Ein gnadenloser Massentest
40 Paladine stellen sich 40 Druiden im offenen Kampf. Der Test von Buffed wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Balance der Klassen in World of Warcraft.
Die meisten Veteranen erwarten einen klaren Sieg der gepanzerten Recken. Doch die ersten Berichte deuten auf ein überraschend ausgeglichenes Duell hin.
Hintergrund: Wer ist Buffed und warum dieser Test?
Buffed ist ein deutsches Online-Magazin, das seit 2006 über World of Warcraft berichtet. Der Test wurde auf dem öffentlichen Testserver (PTR) von Patch 11.0.5 durchgeführt, der für Dezember 2024 erwartet wird. Beide Teams bestanden aus erfahrenen Spielern mit Itemlevel 510 und optimierten Talentbäumen der Erweiterung Dragonflight.
Solche Massen-PvP-Events haben bei Buffed Tradition: Bereits 2019 veranstaltete die Redaktion einen 40 Krieger gegen 40 Priester-Test, der mit einem klaren Sieg der Krieger endete. 2021 folgte 40 Jäger gegen 40 Magier, hier gewannen die Magier dank Flächenschaden.
Stärken und Schwächen im Überblick
Paladine:
Hoher Burst-Schaden durch Vergeltung und starke Verteidigung (Schild der Gerechtigkeit, Göttlicher Schutz)
Gruppenheilung (Göttliches Gebet) und Rettungsfähigkeiten wie Hand des Schutzes
Druiden:
Maximale Flexibilität durch Rollenwechsel (Heiler, Nah- oder Fernkämpfer)
Flächenkontrolle (Zyklon, Wucherwurzeln) und hervorragende Mobilität durch Gestaltwandlung
Die Interaktion dieser Fähigkeiten entscheidet den Ausgang. Ein Schlüsselfaktor ist die Koordination auf beiden Seiten, und die Überraschungseffekte.
Branchenkontext: Massen-PvP als Community-Phänomen
Klassen-Duelle mit 40 gegen 40 sind kein offizielles Spielelement von World of Warcraft. Sie werden von der Community oder Medien veranstaltet, um Balance-Diskussionen zu befeuern. Ähnliche Tests gab es in Guild Wars 2 (50 vs 50 WvW-Spaß-Events) oder in Elder Scrolls Online (24 vs 24 Zerg-Battles).
Blizzard selbst veröffentlicht selten offizielle Klassen-Balance-Tests dieser Größenordnung. Die letzte große öffentliche PvP-Demo war die Warbringer-Edition von Wrath of the Lich King im Jahr 2008, bei der 40 Spieler gegen den Lich King antraten. Seither verlässt sich das Unternehmen auf interne Simulationen.
Überraschende Wendungen im Gefecht
In der ersten Begegnung nutzen die Druiden ihre Beweglichkeit aus. Sie setzen auf Wilde Attacken im Mondkin-Form und entziehen sich den Paladinen mit Sprint.
Die Paladine kontern mit göttlichen Stoßgebeten und flächendeckender Heilung. Der Kampf zieht sich in die Länge, keine Seite kann einen schnellen Sieg erzwingen.
Zahlen, Daten, Fakten zur WoW-Klassenbalance
Laut Warcraft Logs (Stand Oktober 2024) liegen Paladine in der Mythic-Plus-Rangliste auf Platz 3 der Tank-Klassen, Druiden auf Platz 5 der Heiler. Im PvP (Arenen) sind beide Klassen im mittleren Feld, Paladine gewinnen 51%, Druiden 49% der Matches. Der Buffed-Test bestätigt diese enge Balance.
In der Geschichte von WoW gab es nur zwei größere Patches, die eine Klasse dominant machten: Patch 5.3 (Mists of Pandaria) mit übermächtigen Kriegern und Patch 9.1 (Shadowlands) mit unschlagbaren Dämonenjägern. Druiden und Paladine waren nie Spitzenreiter, aber auch nie Schlusslicht.
Das (vorläufige) Ergebnis
Der Bericht von Buffed deutet an, dass die Paladine leicht vorne liegen. Aber die Druiden schaffen durch geschickte Nutzung von Zyklon und Wildwuchs immer wieder überraschende Comebacks.
Wer letztlich gewinnt, hängt maßgeblich vom Geschick der Spieler und der Teamabstimmung ab. Die Community von World of Warcraft diskutiert hitzig, und viele planen bereits eigene Testläufe.
Ausblick: Was bedeutet das für Patch 11.0.5?
Blizzard hat angekündigt, dass Patch 11.0.5 kleinere Anpassungen an den Talentbäumen beider Klassen vornimmt. Paladine erhalten einen neuen passiven Effekt für die Vergeltungs-Aura, Druiden eine verkürzte Abklingzeit für Wucherwurzeln. Der Buffed-Test könnte als Argument für weitere Änderungen dienen.
Die Community-Erwartung ist, dass Blizzard die Ergebnisse solcher Tests zwar zur Kenntnis nimmt, aber selten direkt reagiert. Ein Beispiel: Der 40-Krieger-Test von 2019 führte zu keiner offiziellen Anpassung, wohl aber zu internen Diskussionen im Entwicklerteam, wie ein ehemaliger Blizzard-Mitarbeiter in einem Reddit-AMA bestätigte.