Eine Rückkehr in die Akten
Der zweite Kinofilm The X-Files: I Want to Believe erhält eine neue Fassung. Regisseur Chris Carter hat bestätigt, dass ein bisher unveröffentlichter Director’s Cut ab Juni auf Disney Plus (in vielen Regionen via Hulu) verfügbar sein wird.
Die Produktion wurde seinerzeit von 20th Century Fox verantwortet. Nach der Übernahme durch die Walt Disney Company im Jahr 2019 landete das gesamte Archiv der Serie sowie die Kinofilme im Portfolio des Streaming-Riesen.
Was Fans erwartet
Bisher war der Film von 2008 für seinen düsteren, bodenständigen Ton bekannt. Diese neue Version verspricht ein verändertes Pacing und bisher nicht gezeigtes Material, das den Film näher an die ursprüngliche Vision von Carter rückt.
- Fokus auf erweiterte Dialoge zwischen Fox Mulder und Dana Scully, die ihre private Dynamik stärker betonen.
- Überarbeitete Schnittsequenzen, die laut Carter die atmosphärische Dichte erhöhen und den Film straffer wirken lassen.
- Die digitale Verfügbarkeit startet im Juni für Abonnenten der Plattform.
Erste Berichte deuten darauf hin, dass einige Szenen des sogenannten „Workprints“ integriert wurden, die 2008 aufgrund von Vorgaben der MPAA (Motion Picture Association of America) zur Wahrung des PG-13-Ratings herausgeschnitten wurden. Diese Passagen sollen die Ermittlungsmethoden von Mulder detaillierter darstellen.
Nostalgie für Fans des Mystery-Kults
Die Serie The X-Files prägte das Fernsehen der 90er Jahre. Obwohl der zweite Film bei seinem Erscheinen gemischte Kritiken erhielt, weckt diese Nachricht das Interesse alter Fans der Akte-X-Mythologie.
- David Duchovny und Gillian Anderson kehrten für dieses Projekt in ihre ikonischen Rollen zurück.
- Die Musik stammt erneut von Mark Snow, der den Sound der Serie maßgeblich definierte.
- Bisher gibt es keine Informationen zu einem physischen Release auf Blu-ray oder 4K.
Das Franchise erlebte nach dem Abschluss der elften Staffel (2018) eine längere Ruhephase. Die Veröffentlichung des Director’s Cut reiht sich ein in die Strategie von Disney, bestehende Katalogtitel durch exklusive Fassungen innerhalb der Streaming-App attraktiver zu machen. Ähnliche Praktiken sind von Modellen wie Zack Snyder’s Justice League bekannt, bei denen die Nachfrage nach alternativen Schnitten durch digitale Plattformen erst ermöglicht wurde.
Hintergrund zum Projekt
I Want to Believe unterschied sich in seiner Struktur deutlich von der komplexen Verschwörungsserie. Die Geschichte fokussierte sich auf einen in sich geschlossenen Fall, der Elemente aus Horror und Krimi vermischte.
- Der Film spielte weltweit rund 68 Millionen US-Dollar ein bei einem Produktionsbudget von etwa 30 Millionen US-Dollar.
- Chris Carter schrieb das Drehbuch zusammen mit Frank Spotnitz, der als langjähriger Produzent der Serie fungierte.
- Die nun erscheinende Schnittfassung ist das Resultat jahrelanger Fan-Anfragen nach einer alternativen Version.
Die Produktion von 2008 kämpfte damals mit dem Erbe des ersten Films The X-Files: Fight the Future aus dem Jahr 1998. Dieser konnte mit einem weltweiten Einspielergebnis von 189 Millionen US-Dollar deutlich höhere Erwartungen erfüllen. Während der erste Kinofilm die zentrale Mythologie der Alien-Verschwörung vorantrieb, wählte das Team für den Nachfolger bewusst einen „Monster-of-the-Week“-Ansatz.
Die Veröffentlichung auf Disney Plus im kommenden Monat bietet die Gelegenheit, das kontroverse Kapitel der Franchise neu zu bewerten. Ob die Änderungen das Pacing verbessern, zeigt sich ab dem ersten Streaming-Tag im Juni. Das Archivmaterial für diese Neufassung wurde laut dem Studio in den Tresoren von 20th Century Studios in Los Angeles bei einer Inventur der Original-Negative entdeckt.