Ein neuer Joe für die große Leinwand
Danny McBride arbeitet an einem neuen G.I. Joe-Kinofilm. Der Schauspieler und Autor, bekannt aus Serien wie „The Righteous Gemstones“, gab nun erste Details preis. Im Mittelpunkt steht diesmal Duke, einer der bekanntesten Soldaten des Franchise.
Kein Witz: McBride betont, dass der Film keine Komödie wird. Wer alberne Gags oder Over-the-Top-Slapstick erwartet, liegt falsch. Stattdessen soll der Ton ernster und erwachsener ausfallen, eine bewusste Abkehr vom Humor seiner letzten Projekte.
Hintergrund: Wer steckt dahinter?
McBride hat den Film bei Paramount Pictures und Hasbro eingereicht. Paramount hält seit 2009 die Filmrechte an G.I. Joe und produzierte bisher drei Kino-Filme. McBride selbst ist kein Regisseur, sondern schreibt das Drehbuch und produziert über seine Firma Rough House Pictures. Gemeinsam mit Partner Jody Hill verantwortete er zuvor Serien wie „Eastbound & Down“ und „Vice Principals“, die alle stark auf Comedy setzten. Der Bruch zum ernsten Militärton ist für ihn Neuland.
Das Studio hatte zuletzt mit „Snake Eyes“ (2021) einen Flop: Der Film spielte weltweit nur 40 Millionen Dollar bei einem Budget von 88 Millionen ein. McBrides Projekt soll den Schaden reparieren.
Das ändert sich: Weniger Lachen, mehr Action
- Der Film wird kein Comedy-Stil wie „The Righteous Gemstones“ oder „Eastbound & Down“ sein.
- Stattdessen setzt McBride auf militärische Härte und Charakterdrama.
- Duke steht im Zentrum, seine Herkunft und Führungsrolle sollen detailliert ausgeleuchtet werden.
Das ist ein klarer Bruch mit den letzten G.I. Joe-Filmen, die oft zwischen Humor und Action hin- und herpendelten. McBride scheint die Quelle ernster zu nehmen, die 80er-Jahre-Comics und die Actionfiguren-Ära, in der die Soldaten knallharte Profis waren.
Die gescheiterten Vorgänger: Eine Geschichte der Kurswechsel
Paramount startete die Filmreihe 2009 mit „G.I. Joe: The Rise of Cobra“. Regisseur Stephen Sommers lieferte eine bombastische Sci-Fi-Action mit Channing Tatum als Duke. Der Film spielte 302 Millionen Dollar ein, bekam aber schlechte Kritiken (Rating 34 % bei Rotten Tomatoes). Der Nachfolger „G.I. Joe: Retaliation“ (2013) versuchte einen düstereren Ton, entließ Tatum früh und setzte auf Dwayne Johnson als Roadblock. Mit 375 Millionen Dollar Einspielergebnis lief er besser, aber die Kritiken blieben mau (30 %).
Der dritte Versuch „Snake Eyes“ (2021) sollte ein Reboot werden. Regisseur Robert Schwentke fokussierte sich auf den stummen Ninja, ließ Duke komplett weg. Der Film floppte an den Kinokassen und wird als einer der größten Flops des Jahres geführt. Seitdem liegt das Franchise auf Eis.
Was bedeutet das für Gaming-Fans?
G.I. Joe hat eine lange Tradition in Videospielen, von Klassikern wie „G.I. Joe: A Real American Hero“ auf dem NES bis zu modernen Titeln. Ein ernster Film könnte auch neue Spiele inspirieren. Denkbar wäre ein taktischer Shooter oder ein düsteres Action-Adventure im Stil von „Spec Ops: The Line“.
Bislang gibt es keine Ankündigungen zu einem neuen Spiel. Aber die Film-Ankündigung von McBride zeigt, dass der Hype um die Marke nicht abflaut. Falls der Film ein Erfolg wird, sind Merchandise und Spieleadaptationen eine logische Konsequenz.
G.I. Joe in Videospielen: Eine Chronik mit Lücken
Das Franchise brachte seit 1985 über ein Dutzend Spiele hervor. Das bekannteste ist „G.I. Joe: The Rise of Cobra“ (2009), ein Third-Person-Shooter zur Filmadaption, der auf PS3, Xbox 360 und Wii erschien. Entwickler war Double Helix Games, das später von Amazon übernommen wurde. Das Spiel verkaufte sich nur mäßig und erhielt gemischte Kritiken. 2013 folgte mit „G.I. Joe: Retaliation“ kein eigenes Spiel, sondern nur ein Mobile-Titel.
Der letzte nennenswerte Release war „G.I. Joe: Operation Blackout“ (2020), ein Arena-Shooter von IGS und GameMill Entertainment. Das Spiel landete auf aktuellen Konsolen, wurde aber technisch und spielerisch verrissen (Metacritic: 45 von 100). Seitdem herrscht Funkstille. Ein Erfolg des McBride-Films könnte Publisher wie Electronic Arts oder THQ Nordic zu einer Neuauflage bewegen.
Branchenkontext: Ernsthaftigkeit als Trend
McBrides Ansatz reiht sich in eine Welle ernster Militär-Reality-Filme ein. 2023 startete „The Covenant“ von Guy Ritchie, ein düsterer Afghanistan-Thriller ohne Humor. Auch „Platoon“ -ähnliche Kriegsdramen erleben ein Revival. Gleichzeitig boomen taktische Shooter im Gaming-Bereich: „Ready or Not“ (2023) verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal, „Arma Reforger“ wird von Hardcore-Fans gefeiert.
Für G.I. Joe bedeutet das: Ein ernster Film kann eine ältere Zielgruppe ansprechen, die mit den 80er-Comics aufwuchs. Die Actionfiguren verkauften sich damals über 400 Millionen Einheiten weltweit. Der Film versucht, an diese Nostalgie anzuknüpfen.
Duke bekommt endlich seinen Moment
In den früheren Filmen war Duke meist nur einer von vielen. McBride will ihn zur tragenden Figur machen. Das klingt nach einem klassischen Helden-Arc, ein harter Veteran, der seine Truppe durch die Hölle führt. Genau das, was viele Fans seit Jahren fordern.
Ob der Film tatsächlich erscheint, ist noch nicht offiziell bestätigt. Aber McBride hat eine klare Vision. Paramount hat für 2025 keinen G.I. Joe-Film im Kalender, derzeit rutscht das Projekt ins Entwicklungsstadium.