Shitstorm mit Folgen: EA knickt ein
Der Publisher EA Sports hat in CFB 27 eine Reihe von ehemals kostenlosen Optionen hinter eine Paywall verpackt. Die Spielerschaft reagierte mit einem massiven Shitstorm.
- Kostenlose Feature wurden still und heimlich hinter eine Bezahlschranke verschoben.
- Die Community protestierte lautstark in Foren und sozialen Netzwerken.
Der Druck wurde so groß, dass EA nun zurückrudern musste. Wie PCGames berichtet, hat der Konzern die Paywall wieder entfernt und alle Inhalte sind wieder für alle Besitzer von CFB 27 zugänglich.
Die Eskalation: Was war passiert?
EA hatte bei einem Update die Grenzen zwischen kostenlosem Grundspiel und kostenpflichtigen Extras neu gezogen. Konkret wurden folgende Elemente gekappt:
- Team-Baukästen für den Ultimate-Team-Modus
- Saison-Statistiken im Dynasty-Modus
- Bestimmte Anpassungsoptionen für Stadien und Trikots
Ohne die Paywall waren diese Inhalte vor dem Update fester Bestandteil des Spiels. Die Bezahlschranke blockierte sie für alle Spieler, die kein zusätzliches Abo oder Mikrotransaktionen abschlossen.
Die Kehrtwende
Die Kritik war so vehement, dass EA keine zwei Wochen brauchte, um zu reagieren. Ein Patch stellt den ursprünglichen Zustand wieder her.
Der Schritt zeigt, dass selbst ein Branchenriese wie EA sich dem Druck der Spieler beugen muss. CFB 27 ist wieder vollständig spielbar, ohne versteckte Kosten. Ob EA aus dem Debakel lernt, bleibt abzuwarten.
Die Entwickler: EA Tiburon
EA Sports lässt seine Football-Titel von EA Tiburon in Orlando entwickeln. Das Studio existiert seit 1994, hieß ursprünglich Tiburon Entertainment und wurde 1998 von Electronic Arts übernommen. Neben CFB 27 programmiert das Team auch sämtliche Madden NFL-Spiele und hat damit über 30 Jahre Erfahrung mit Sport-Simulationen. Die College-Football-Reihe war seit 2014 pausiert, umso größer der Aufschrei, als der lang erwartete Nachfolger plötzlich mit Sparmaßnahmen kam.
Die Vorgeschichte der College-Football-Serie
Von 1993 bis 2014 brachte EA jährlich die NCAA Football-Reihe heraus. 2014 stoppte der Publisher die Serie nach einem Rechtsstreit um die Vermarktung von Spieler-Likeness (Name, Bild, Ähnlichkeit). Erst 2021 kündigte EA die Rückkehr an; EA Sports College Football 25 kam im Juli 2024 auf den Markt, nach einer Pause von elf Jahren. Der Erfolg war enorm: rund fünf Millionen verkaufte Einheiten in den ersten zwei Wochen. CFB 26 folgte 2026, CFB 27 ist der dritte Teil der neuen Ära. Die Erwartungen waren hoch, und die Paywall-Entscheidung traf eine besonders treue Fanbasis.
Mikrotransaktionen als Dauerproblem
Das Ultimate-Team-Modell (EAU) ist der profitabelste Bereich des Publishers. Im Geschäftsjahr 2025 spülte es EA über 2,5 Milliarden US-Dollar ein, mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes von EA Sports. Die umstrittene Paywall in CFB 27 zielte auf Elemente, die in Madden NFL 25 bereits kostenpflichtig waren. Viele Spieler sahen darin einen Testlauf, um die Grenzen im weniger etablierten College-Football-Markt auszuloten. Branchenweit setzen Sportspiele zunehmend auf saisonale Pässe und Mikrotransaktionen, eine vollständige Rücknahme nach einem Update ist dagegen selten.
Der Shitstorm in Zahlen
Der Protest lief vor allem auf Reddit und Change.org. Ein Thread im CFB 27-Subreddit sammelte über 15.000 Upvotes; eine Petition gegen die Paywall erreichte innerhalb von zehn Tagen 87.000 Unterschriften. Auf Twitter/X wurde EAs Ankündigung der Rücknahme mehr als 50.000 Mal geliked. Die Petition zählt Stand heute 87.000 Unterschriften.