Die Kehrtwende bei PlayStation
Sony fokussiert sich bei neuen Produktionen wieder auf die PlayStation 5, um den Verkauf der Hardware direkt anzukurbeln. Die Strategie der zeitnahen PC-Umsetzungen, wie sie bei Horizon Forbidden West oder Returnal praktiziert wurde, erfährt eine deutliche Abkühlung.
- Insomniac Games, das Studio hinter Marvel’s Spider-Man 2, arbeitet seit der Übernahme durch Sony im Jahr 2019 exklusiv für das Unternehmen.
- Die Entwicklungskosten für Marvel’s Spider-Man 2 beliefen sich laut durch Leaks bekannt gewordenen Dokumenten auf über 300 Millionen US-Dollar.
- Frühere Titel wie God of War Ragnarök benötigten nach dem Verkaufsstart auf der Konsole rund zwei Jahre bis zur Veröffentlichung auf Steam.
Microsofts schwierige Suche nach dem Kurs
Die interne Diskussion bei Xbox dreht sich um die Rentabilität des Game Pass und den Wert der Xbox Series X/S. Die Entscheidung, Titel wie Hi-Fi Rush von Tango Gameworks auf die PlayStation 5 und Nintendo Switch zu portieren, führte innerhalb der Fangemeinde zu Unmut über die Daseinsberechtigung der Hardware.
- Tango Gameworks wurde nach der Veröffentlichung von Hi-Fi Rush von Microsoft überraschend geschlossen, obwohl das Spiel laut interner Berichte die Erwartungen an Nutzerzahlen im Game Pass übertraf.
- Sea of Thieves von Rare erreichte nach der Veröffentlichung für die PlayStation 5 im April 2024 die Spitze der europäischen Verkaufs-Charts, was die Multiplattform-These der Xbox-Führung stärkte.
- Die Xbox Series X/S verkaufte sich bis Ende 2023 laut Schätzungen von Analysten wie Mat Piscatella etwa 27 Millionen Mal, was den Rückstand zu Sonys 50 Millionen verkauften Einheiten verdeutlicht.
Komplikationen einer gespaltenen Strategie
Die Kostenexplosion bei der Produktion von Blockbustern erzwingt eine Neukalkulation der Gewinnmargen. Ein Spiel mit einem Budget von 200 Millionen US-Dollar benötigt bei einem Verkaufspreis von 70 Euro etwa drei Millionen verkaufte Einheiten, nur um die Produktionskosten zu decken.
- Naughty Dog benötigte für The Last of Us Part II eine Entwicklungszeit von sechs Jahren, was das finanzielle Risiko bei Exklusivtiteln massiv erhöht.
- Durch den Verzicht auf die Xbox oder den PC entgehen Herstellern potenzielle Einnahmen von mehreren hundert Millionen Euro pro Titel.
- Die PlayStation Portal, ein Zubehörgerät für 219 Euro, dient als Bindeglied, um Nutzer im geschlossenen System zu halten, ohne den vollen Preis einer zweiten Konsole zu verlangen.
Der Blick auf die Verkaufszahlen
Der Erfolg von Spielen wie Helldivers 2 zeigt, dass ein paralleler PC-Release die Reichweite vergrößert, jedoch die Exklusivität als Kaufanreiz für die Hardware schwächt. Microsoft wiederum setzt auf Xbox Cloud Gaming, um Nutzer ohne dedizierte Konsole an das Abonnement-Modell zu binden.
- Helldivers 2 von Arrowhead Game Studios erreichte auf Steam zeitweise über 450.000 gleichzeitige Spieler, eine Zahl, die auf der PlayStation 5 allein kaum zu erreichen wäre.
- Microsofts Übernahme von Activision Blizzard für 69 Milliarden US-Dollar verpflichtet das Unternehmen, Call of Duty für mindestens zehn Jahre auf der PlayStation zu belassen.
- Die Hardware-Verkäufe der Xbox Series S machen laut Hardware-Daten von Circana einen substanziellen Teil der installierten Basis aus, erzielen aber geringere Margen als die PlayStation 5.
Sony priorisiert mit dieser Strategie die Gewinnmarge pro Gerät, während Microsoft versucht, die Abhängigkeit von der eigenen Hardware-Basis durch eine Verbreitung der Spiele auf Drittanbieter-Systemen zu reduzieren. Dieser Gegensatz bestimmt derzeit die Verhandlungen mit Investoren und die internen Zielvorgaben der jeweiligen Studios.