Ein rätselhaftes Aus für Gotham
Vier Jahre sind vergangen, seit Warner Bros den Film Batgirl offiziell einmottete. Der Schauspieler J.K. Simmons, der in der Produktion als Commissioner Gordon vorgesehen war, zeigt sich bis heute irritiert über den Verbleib des Projekts.
Die offizielle Haltung der Studios
Die Entscheidung zur Einstellung wurde von der Führungsebene der DC Studios begründet. Hier sind die bekannten Fakten zur offiziellen Position:
- Peter Safran, Co-Head der DC Studios, stufte den Film als "not releasable" ein.
- Diese Einstufung führte dazu, dass Batgirl niemals für das Publikum veröffentlicht wurde.
- Trotz der abgeschlossenen Dreharbeiten bleibt das Material unter Verschluss.
Fragen ohne Antworten
J.K. Simmons steht mit seinem Unverständnis nicht allein da, denn viele Beobachter hinterfragen die damalige Entscheidung von Warner Bros hartnäckig. Es gibt keine Informationen darüber, ob der Film jemals in irgendeiner Form zugänglich gemacht wird.
- Die Produktion wurde trotz eines hohen Budgets komplett gestrichen.
- Steuerliche Abschreibungen seitens Warner Bros standen damals im Zentrum der Berichterstattung.
- Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Kehrtwende des Studios.
Der Film bleibt damit ein unvollendetes Stück DC-Geschichte. Aktuelle Projekte der DC Studios gehen in eine andere Richtung, während Batgirl in den Archiven von Warner Bros verschwindet.
Die Macher und ihre Historie
Regie führten Adil El Arbi und Bilall Fallah, bekannt für Bad Boys for Life (2020) und die Marvel-Serie Ms. Marvel (2022). Das Duo hatte zuvor mit Action und jugendlichen Superhelden gearbeitet, ein passendes Profil für einen Batgirl-Film.
- Das Budget lag bei rund 90 Millionen US-Dollar, finanziert durch Warner Bros. für den Streamingdienst HBO Max.
- Die Dreharbeiten begannen im November 2021 in Glasgow, endeten im März 2022. Der fertige Schnitt lag vor, als das Studio im August 2022 die Einstellung bekannt gab.
- Hauptdarstellerin Leslie Grace (aus In the Heights) spielte Barbara Gordon. Michael Keaton kehrte als Batman zurück, nachdem er seine Rolle in The Flash (2023) wieder aufgenommen hatte.
Branchenkontext: Vergleichbare Fälle
Die Abschreibung eines fertig produzierten Films ist in Hollywood selten, aber nicht ohne Präzedenz. Warner Bros. verfuhr ähnlich mit Coyote vs. Acme, einem abgedrehten Animations-/Realfilm, der ebenfalls 2023 aus Steuergründen eingestampft wurde.
- Die Abschreibung von Batgirl soll Warner Bros. eine Steuerersparnis von etwa 90 Millionen US-Dollar eingebracht haben, das entspricht in etwa den Produktionskosten.
- Zum Vergleich: The Flash (2023) kostete rund 200 Millionen Dollar und wurde trotz Hauptdarsteller-Kontroversen veröffentlicht. Der Film spielte weltweit nur 271 Millionen Dollar ein, ein finanzielles Desaster.
- Andere Studios haben ähnliche Strategien angewandt: Disney schrieb 2023 den abgedrehten Film Crater ab, veröffentlichte ihn aber später auf Disney+. Warner Bros. wählte den kompletten Grab.
Aktuelle Strategie der DC Studios
Seit der Neuausrichtung durch James Gunn und Peter Safran folgt DC einem strikten Zehn-Jahres-Plan namens Chapter 1: Gods and Monsters. Batgirl passt nicht in diese Kontinuität.
- Gunn betonte mehrfach, dass ältere Projekte nicht berücksichtigt werden. Die Rolle des Commissioner Gordon wird in Gunns erstem Film Superman: Legacy (2025) neu besetzt, mit Nathan Fillion.
- J.K. Simmons’ Vertrag für Batgirl war Teil eines losen DCEU-Universums, das mit Aquaman and the Lost Kingdom (2023) endete. Eine Veröffentlichung des Archivmaterials ist rechtlich und steuerlich kompliziert.
- Warner Bros. besitzt das fertige Negativ und die digitalen Master. Brancheninsider spekulieren, dass der Film eines Tages als „Director’s Cut“ oder als Teil eines Streaming-Deals auftauchen könnte, bisher gibt es keine Signale.