Dramatische Preissteigerung bei Speicherbausteinen
Framework hat eine alarmierende Mitteilung veröffentlicht. Die aktuellen Preise für Speichermodule liegen mehr als doppelt so hoch wie bei der vorherigen Lieferung. Das gab der Hersteller modularer Laptops bekannt.
Die Kostensteigerung gehe „weit über alles hinaus, was wir verkraften können, ohne unsere operative Fähigkeit einem echten finanziellen Risiko auszusetzen.“ Framework spricht von einem Preissprung, der alle internen Prognosen weit hinter sich lässt. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Doch ein 32-GB-DDR5-Kit kostete zuletzt etwa 80 Euro im offenen Markt. Das Doppelte liegt bei 160 Euro, ein Niveau, das selbst für High-End-RAM ungewöhnlich ist.
Framework: Vom Startup zum modularen Vorreiter
Das Unternehmen wurde 2021 vom ehemaligen Apple- und Oculus-Ingenieur Nirav Patel gegründet. Die Idee: Laptops bauen, deren Mainboards, Tastaturen, Akkus und Speicher sich einzeln tauschen lassen. Premiere feierte das Framework Laptop 13 im Juli 2021, zu Preisen ab 999 US-Dollar. Bisher erschienen drei Mainboard-Generationen (11., 12. und 13. Intel Core), dazu 2023 die Framework 16 mit AMD Ryzen 7000 und wechselbarer Grafikkarte.
- Framework verkaufte bis Ende 2023 schätzungsweise 150.000 Geräte.
- Das Unternehmen wächst, bleibt aber im Vergleich zu Dell oder Lenovo ein Nischenanbieter.
- Die Upgrade-Kits, etwa ein neues Mainboard für 299 bis 399 US-Dollar, waren der Hauptgrund für die Fangemeinde.
Besonders bei Bastlern und Retro-Spielern ist Framework beliebt. Sie nutzen die modulare Plattform, um alte Komponenten weiterzuverwenden und so Elektroschrott zu vermeiden. Ein günstiger Speicherriegel ist dafür zentral.
Auswirkungen auf das modulare Konzept
Die Nachricht trifft den Kern der Framework-Philosophie. Das Unternehmen setzt auf austauschbare Hauptplatinen, Akkus und Speicher, ein Ansatz, der besonders bei Bastlern und Retro-Gamern beliebt ist, die alte Hardware am Leben erhalten.
- Framework bot bisher Upgrade-Kits zu fairen Preisen an. Ein 16-GB-DDR5-Modul kostete rund 40 Euro.
- Die neuen Konditionen könnten diese Preise drastisch nach oben treiben. Eine Verdopplung würde das 16-GB-Kit auf 80 Euro bringen.
- Ob der Hersteller die Kosten weitergibt oder selbst schluckt, ist offen. Framework hat eine dünne Marge, bei einem Laptop-Preis von rund 1000 Euro liegen die Komponentenkosten bei etwa 70 Prozent.
Ein teurer RAM-Riegel würde das Upgrade-Modell stark unter Druck setzen. Die modulare Idee lebt von günstigen Einzelkomponenten, genau das ist jetzt gefährdet. Kunden, die auf ein Speicher-Upgrade warteten, könnten abspringen.
Marktbeobachtung: ungewöhnlicher Sprung
Selbst in der volatilen Speicherindustrie ist eine Verdopplung auf einen Schlag außergewöhnlich. Framework nennt keinen konkreten Lieferanten, aber betroffen sind entweder DDR5-RAM oder NVMe-SSDs, Kernkomponenten der aktuellen Modelle.
Andere Hersteller wie Dell oder Lenovo haben ähnliche Probleme bislang nicht bestätigt. Möglicherweise handelt es sich um einen bilateralen Vertragskonflikt. Die drei großen Speicherproduzenten, Samsung, SK Hynix und Micron, erhöhten im zweiten Halbjahr 2024 die Preise für DDR5 um etwa 15 bis 20 Prozent aufgrund der KI-Nachfrage. Eine Verdopplung liegt weit darüber. Framework scheint auf einen einzelnen Zulieferer angewiesen zu sein, der seine Konditionen drastisch geändert hat.
- Branchenweit sanken die DDR5-Preise 2023 nach einem Überangebot um rund 30 Prozent.
- Der aktuelle Anstieg ist für Framework existenzbedrohend, nicht marktüblich.
- Sollte der Hersteller zu alternativen Lieferanten wechseln, könnte das Wochen dauern, Zeit, die er nicht hat.
Keine Entwarnung in Sicht
Framework hat bislang keine konkreten Maßnahmen angekündigt. Die Speicherpreise liegen laut eigener Aussage bei mehr als dem Doppelten der vorherigen Lieferung. Das Unternehmen spricht von einem finanziellen Risiko, das es so nicht hätte vorhersehen können. Eine Preiserhöhung für Endkunden gilt als wahrscheinlich, die ersten Auswirkungen könnten im nächsten Upgrade-Kit sichtbar werden.