Ein neuer Kurs für Firaxis
Ed Beach und Matt Schembari von Firaxis Games passen ihre Strategie für Civilization 7 an. Sie setzen auf den direkten Austausch mit Spielern, um Mechaniken anzupassen.
Das Studio mit Sitz in Maryland gehört seit 2005 zur Take-Two Interactive-Gruppe. Die Gründer, darunter Sid Meier, prägten das Genre der 4X-Strategiespiele seit der Veröffentlichung von Sid Meier’s Civilization im Jahr 1991 maßgeblich.
Viele Fans reagierten skeptisch auf die Nachricht, dass das Team bewährte Systeme entfernt. Einige dieser Spielmechaniken fungierten seit Jahrzehnten als Standard innerhalb der Serie.
Historische Einordnung und Studio-Profil
Firaxis ist bekannt für die Entwicklung komplexer Strategietitel. Neben der Civilization-Reihe zeichnet das Unternehmen für XCOM: Enemy Unknown (2012) und Marvel’s Midnight Suns (2022) verantwortlich.
Das Franchise Civilization verkaufte bisher über 69 Millionen Einheiten weltweit. Civilization VI erschien im Oktober 2016 und erhielt durch die Erweiterungen Rise and Fall sowie Gathering Storm massive strukturelle Änderungen.
- Die Serie baut auf dem 4X-Prinzip auf: eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate.
- Das Studio nutzt für den neuen Titel eine Engine, die für mehr visuelle Details als der Vorgänger optimiert wurde.
- Die Entwickler reagieren damit auf den Wettbewerb durch Titel wie Humankind von Amplitude Studios.
Die größten Änderungen im Detail
Die Entwickler modifizieren zentrale Konzepte der Vorläufer. Die Umstellung zielt auf eine veränderte Spielerfahrung ab.
- Die klassischen Legacy-Pfade fallen weg.
- Spieler steuern eine Zivilisation über drei Zeitalter: Antike, Exploration und Moderne.
- Die Wahl des Anführers ist nun von der Wahl der Zivilisation entkoppelt.
In Civilization VI wählten Spieler zu Beginn eine Nation mit festen Boni. Das neue Modell erlaubt eine Anpassung der nationalen Identität im Verlauf der Partie.
Die Rolle der Community
Der Austausch mit der Spielerschaft dient als Korrektiv für interne Design-Entscheidungen. Das "Test of Time"-Programm organisierte Treffen zwischen Designern und Fans.
- Entwickler beobachteten Reaktionen auf angepasste Spielabläufe live.
- Die Skepsis gegenüber dem neuen Zeitalter-Modell wich durch praktische Sessions.
- Firaxis priorisiert die Spielbarkeit über die historisch gewachsenen Regeln der Vorgänger.
Frühere Titel wie Civilization V (2010) ernteten bei Release Kritik für das Fehlen zentraler Features, die erst durch Community-Feedback und Patches nachgereicht wurden. Das Team unter Ed Beach will diesen Prozess bei Civilization 7 direkt in die Konzeptionsphase integrieren.
Ein offenes Ohr für Kritik
Die interne Kultur bei Firaxis hat sich gewandelt. Das Team betrachtet Civilization 7 als Produkt, das durch die aktive Beteiligung der Nutzer geformt wird.
Manche der umgesetzten Änderungen erschienen vor der Testphase intern noch als riskant. Jetzt bilden diese Anpassungen das Rückgrat der neuen Spielerfahrung.
Die finale Version von Civilization 7 erscheint am 11. Februar 2025 für PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S sowie Nintendo Switch. Dies ist der erste Serienteil, der zeitgleich für alle genannten Plattformen veröffentlicht wird.