Der nächste Wurf der Mouthwashing-Macher
Das Studio hinter dem Psychohorror-Knaller Mouthwashing hat sein nächstes Projekt vorgestellt. Diesmal geht es nicht um enge Raumschiffkorridore, sondern um eine verseuchte Stadt und einen klapprigen Panzer.
Drei Spieler müssen gemeinsam das Ungetüm bedienen. Jeder übernimmt eine Rolle. Kommunikation ist Pflicht, denn ohne Absprache dreht sich der Turm in die falsche Richtung, oder der Motor säuft ab.
Was bedeutet "friendsweat"?
Die Entwickler nennen das Konzept selbst so: friendsweat, Freundschaft plus Schweiß. Klingt nach einer Mischung aus Keep Talking and Nobody Explodes und Panzer General mit Horrorelementen.
- Koop für genau drei Spieler
- Panzer mit mehreren Stationen (Fahrer, Schütze, Kommandant?)
- Feindliche Umgebung in einer defilierten, also entweihten Stadt
- Hoher Stressfaktor, kaum Verschnaufpausen
Die Atmosphäre soll an Mouthwashing erinnern: bedrückend, klaustrophobisch, aber mit mehr Action.
Wer steckt dahinter?
Entwickelt wird das Spiel von Wrong Organ, einem schwedischen Indie-Studio mit Sitz in Stockholm. Gegründet 2021 von drei Entwicklern, die zuvor an kleineren Projekten wie How Fish Is Made (2023, kostenlos auf itch.io) arbeiteten. Mouthwashing (2024) war ihr erster kommerzieller Release.
- Mouthwashing erreichte auf Steam über 10.000 Nutzerbewertungen, 97 Prozent davon positiv
- Das Team besteht aus weniger als zehn Personen, Finanzierung über staatliche schwedische Kulturförderung und Publisher Critical Reflex (auch Slay the Princess)
- Kein offizieller Titel bisher, der Nachfolger wird intern "Tank Game" genannt
Wrong Organ hat keine Vorgeschichte mit Panzer- oder Militärspielen. Ihr Fokus liegt auf psychologischem Horror und ungewöhnlichen Perspektiven. Mouthwashing spielte in einem Frachter, der über Monate durchs All driftet, enge Räume, soziale Dynamik, keine Waffen. Der Sprung zu einem kooperativen Panzer-Kampf ist ein Bruch.
Ein Zitat, das alles sagt
„Wir sind definitiv noch nicht auf Peak-Niveau, aber wir versuchen auch nicht, Arma zu machen."
Damit grenzen sich die Macher klar von militärischen Hardcore-Simulationen ab. Es geht nicht um Realismus um jeden Preis, sondern um hektische Teamarbeit unter Druck. Der Panzer ist kein Präzisionswerkzeug, sondern ein rostiges Monstrum, das nur mit Mühe funktioniert.
Die Selbstbeschreibung klingt nach einem Indie-Geheimtipp für Spieler, die Herausforderungen lieben, und Freunde, die sie hassen.
Vergleichbare Koop-Albträume
Das Konzept erinnert an Lovers in a Dangerous Spacetime (2015, Asteroid Games): ein Raumschiff, mehrere Stationen, alle Spieler müssen koordinieren. Dort war der Ton bunt und cartoonhaft. Wrong Organ setzt dagegen auf Körperflüssigkeiten und rostige Stahlplatten.
- Operation: Tango (2021), Zwei-Spieler-Koop mit geteilter Informationslage, aber ohne Bewegung in Echtzeit
- Space Engineers, zu komplex, kein erzählerischer Druck
- Barotrauma (2019), unterseeischer Koop-Horror mit vielen Stationen, aber bis zu 16 Spielern. Wrong Organs Panzer reduziert auf drei Rollen, näher an Keep Talking and Nobody Explodes, aber mit permanenter Bewegung
Der Markt für strikt dreiteiligen Koop-Horror ist überschaubar. The Dark Pictures: Switchback läuft auf festen Schienen, GTFO ist für vier Spieler ausgelegt. Wrong Organ könnte eine Lücke füllen: taktisches Chaos, keine Chance für Überflieger.
Warum mich das elektrisiert
Mouthwashing war ein Meisterwerk der Atmosphäre. Wenn das Team diesen Nervenkitzel jetzt in ein kooperatives Panzer-Abenteuer packt, könnte das der nächste Hit im Couch-Koop-Bereich werden.
- Drei Spieler, ein Panzer, kein Platz für Fehler
- Defilierte Stadt klingt nach grotesken Kreaturen und verfallener Architektur
- Kein Bullet-Hell, sondern taktisches Chaos
Ich rechne mit Momenten, in denen alle gleichzeitig schreien und niemand mehr weiß, wer den Turm dreht. Genau so muss ein friendsweat-Spiel sein.