Kostenlose Adrenalin-Kicks auf Pluto TV
Zwei der schrägsten Actionfilme der 2000er sind ab sofort ohne Abo auf Pluto TV verfügbar. Crank (2006) und Crank: High Voltage (2009) landen damit im werbefinanzierten Streaming-Angebot, und das ist genau der richtige Ort für diesen Wahnsinn.
Die Filme gelten als bewusst dumm, aber auf eine liebenswerte Art. Wer sie noch nicht kennt: Jason Statham spielt den Auftragskiller Chev Chelios, der durch eine Giftinjektion gezwungen ist, sein Adrenalin permanent hochzuhalten.
Was macht diese Filme so einzigartig?
- Crank ist ein einziger Countdown: Chelios muss sich ständig in Gefahr bringen, um nicht zu sterben, inklusive Sex in der Öffentlichkeit und einer Verfolgungsjagd durch ein Krankenhaus.
- High Voltage toppt alles mit einem extern aufladbaren Herzen, einem abgetrennten Kopf und einem finalen Kampf mit einer riesigen mobilen Stromleitung.
Die Inszenierung erinnert an ein brutales Videospiel: Splitscreens, blinkende Lebensanzeigen, übertriebene Perspektiven. Das ist kein Film für Kunstgenuss, sondern purer Eskapismus.
Warum ihr jetzt einschalten solltet
- Kein Abo nötig, Pluto TV ist komplett kostenlos (mit Werbeunterbrechungen).
- Beide Filme laufen in Dauerschleife und sind jederzeit abrufbar.
- Perfekt für einen Abend, an dem ihr den Kopf ausschalten und einfach lachen wollt.
Einige Szenen sind so absurd, dass sie bereits Kultstatus erreicht haben. Etwa wenn Statham in High Voltage als brennender Mensch durch die Straßen rennt.
Eine kurze Warnung
Diese Filme sind nichts für Zarte. Sie strotzen vor schlechtem Geschmack, vulgärem Humor und völliger Missachtung jeder Physik. Wer aber Shoot 'em Up oder The Fast and the Furious im Overdrive mag, wird hier glücklich.
Pluto TV zeigt sie aktuell in der Originalfassung, deutsche Synchronisation ist nicht garantiert. Ein guter Grund, sich auf die originale Statham-Stimme einzulassen.
Produktion und Hintergrund
Regie führte das Duo Mark Neveldine und Brian Taylor, die zuvor mit Werbeclips und Musikvideos experimentiert hatten. Crank entstand bei Lakeshore Entertainment und Lionsgate mit einem Budget von 12 Millionen Dollar, für eine Studio-Produktion ein schmales Polster. Weltweit spielte der Film knapp 28 Millionen Dollar ein. Der Nachfolger High Voltage bekam 20 Millionen Budget und machte 34,6 Millionen Umsatz. Beide Filme gelten finanziell als solide, nicht als Blockbuster.
Neveldine/Taylor drehten parallel Gamer (2009) mit Gerard Butler, ein weiterer übertriebener Action-Thriller, der die Grenze zwischen Mensch und Avatar auslotet. Der visuelle Stil der Crank-Reihe, schnelle Schnitte, On-Screen-Text, Subjektiv-Kamera, wurde später von Filmen wie Hardcore Henry (2015) aufgegriffen, der komplett aus der Ego-Perspektive erzählt.
Einordnung ins Action-Kino der 2000er
Die Crank-Filme gehören zu einer Welle hyperkinetischer Action, die auf die ernsten, realistischen Töne der frühen 2000er (Bourne-Reihe, Casino Royale) mit purer Übertreibung antwortete. Shoot 'em Up (2007) mit Clive Owen und Paul Giamatti verfolgte eine ähnliche „Cartoon-Logik“, eine Karotte als Mordwaffe, endlose Kugelhagel. Beide Filme wurden von Kritikern oft als „dumm“ abgetan, fanden aber schnell eine treue Nische.
Interessant ist der kulturelle Querverweis: Jason Statham war 2006 bereits durch The Transporter (2002) und Crank etabliert, aber noch nicht das weltweite Zugpferd der Fast & Furious-Reihe (ab 2013). Crank festigte sein Image als unkaputtbarer Antiheld. Der Film selbst zitiert Videospiel-Ästhetik offen, die Lebensanzeige blinkt rot, wenn Chelios’ Puls fällt, und der Soundtrack wechselt zwischen Industrial und Rock.
Pluto TV, ein 2013 gestarteter werbefinanzierter Dienst von Paramount Global, setzt gezielt auf Archiv-Titel und Kultfilme. Die Crank-Filme passen in ein Programm, das auch The Boondock Saints, Death Race und andere Nischen-Actionkracher zeigt. Wer sie kostenlos streamen will, muss lediglich Werbepausen von rund zwei Minuten pro Stunde in Kauf nehmen.