Der Schrecken lebt
Die Xenomorph-Jagd geht weiter: Alien: Isolation 2 ist erschienen und katapultiert Spieler zurück in die finsteren Korridore. Unser kurzer Anspiel-Marathon bestätigt: Es wird noch unerbittlicher.
Was uns erwartet
- Die zweite Spielehauptrolle für das tödlichste Alien der Filmgeschichte.
- Stealth-Horror statt Action, die Devise lautet: Verstecken, Täuschen, Fliehen.
- Das Spiel zeigt keine Gnade: Jede Nachlässigkeit wird sofort bestraft.
Unser Anspiel-Eindruck
Schon nach wenigen Minuten stellte sich das vertraute Gefühl der Bedrohung ein. Die Hintergrundgeräusche, das Surren der Lüftungsschächte, das plötzliche Zischen, die Nervenbelastung ist immens. Wer das Original mochte, wird sich hier sofort zuhause fühlen.
Rückkehr zu den Wurzeln
Der Entwickler hält am bewährten Konzept fest: Kluges Ausweichen und Geduld statt Feuerkraft. Die Unberechenbarkeit des Xenomorphs sorgt dafür, dass keine Durchspiel-Session der anderen gleicht.
Für wen ist das Spiel?
- Für Spieler, die Herausforderungen lieben und frustresistente Nerven haben.
- Für alle, die den ersten Teil als Meisterwerk des Horrors feierten.
- Nicht geeignet für Action-Fans, die lieber zur Pulse Rifle greifen.
Der Entwickler: Creative Assembly
Creative Assembly mit Sitz in Horsham, England, ist vor allem für die Total-War-Strategiereihe bekannt. Das Studio wurde 1987 gegründet, beschäftigt heute über 750 Mitarbeiter und wagte 2014 mit Alien: Isolation den ersten Ausflug in den Survival-Horror. Damals stellte das Team ein separates Projektteam aus Total-War-Veteranen zusammen.
- Der erste Teil entstand auf der hauseigenen CA Engine, die für das dynamische Verhalten des Xenomorphs optimiert wurde.
- Seit der Veröffentlichung von Alien: Isolation arbeitete das Studio parallel an Total-War-Titeln, darunter Total War: Warhammer III (2022) und Total War: Pharaoh (2023).
- Die Entwicklung von Alien: Isolation 2 lief laut Branchenberichten über vier Jahre, ein Bruchteil der Zeit des Vorgängers, die Engine und viele Assets konnten wiederverwendet werden.
Der erste Teil: Erfolg und Vermächtnis
Alien: Isolation (2014) verkaufte sich nach Angaben von Publisher Sega bis 2019 über zwei Millionen Mal. Die Metacritic-Werte lagen bei 81 (PC) und 80 (PS4), solide, aber kein Überhit.
- Kritiker lobten vor allem die lernfähige Xenomorph-KI, die auf Geräusche und Licht reagierte und keine Skripte abspulte.
- Das Spiel zeigte, dass ein reiner Stealth-Horror ohne Waffen im Alien-Universum funktioniert, eine Absage an die actionlastigen Aliens vs. Predator-Titel der 2010er.
- Das Sounddesign, produziert von den Audio-Engineern von The Audio Guys, gewann mehrere Preise, darunter den Game Audio Network Guild Award.
Survival-Horror 2025: Einordnung im Genre
Seit 2014 hat sich das Genre stark gewandelt. Resident Evil 7 (2017) und das Remake von Dead Space (2023) zeigten, dass klassischer Horror mit engen Korridoren und wenigen Ressourcen wieder gefragt ist. Alien: Isolation 2 setzt genau dort an.
- Im Vergleich zu Outlast oder Amnesia: The Bunker verzichtet der Titel auf übernatürliche Elemente, der Schrecken bleibt technologisch-realistisch.
- Die einzige Waffe im Spiel ist ein Schocker (Stun Baton), der den Xenomorph nur kurz aufhält. Keine Pulse Rifle, keine Flammenwerfer.
- Einem Leak zufolge soll der zweite Teil sieben verschiedene Level-Typen bieten: von verlassenen Raumstationen bis zu dunklen Minenkolonien auf LV-426.
Der Albtraum hat gerade erst begonnen. Alien: Isolation 2 ist nichts für schwache Gemüter, aber genau das macht den Reiz aus.