Kasdan (Bad Teacher) und die Autoren Chris McKenna & Erik Sommers (Spider-Man: Homecoming). Das Budget lag bei 90 Millionen US-Dollar, ein eher moderater Betrag für ein Blockbuster-Franchise. Der Film spielte weltweit 962 Millionen US-Dollar ein, fast das Zehnfache des Budgets.
Was die neuen Filme besser machen
- Action auf Konsolen-Niveau: Die Reboots sind temporeiche Abenteuerkomödien, die wie ein gut designtes Action-Adventure wirken.
- Starkes Ensemble mit echter Chemie: Jeder Darsteller spielt eine klare Klasse, Dr. Bravestone, Mouse, Ruby Roundhouse, Professor Oberon.
- Humor und Timing sitzen perfekt, während der Originalfilm von 1995 oft ins Hollywoodeske kippt und sich auf Williams‘ Solonummern verlässt.
Box Office und Kritiken: Die Fakten
Der zweite Film Jumanji: The Next Level (2019) setzte mit einem Budget von 125 Millionen US-Dollar und weltweit 801 Millionen US-Dollar ähnliche Maßstäbe. Beide Filme erhielten auf Rotten Tomatoes 76% bzw. 71% positive Kritiken, das Original von 1995 liegt bei 53%. Die Kinobesucherzahlen zeigen einen klaren Trend: Während der Robin-Williams-Film 100 Millionen US-Dollar in den USA einspielte (inflationsbereinigt etwa 207 Mio.), erreichte Willkommen im Dschungel 404 Millionen US-Dollar im Inland. Polygon stützt sich auf diese Marktdaten, nicht nur auf Geschmack.
Der entscheidende Unterschied: Die Spiel-Metapher
Robin Williams‘ Version war ein Brettspiel-Thriller. Die neuen Filme verstehen Jumanji als Videospiel mit klaren Regeln: Level, Leben, Skills und Respawns. Diese Übersetzung ins RPG-Genre fühlt sich frischer an, und spricht direkt die Gaming-Community an.
Branchenkontext: Videospielverfilmungen und Reboots
Die Jumanji-Reboots starteten in einer Zeit, in der Hollywood verstärkt auf Gaming-Ikonen setzte: Tomb Raider (2017) mit Alicia Vikander, Detective Pikachu (2019) und die Sonic-Filme. Anders als diese direkten Lizenzumsetzungen nutzte Sony das vorhandene Jumanji-IP, verwandelte es aber in eine originäre Spielmetapher. Das Konzept von Avataren und Klassen war 2017 noch selten im Mainstream-Kino. Filme wie Ready Player One (2018) bedienten ähnliche Themen, aber mit deutlich höherem Budget (175 Mio. US-Dollar) und ernsterem Ton. Die Jumanji-Reboots bewiesen, dass leichte Komödien mit RPG-Skills ein Familienpublikum gewinnen können, ohne Nostalgie-Krücken.
Warum dieser Vergleich für Gamer relevant ist
- Jack Black als Teenager-Mädchen im Körper eines erwachsenen Mannes, eine Parodie auf Avatare und Account-Switching.
- Dwayne Johnson als Dr. Smolder Bravestone, der perfekte Tank-Charakter mit maximaler Stärke, aber null Intelligenz.
- Kevin Hart als Moose Finbar, der klassische Rogue mit hohem Tempo und niedriger Verteidigung.
Das Franchise vor den Reboots: Ein kurzer Rückblick
Das Original Jumanji (1995) von Regisseur Joe Johnston basierte auf dem Bilderbuch von Chris Van Allsburg. Es folgte 2005 das Spin-off Zathura: A Space Adventure, eine lose Adaption mit ähnlichem Brettspiel-Konzept, aber im Sci-Fi-Setting. Dieser Film spielte nur 65 Millionen US-Dollar bei 65 Mio. Budget ein. Danach lag das IP auf Eis. Die Reboots von 2017/19 waren die ersten echten Kinofilme seit 12 Jahren. Ein dritter Teil ist in Entwicklung, geplant mit demselben Cast ab 2024.
Kein Nostalgiebonus mehr
Polygon argumentiert: Wer die Originalfilme heute nebeneinander legt, sieht einen klaren Gewinner. Die Reboots bieten mehr Tempo, bessere Charakterdynamik und eine intelligentere Nutzung der Jumanji-Idee. Robin Williams wird immer ein Legende bleiben, aber sein Film hat seine beste Zeit hinter sich. Der letzte Jumanji-Reboot spielte allein am Eröffnungswochenende 60 Millionen US-Dollar in den USA ein, mehr als das Original in den ersten zwei Wochen.