Widerstand bei Bethesda organisiert sich
Die Arbeitnehmervertretung der Bethesda Game Studios hat für die kommende Woche offizielle Protestaktionen angekündigt. Grund für die Mobilisierung sind die jüngsten Massenentlassungen innerhalb des Unternehmens.
Die betroffenen Mitarbeiter kritisieren das Vorgehen der Geschäftsführung scharf. Sie weigern sich, die Kündigungen als unabänderliche Tatsache hinzunehmen.
Klare Botschaft der Belegschaft
Die Gewerkschaftsmitglieder haben ihre Haltung in einer deutlichen Stellungnahme zusammengefasst:
- "The company wants us to accept this as a done deal and quietly disappear."
- "We won't let that happen."
Hintergründe zum Arbeitskampf
Die geplanten Kundgebungen sollen die Sichtbarkeit der betroffenen Angestellten erhöhen. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die Unternehmensleitung auf ein geräuschloses Verschwinden der entlassenen Mitarbeiter setzt.
- Die Aktion findet nächste Woche statt.
- Das Ziel ist öffentlicher Protest gegen die Personalentscheidungen.
- Die Gewerkschaft fordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Situation.
Die Stimmung innerhalb der Belegschaft bleibt angespannt. Weitere Details zu den genauen Uhrzeiten oder Standorten der Rallies sind derzeit nicht bekannt.
Das Mutterhaus: Microsofts Umbau bei ZeniMax
Bethesda Game Studios gehört zu ZeniMax Media, das Microsoft im März 2021 für 7,5 Milliarden US-Dollar übernahm. Seit der Übernahme kam es wiederholt zu Umstrukturierungen. Im Januar 2024 entließ Microsoft 1.900 Mitarbeiter aus der gesamten Gaming-Sparte, darunter auch Personal bei Bethesda und anderen ZeniMax-Studios. Im Mai 2024 folgte die Schließung der Studios Tango Gameworks und Arkane Austin, was rund 250 weitere Stellen kostete. Die aktuellen Proteste richten sich gegen eine weitere Welle von Kündigungen, die offenbar das Hauptstudio in Rockville (Maryland) betrifft.
Erfolge, Schwächen und die Last der Erwartungen
Das Studio ist bekannt für die The Elder Scrolls-Reihe: Morrowind (2002), Oblivion (2006) und Skyrim (2011), letzteres verkaufte sich über 30 Millionen Mal. Fallout 4 (2015) setzte 12 Millionen Einheiten am ersten Tag ab. Fallout 76 (2018) startete desaströs, mit technischen Problemen und fehlendem Inhalt. Das jüngste Werk Starfield (2023) erreichte zwar 14 Millionen Spieler, blieb aber hinter den Verkaufsprognosen zurück. Derzeit arbeitet Bethesda an The Elder Scrolls VI, angekündigt 2018 ohne konkreten Termin. Mehrere Entwickler berichteten intern von Druck durch Microsoft, Termine einzuhalten, die Entlassungen könnten diese Projekte weiter verzögern.
Branchenweite Krise: Wo die Stellenstreichungen stehen
Die Entlassungen fügen sich in einen anhaltenden Personalabbau der gesamten Spieleindustrie ein. Laut Analysen von Game Developer wurden 2023 über 10.000 Stellen gestrichen, 2024 bereits mehr als 12.000. Große Publisher wie Sony (Bungie, Naughty Dog), Epic Games (830 Stellen), Unity (600 Stellen) und der Embracer-Konzern (Schließung von Volition, Campfire Audio) bauten massiv ab. Ursachen sind überhöhte Erwartungen an Wachstum nach der Pandemie, steigende Entwicklungskosten und der Umbruch hin zu Service-Spielen. Die Gewerkschaftsbewegung in der Branche wächst parallel: Bei Raven Software (Call of Duty) gründeten Mitarbeiter 2022 die erste Gewerkschaft eines großen AAA-Studios in den USA, und bei CD Projekt Red (Cyberpunk 2077) entstand eine Arbeitnehmervertretung nach den Skandalen um Crunch und Überstunden. Die Proteste bei Bethesda sind der vorläufige Höhepunkt dieser Organisierung, mit ungewissem Ausgang.