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Black Pony Immersive: Ehemalige Arkane-Entwickler versprechen, keinen zweiten Redfall zu bauen
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Black Pony Immersive: Ehemalige Arkane-Entwickler versprechen, keinen zweiten Redfall zu bauen

Das neue Studio Black Pony Immersive aus ehemaligen Arkane-Austin-Mitarbeitern will sich bewusst von Live-Service-Trends fernhalten und für Einzelspieler-Erlebnisse zurückkehren.

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Tommes Parzl
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Ein Studio mit Lernerfahrung

Die Gründer von Black Pony Immersive haben ein klares Versprechen abgegeben: Sie wollen sich nicht von Live-Service-Trends verführen lassen. Das Team besteht aus ehemaligen Arkane Austin-Entwicklern, die die Lehren aus dem katastrophalen Redfall-Release gezogen haben. In einem Statement gegenüber Kotaku betonen sie, dass ihre neuen Projekte bewusst auf die Fehler der Vergangenheit verzichten werden. Das Studio will sich auf das konzentrieren, was Arkane einst groß gemacht hat: dichte, erzählerische Immersive Sims.

Black Pony Immersive positioniert sich damit bewusst als Gegenentwurf zum aktuellen Industrie-Hype. Statt stundenlange Live-Service-Schleifen zu designen, soll der Fokus auf handgemachten Einzelspieler-Momenten liegen. Die Entwickler wissen, dass ihr Ruf auf dem Spiel steht. Ein zweiter Redfall wäre nicht nur ein gefühlter Verrat an den Fans, sondern auch an ihrer eigenen Design-Philosophie.

Was war Redfall eigentlich?

  • Redfall erschien im Mai 2023 für PC und Xbox Series X|S
  • Das Spiel war ein Koop-Shooter mit Vampiren, entwickelt von Arkane Austin
  • Es sollte ein Always-online-Spiel mit offener Welt werden, brach aber mit der Tradition der Studios
  • Die Rezeption war überwiegend negativ, besonders wegen technischer Probleme und fehlender Immersions-Tiefe
  • Mikrotransaktionen und ein geplanter Live-Service-Betrieb wurden nach Release komplett zurückgefahren

Redfall gilt heute als Negativbeispiel für ein Studio, das seine Kernkompetenzen über Bord warf. Wo frühere Arkane-Spiele wie Dishonored oder Prey für ihre emergenten Systeme geliebt wurden, lieferte Redfall eine leere, generische Open World. Das Spiel wurde von Microsoft im Zuge der Studio-Schließungen im Mai 2024 endgültig eingestellt. Black Pony Immersive will nun genau diese Fehler vermeiden.

Die Kernkompetenz: Immersive Sim

Immersive Simulationen sind kein Genre, sondern eine Designphilosophie: Systeme interagieren miteinander, Spieler haben Freiheit, Rätsel auf eigene Art zu lösen. Arkane Austin gehörte zu den letzten großen Häusern, die diese Tradition pflegten. Dishonored überzeugte durch Level, die als Sandkästen für kreative Strategien dienten. Prey (2017) bot eine Raumstation so dicht wie ein Uhrwerk, in der jede Fähigkeit mehrere Einsatzmöglichkeiten hatte.

Black Pony Immersive will zu diesen Wurzeln zurückkehren. Die Entwickler sprechen davon, dass sie „die Magie des Entdeckens“ wiederbeleben wollen. Es geht ihnen nicht um Grafik-Gimmicks oder um einen neuen Online-Pass, sondern um Mechaniken, die sich gegenseitig verstärken. Wer einmal eine Dishonored-Mission mit mehreren Lösungswegen gespielt hat, versteht das Versprechen sofort. Es ist die Rückkehr zu einer Design-Kultur, die in Großstudios fast ausgestorben ist.

Vorgeschichte von Arkane Austin

  • Arkane Austin wurde 2006 als Zweigstudio von Arkane Studios gegründet
  • Mit Dishonored (2012) gelang der Durchbruch, das Spiel gewann über 100 Preise
  • Der Nachfolger Dishonored 2 (2016) und das eigenständige Prey (2017) wurden ebenfalls gefeiert
  • Nach der Übernahme durch Microsoft (ZeniMax) erhielt das Studio den Auftrag für Redfall
  • Redfall wurde als Live-Service-Titel konzipiert, eine Abkehr von allem, was das Studio ausmachte

Die Auflösung des Studios durch Microsoft im Mai 2024 traf viele Fans bitter. Doch aus der Asche gründen mehrere Veteranen nun Black Pony Immersive. Dieser Schritt ist kein Einzelfall: Auch Ex-Ion-Storm-Entwickler oder ehemalige Looking-Glass-Mitarbeiter haben in der Vergangenheit neue Studios gegründet, um immersive Sim am Leben zu halten. Black Pony steht damit in einer Reihe mit anderen Indie-Hoffnungen wie WolfEye Studios (von Raphaël Colantonio, ehemals Arkane).

Live-Service-Wahn als Branchenproblem

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nicht jede Spielereihe für Live-Service geeignet ist. Saints Row (Volition), Gotham Knights (WB Games Montreal) oder Anthem (BioWare) kämpften ähnlich wie Redfall mit Identitätsverlust. Der Druck von Publishern, stabile monatliche Einnahmen zu generieren, hat viele etablierte Studios in ein Schema gezwungen, das ihren Stärken widerspricht. Spieler reagieren zunehmend allergisch auf „Games as a Service“, wenn sie nur als Futter für Battle Passes dienen.

Black Pony Immersive will diesen Kreislauf durchbrechen. Statt auf ständige Updates setzen sie auf kompakte, hochwertige Einzelspieler-Abenteuer. Ein solches Spiel lässt sich nicht mit neuen Skins oder saisonalen Events verlängern, sondern nur mit Substanz. Das ist kein neues Modell, aber eines, das aktuell viele Spieler herbeisehnen. Der Markt zeigt: Einzelspieler-Titel wie Baldur’s Gate 3 (2023) oder Elden Ring (2022) dominieren die Verkaufs-Charts, wenn sie exzellent gemacht sind.

Was Black Pony Immersive plant

  • Entwicklung vollständig auf Einzelspieler ausgerichtet, kein Online-Zwang
  • Fokus auf systemisches Leveldesign mit mehreren Lösungswegen
  • Rückkehr zu einer ruhigen Erzählweise, die durch Spielwelt und Interaktionen vermittelt wird
  • Projektumfang soll kompakt sein, statt überladen: Lieber ein dichtes Erlebnis als ein leeres Open-World-Raster
  • Angestrebte Plattformen sind PC und Konsolen der aktuellen Generation

Konkrete Details zu einem ersten Titel haben die Entwickler noch nicht verraten. Aber die Ankündigung legt nahe, dass sie sich Zeit lassen wollen. Ein Kickstarter oder ein Publisher-Deal könnte in der Zukunft folgen, ist aber noch Spekulation. Die Botschaft lautet primär: Wir haben aus unserem Scheitern gelernt und werden nicht wieder denselben Fehler machen. Ob das Versprechen eingelöst wird, muss die fertige Umsetzung zeigen.

Der erste Eindruck zählt doppelt

Für ein neu gegründetes Studio ist der erste Veröffentlichung ein Schicksalsspiel. Black Pony Immersive ist kein unbeschriebenes Blatt, denn die Namen der Entwickler sprechen für sich. Aber Vertrauen muss man sich erarbeiten, besonders nach dem Redfall-Desaster. Die Branche beobachtet genau, ob auch andere Studios den Schritt weg vom Live-Service-Goldrausch wagen. Schon jetzt wirkt die Ankündigung wie ein Signal: Immersive Sims sind nicht tot, sie brauchen nur die richtige Heimat. Falls Black Pony diesen Spagat schafft, könnten sie ein zweites Looking Glass werden, der legendäre Vorreiter von System Shock und Thief.

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