Amazon Luna führt Remote Play ein
Mit dem September-Update hat Amazon seinem Cloud-Gaming-Dienst Luna eine Funktion namens Remote Play spendiert. Spieler können ab sofort bis zu sieben weitere Personen in ihre Sessions einladen, ohne dass diese sich im selben Raum befinden müssen. Bisher ließen sich Multiplayer-Titel bei Luna nur lokal an einem Bildschirm gemeinsam spielen. Amazon Prime- und Luna-Premium-Abonnenten dürfen die Einladungen verschicken, die Eingeladenen brauchen selbst kein Prime-Abo.
So funktioniert das Einladen
- Bis zu sieben Gäste können pro Session eingeladen werden
- Eingeladene brauchen kein Amazon Prime und kein Luna-Abo
- Zugriff erfolgt über die Luna-Website oder die TV-App
- Der Host benötigt ein aktives Prime- oder Luna-Premium-Abo
- Die Internetverbindung jedes einzelnen Spielers beeinflusst die Session
Was Luna eigentlich ist (und für wen)
Amazon Luna ist der Cloud-Gaming-Dienst des Versandriesen und für Prime-Mitglieder ohne Aufpreis zugänglich. Statt Konsole oder PC genügt ein kompatibles Gerät mit Internetverbindung, um auf einen kuratierten Katalog zuzugreifen. Das Konzept ähnelt Diensten wie Xbox Cloud Gaming oder GeForce Now, unterscheidet sich aber durch die enge Kopplung an das Prime-Ökosystem. Wer bereits Prime nutzt, bekommt Luna praktisch als Dreingabe.
Diese Spiele kommen zum Remote-Play-Start
Zum Start von Remote Play hat Amazon zwei Multiplayer-Titel ins Programm aufgenommen: die digitale Umsetzung des Brettspiels King of Tokyo und das Quizspiel It’s Quiz Time: Guinness World Records. Im Laufe des Septembers folgen laut Amazon weitere Partyspiele: Bowling Mayhem mit Bewegungssteuerung sowie Cranium Planet, das ähnlich wie Pictionary funktioniert. Zusätzlich wurden Star Wars Outlaws und Avatar: Frontiers of Pandora ins Standard-Lineup aufgenommen, beide allerdings als Einzelspieler-Erfahrungen.
Cloud-Gaming im September: ein durchwachsener Monat
Die Remote-Play-Ankündigung fällt in einen Monat, der für Cloud-Gaming insgesamt eher ungemütlich ist. Xbox hat bestätigt, Game-Pass-Ultimate-Abonnenten auf 15 Stunden Cloud-Gaming pro Monat zu begrenzen. Wer darüber hinaus spielen will, muss extra zahlen. Das trifft vor allem Vielspieler, die ihre Xbox-Titel ohne Konsole streamen. Amazon kann sich in dieser Situation mit einem Argument positionieren, das Microsoft derzeit nicht liefert: Mehrspieler-Sessions ohne Zusatzkosten für die Gäste.
Vergleich mit PS5 und Switch 2
- Sony bietet mit der PS5 bereits eigene Remote-Play-Funktionen
- Nintendo erlaubt ähnliche Sitzungen über die Switch 2
- Bei allen Varianten hängt die Qualität von mehreren Internetverbindungen ab
- Amazon hat den Vorteil, dass Gäste keine Plattform-Hardware brauchen
- Das senkt die Einstiegshürde für Gelegenheitsspieler erheblich
Was Remote Play für Prime-Nutzer bedeutet
Für Prime-Mitglieder, die Luna bislang kaum angerührt haben, könnte Remote Play der erste echte Grund sein, den Dienst auszuprobieren. Der Aufwand für eingeladene Freunde bleibt minimal: kein Abo, kein Download, keine Konsole. Lediglich der Browser oder die TV-App muss geöffnet werden. Ob das reicht, um Luna gegen etablierte Konkurrenz zu behaupten, hängt davon ab, wie zuverlässig die Sessions in der Praxis laufen.
Studios und Katalogpflege
Amazon betreibt Luna nicht als reine Tech-Plattform, sondern kümmert sich selbst um die Katalogpflege. Die Mischung aus Brettspiel-Umsetzungen wie King of Tokyo, Quizformaten und großen Einzelspieler-Blockbustern zeigt, dass der Konzern mehrere Zielgruppen gleichzeitig bedienen will. Ob die Partyspiel-Schiene dauerhaft trägt, wird sich daran messen lassen, wie regelmäßig Amazon in den kommenden Monaten nachlegt. Der September ist mit vier angekündigten Multiplayer-Titeln zumindest ein Anfang.