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Blizzard muss KI-Einsatz künftig mit seinen Entwicklern verhandeln
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Blizzard muss KI-Einsatz künftig mit seinen Entwicklern verhandeln

Eine neue Vereinbarung verpflichtet Blizzard, den Einsatz von KI in der Spieleentwicklung mit der Belegschaft zu diskutieren, zu bewerten und auszuhandeln.

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Dennis Adam
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Blizzard muss über KI mit den Entwicklern verhandeln

Blizzard Entertainment sitzt mit seinen Entwicklern am Tisch. Künftig muss der Studio-Riese den Einsatz von KI-Werkzeugen in der Spieleentwicklung mit seinen Beschäftigten besprechen, bewerten und darüber verhandeln. Das geht aus einer Vereinbarung hervor, die arbeitsrechtliche Mitsprache bei KI-Themen festschreibt. Der Slogan der Beteiligten lautet: “When we fight together, we win together.”

Was “diskutieren, bewerten, verhandeln” konkret heißt

  • KI-Einsatz in der Produktion wird zum Gegenstand formeller Gespräche zwischen Studioleitung und Belegschaft.
  • Neue Tools und Workflows müssen vor der Einführung auf ihre Auswirkungen geprüft werden.
  • Die Belegschaft erhält ein Mitspracherecht bei der Frage, welche Aufgaben automatisiert werden.
  • Der Rahmen gilt für laufende und künftige Projekte von Blizzard.
  • Die Vereinbarung schafft Verhandlungswege, keine Einbahnstraße.

Der Weg zur Mitsprache bei Blizzard

Blizzard Entertainment gehört zu den traditionsreichsten Studios der US-Branche. Gegründet 1991 in Irvine, Kalifornien, wurde das Haus mit Warcraft, StarCraft und Diablo groß. Später kamen World of Warcraft, Overwatch und Hearthstone hinzu. Über Jahre galt Blizzard als Musterbeispiel für polierte Großproduktionen mit langer Entwicklungszeit und hohen Verkaufszahlen. Arbeitskämpfe im Haus sind jüngeren Datums, stehen aber in einer Reihe mit anderen Studios.

Microsoft als Eigentümer

Seit der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft im Jahr 2023 gehören die Kalifornier zum Xbox-Konzern. Microsoft hat sich in der Vergangenheit zu Neutralität bei Gewerkschaftsgründungen bekannt. Mehrere Studios unter dem Konzern haben inzwischen Arbeitnehmervertretungen gebildet. Der Druck, KI-Einsatz arbeitsrechtlich zu regeln, wächst damit auch innerhalb des Konzerns. Die Blizzard-Vereinbarung fügt sich in diese Entwicklung ein.

Vergleichsbranche: Gewerkschaften und KI

  • Bei Raven Software organisierte sich 2022 das QA-Team erfolgreich.
  • ZeniMax Workers United vertritt Beschäftigte mehrerer Bethesda-Studios.
  • Bei Sega of America stimmte die Belegschaft für eine Gewerkschaft.
  • Bei Activision Blizzard folgten weitere Studios dem Vorbild.
  • In vielen dieser Verträge finden sich inzwischen Klauseln zu KI und Automatisierung.

Warum KI ein Konfliktthema ist

KI-Modelle können Konzeptzeichnungen, Texturen und Sprachaufnahmen erzeugen. Studios weltweit testen solche Werkzeuge, um Kosten zu senken und Produktionszeiten zu verkürzen. Beschäftigte fürchten, dass diese Werkzeuge Aufgaben übernehmen, die bisher von Menschen erledigt wurden. Bei Blizzard betrifft das unter anderem Konzeptkunst, Lokalisierung und Qualitätssicherung. Regelungen, die Mitsprache garantieren, gelten als Versuch, diese Entwicklung nicht allein dem Management zu überlassen.

Was das für Spieler bedeutet

Spielerinnen und Spieler merken zunächst wenig von Tarifverhandlungen. Mittel- und langfristig kann die Vereinbarung aber Einfluss auf die Qualität haben. Wenn Entwickler bei KI-Tools mitreden, fließen Erfahrung und Handwerkswissen stärker in Entscheidungen ein. Bei Titeln wie World of Warcraft oder Overwatch 2 könnte das bedeuten, dass KI nur dort eingesetzt wird, wo sie den Prozess wirklich verbessert. Die Alternative, unkontrollierter Einsatz, hat in der Branche schon für Ärger gesorgt.

Ein Slogan, der Programm ist

“When we fight together, we win together” steht sinnbildlich für den neuen Ton bei Blizzard. Der Satz stammt aus der amerikanischen Arbeiterbewegung und wurde in den vergangenen Jahren von Spieleentwicklern häufig verwendet. Bei Blizzard markiert er den Übergang von einer rein hierarchischen Studioleitung hin zu formellen Gesprächsformaten. Wie die Verhandlungen über KI konkret ausgehen, entscheidet sich in den kommenden Monaten am Verhandlungstisch.

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